Wir waren ja neulich schon einmal in München, wenn auch nur für einen halben Tag zur freien Verfügung. Jetzt haben wir ein richtig schönes verlängertes Wochenende in München verbracht und konnten uns doch einige Ecken etwas intensiver anschauen, auch wenn wir jetzt noch lange nicht alles gesehen haben.

Kaum hat man Kühe oder Pferde entdeckt, schon sind sie auch wieder verschwunden

Von Freitagmittag bis Montagabend hatten wir Zeit für Sightseeing, bummeln, shoppen, schlemmen, staunen, S-Bahn fahren, SEV kennen lernen, fotografieren und noch viel mehr. Beide waren wir wieder so entzückt von der heimlichen Hauptstadt Deutschlands, dass wir beschlossen haben, bei nächster Gelegenheit rauschen wir wieder ein. Noch schöner wäre sich gleich eine Wohnung in einem charmanten Viertel zu nehmen und dort zu bleiben. Den bayerischen Slang hätten wir sicher bald drauf und mit den Marktdamen und -herren vom Viktualienmarkt würden wir sicher auch bald zurecht kommen.

Schickeria spielen im Café Rischart am Viktualienmarkt

Hingedüst sind wir mit dem ICE um 9:12 Uhr ab Stuttgart und die Fahrt ging relativ zügig vonstatten. Keine besonderen Vorkommnisse, keine Terroristen, wie kurz zuvor angekündigt und auch die Klimaanlage funktionierte einwandfrei. Alles super! Am Hauptbahnhof in München angekommen bekamen wir erstmal beide einen Mundwinkelstarrkrampf. Die zog es uns direkt bis zu den Ohren aufgrund der Wiedersehensfreude. Auch bereitete es uns dieses Mal fast keine Probleme, die richtige S-Bahn in Richtung Hotel zu finden. Wer mehr übers Hotel erfahren möchte, der kann hier schauen. Ich habe gestern schon darüber geschrieben.

In Minga gibts fei no fesche Buam
… zumindest die Schaufensterpuppen fand ich fesch, die dürften aus den 60ern sein

Kaum hatten wir uns also einigermaßen in unserem Zimmer eingerichtet und etwas erfrischt, machten wir uns auch schon wieder auf die Socken, um Münchens City ein wenig zu erkunden. Die Fußgängerzone vom Stacchus bis zum Marienplatz kannten wir ja vom letzten Mal schon zur Genüge. Dieses Mal haben wir doch tatsächlich auch gleich auf Anhieb den Viktualienmarkt gefunden, wo wir uns erstmal jeder eine Leberkässemmel mit süßem Senf gönnten. Hier gibt es noch einen Metzger am anderen, nicht so wie in Stuttgart, dass man auf Supermarktfleisch fast angewiesen ist wenn man mal etwas fleischiges essen möchte.

Schönes Haus mit einer Bildergeschichte zu den unterschiedlichen Bevölkerungstypen wie
Bürger, Gelehrte, Hausfrauen, Jungfrauen! und Künstler

Mit der Leberkässemmel in der rechten Hand und der linken an einem ledernen Fliegenpatscher, der auf dem Viktualienmarkt feilgeboten wurde, machte mein Töchterlein dann auch gleich Bekanntschaft mit dem umwerfenden Charme der Marktverkäuferinnen dort. Kaum die Fliegenklatsche berührt – wohlgemerkt mit der nicht semmelnden Hand – kam auch schon die Furie aus dem Dunkeln angeschossen und bellte heraus „Du duasd fei ersd essn, bevor D’was anfossn duasd!“ – ich ergänzte leise murmelnd: „Sonst kriagst glei a Watschn, dia sich gwoschn hot!“ – Fräulein Tochter war ziemlich konsterniert, da sie es absolut nicht gewohnt ist, von fremden Leuten blöd angemacht zu werden (höhö, nur von bekannten Leuten wie der eigenen Mutter). Ich sagte ihr dann, dass das auf dem Viktualienmarkt der wohl bekannte und gängige Ton sei und seitdem war das dann unser Running Gag für unsere Zeit in München.

St.-Johann-Nepomuk-Kirche bzw. Asamkirche

Dieses Mal war ich übrigens ausgestattet mit einem Reiseführer, in welchem ich mir  sorgfältig all die Sachen markiert hatte, die ich für unseren Aufenthalt ins engere Visier nehmen wollte. Zum Beispiel das Deutsche Museum, das wir dann aber mangels Motivation doch fallen ließen. Aber natürlich auch den Englischen Garten, den wir bei schönstem Wetter am Samstag aufsuchten und bei der Gelegenheit auch gleich die Bekanntschaft mit dem mehr oder weniger gut organisierten Schienenersatzverkehr machen durften. Ab Freitagabend 20 Uhr waren nämlich wegen Gleisbauarbeiten keine regulären S-Bahnen mehr auf der Stammstrecke unterwegs, sondern man durfte übers Wochenende auf den sogenannten Schienenersatzverkehr (SEV) umsteigen, der viele ratlose Gesichter zeigte, deren TrägerInnen in den unterirdischen Gängen der S- und U-Bahnen orientierungslos durch die Gänge wandelten. Es gab zwar immer mal wieder Helferlein, die einen dann wieder in die richtige Richtung schickten, aber wenn man Glück hatte, konnte man auch auf einer kleineren Odyssee durch die Stadt unterwegs sein. München hat wohl seit 6 Jahren sein eigenes S21-Chaos…

Farbrausch pur!

Wenigstens haben wir gleich am ersten Tag in München schon einen schönen kindgerechten Laden gefunden, wo Töchterlein sich problemlos stundenlang hätte aufhalten können. Knatschbunt, mit originell designten Haushaltsgegenständen, Dekoartikeln oder Schreibwaren im Sortiment, erwartete uns der Laden von Pylones, wo wir natürlich auch ein paar originelle Sachen fanden, die das Kind unbedingt brauchte…

Bevor ich jetzt über unsere Erlebnisse an Tag 2 weiter erzähle, mache ich hier erstmal eine kurze Pause. Wer möchte, darf demnächst morgen wieder vorbei schauen, wenn dann vor allem die Fotos für die Fortsetzung ausgesucht wurden. Ich kann euch hier schon ein sportliches Leckerli versprechen. Zumindest ich als Nichtsportler war überaus beeindruckt – und das will was heißen!

Für alle Münchner und Münchenkenner: Wisst ihr, was wir schönes am zweiten Tag entdeckt haben? Falls ihr eine Ahnung habt, dann schreibt es einfach in das Kommentarfeld. Falls nicht, dürft ihr trotzdem kommentieren, auch alle anderen, die mit München nichts am Hut haben!

12 KOMMENTARE

  1. Auweia, das ist ja nochmal gutgegangen und es gab keine Watschn! Die Szene mit der Marktfrau kann ich mir richtig vorstellen – herrlich!
    Liebe Grüße
    Christiane
    (hab übrigens grad den zweiten Teil meines Türkeireiseberichts online gestellt.)

  2. München ist doch immer eine Reise Wert. Mein Mann und ich müssen dort auch immer einen Zwischenstopp einlegen.
    Wie ich lese, hattet ihr auch ein erlebnisreiches Wochenende 🙂
    Sonnige Grüße
    Sandra

  3. hihi, ich als (nicht gebürtige) Münchnerin lese deine Besuchsberichte total gern
    solche grantigen Marktweiber kannst hier überall treffen, nicht nur am Viktualienmarkt, und auch ganz oft die männliche Variante 😀
    wenn du sie aber geknackt hast, dann zeigen sie auch mal Herz 😉
    ja, das mit dem S-Bahn Chaos in den August Wochenenden ist echt nervig. Ganz München ist diesen August Baustelle. … dabei sind – gefühlt – so viele Touristen unterwegs, wie sonst nie.
    ich bin gespannt wie dein Bericht weiter geht und was ihr euch noch alles angesehen habt.
    vielleicht ein Spaziergang an der Isar entlang?
    oder den Friedensengel?
    das Platzl und Hofbräuhaus? Schuhbecks Gewürzladen?
    aaah, oder doch das Olympia Gelände ?

    ich freu mich auf deine Fortsetzung

    • … und ich als Münchentouristin lese deine Kommentare total gern!
      Die männliche Variante der Marktweiber haben wir dann auch noch erleben dürfen 😀
      Unser Spaziergang ging jetzt weiter, zwar nah am Wasser, aber nicht direkt an der Isar…
      Das Platzl und das Hofbräuhaus und Schuhbecks Imperium haben wir uns noch ein bisserl aufgespart.
      Ich sehe schon, wir müssen wieder hin. Wir haben noch lange nicht alles gesehen!
      LG
      SvL

    • Wenn man mal den Kurztrip im Juli ausklammert, dann war ich genau vor 10 Jahren das letzte Mal in München – viel zu lange Zeit, da war ich gerade ein bißchen schwanger und musste meinen Braten ohne Bier verspeisen! Also, pack dein Zeug und mach dir ein schönes Wochenende in München! 😉
      LG
      SvL

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