Reise zum Äquator #9

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Alausí im Morgenlicht – noch leicht verschlafen
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
  

Derzeit werde ich von meinen beiden Reisereportern wieder mit haufenweise frischen Bildern überschüttet, so dass ich fast nicht nachkomme, das alles auch zu bloggen. Deswegen geht es jetzt hier flott weiter mit hauptsächlich bilderlastigen Beiträgen. Ist ja auch schön, dann sieht man mehr vom Land, auch wenn man zuhause geblieben ist. In diesem Bericht gibt es für Eisenbahnfans, Naturliebhaber, Folklore-Experten, Feuerwehrleute aus Leidenschaft und für Fans von ausgestorbenen Völkern einiges zu sehen.

Feuerwehr von Alausí
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Erinnert mich schwer an Mr. Bojangle
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

In dieser Etappe ging es schon frühmorgens weiter nach Alausí, ein kleines Bergstädtchen in Ecuadors Hochebene, von wo aus eine Fahrt mit der legendären Andenbahn nach Sibambe geplant ist. Ob der Zug fährt oder nicht ist wohl ein wenig wackelig, da man damit rechnen muss, die Fahrt ersatzweise auch mit dem Schienenbus vornehmen zu dürfen.

Das hätte ich gerne gesehen – Volkstanz in der Bahnhofshalle
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
 Am Bahnhof von Alausí gibt es erst einmal einen ganz großen Bahnhof für die Reisenden, die sicherlich zu einem Großteil aus Touristen bestehen. Die Fahrt soll nach Sibambe gehen, via berühmt-berüchtigter Teufelsnase, einer Schienenstrecke, die für ihre Spitzkehren bekannt ist. Diese Strecke wird je nach Wetterlage wohl immer mal wieder von Erdrutschen lahm gelegt, auch kleinere Zugentgleisungen sollen hier fast schon normal sein. Also Abenteuer auf dem Schienenstrang und sehr zu empfehlen für alle Eisenbahnromantiker.

Großer Bahnhof an Gleis 1
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
Das scheint eine flotte Polka zu sein!
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
Wir schlängeln uns durch die Anden
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Auch hier wieder beeindruckende Berglandschaft in der Umgebung. Ich nehme an, hier ging die Reise auf den Schienen entlang, zumindest erscheint mir das so, wenn ich die weiter unten abgebildete Übersichtskarte dazu ansehe. Dieser kleine Fluß, der sich hier durchschlängelt und die bergtypischen Serpentinen – das dürfte schon richtig sein.

Hölzerne Eisenbahnwaggons sehen außerordentlich chic aus!
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

In dieser altertümlichen Bahn, die sicherlich das Herz jeden Eisenbahnfans höher schlagen lässt, wurde die Reise in Richtung Sibambe angetreten. Erinnert mich ein wenig an unsere Seilbahn in  Stuttgart, wenngleich diese natürlich wesentlich kleiner ist.

Kehren und wenden in den Anden
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Hier sieht man wie sich die Eisenbahntrasse am Berg entlang windet. Vermutlich ist das an so einer der beiden Teufelsnasen, wo dann die Bahn eine Spitzkehre fahren darf. Ob die Lok hierzu umgesetzt wird oder ob sie dann schieben darf, weiß ich leider nicht. Spitzkehren dienten im Bahnbetrieb dazu, um große Höhenunterschiede bewältigen zu können. Diese Strecke der Andenbahn gilt als die steilste Strecke der Welt und bewältigt einen Höhenunterschied von ca. 500 m.

Immer an der Wand entlang
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Hier kann man bestimmt während der Fahrt ein Plakat an die befestigte Bergwand pinnen. Jedenfalls geht es ziemlich dicht daran vorbei. Und man hofft natürlich, dass die Befestigung hält und keine Steinchen auf den Schienen liegen. Das kennt man ja, was dann passieren kann.

Auf rasanten Kurven durch die Anden
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
Oben auf der Übersicht sieht man nochmal ganz deutlich wie die Bahnstrecke entlang der Teufelsnase läuft. Und unten auf dem nachgebauten Modell erkennt man, wie die Spitzkehren speziell auf dieser Strecke bewältigt werden. So wie ich das interpretiere, werden hier die Loks umgesetzt, also doch ein ziemlicher Aufwand.
Das ist für die Lokführergrundausbildung –
ein Modell der Spitzkehren an der Teufelsnase (Nariz del Diablo)
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Berg in Ecuador – evtl. Statue vom Hl. Petrus (konnte die Message nicht richtig deuten)
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Foto aus dem Zugfenster
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
Hier wird gleich gekehrt und gewendet
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh
Hilfe beim Einfädeln auf das richtige Gleis – der Weichensteller der Andenbahn
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Liebliche Landschaft entlang der Bahngleise
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Bei den obigen Bildern sieht man wohl, wie an einer der Spitzkehren rangiert wird und ein Zugdirigent dabei hilft, die Bahn aufs richtige Gleis zu bringen. Und auch dort findet man schöne Ein- und Mehrfamilienhäuser in Halbhöhenlage. Nur leider kenne ich die Immobilienpreise nicht, aber die dürften nicht ganz so hoch wie hierzulande sein.

Wohnen in Halbhöhenlage
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Grüne Vitrine mit gestreifter Plastiktasche
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Warum nur hat meine Schwester diese grün gestrichene Vitrine aufgenommen? Wegen diesem herrlichen Grün? Oder wegen der Auslagen? Oder wer kann mir sagen, was sie da entdeckt hat?

Am Gleisende bitte stoppen!
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Das scheint hier auch eine Art Kopfbahnhof zu sein. Zumindest endet das Gleis abrupt und die Bahn soll von zwei ganz zierlichen Prellböcken gebremst werden, falls die eigenen Bremsen versagen. Simplify life – fällt mir dazu nur ein.

Terrassenbau der Inkas

Auch in Ecuador lebten einst die Inka, jedoch nur 70 Jahre lang. Entsprechend haben sie auch hier ihre Spuren hinterlassen, nämlich diese typischen Terrassen, die man in voller Größe in Peru findet (Machu Picchu). Diese Terrassen sind übrigens heute noch in Betrieb und werden bewirtschaftet.

Auf den Spuren der Inkas
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Diese Ruinen sind die berühmten Ruinen von Ingapirca, die bedeutendste präkolumbische archäologische Fundstätte Ecuadors.

Machu Picchu en miniature
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Kultstätte aus der Inkazeit
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Ruinen von Ingapirca
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Sanfte Hügel, grüne Wiesen – das schöne Allgäu in Ecuador
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Hier nochmal ein Blick auf die Terrassenbauten. Die Landschaft drum herum sieht für mich fast aus wie im Allgäu. Einigermaßen grüne Wiesen, sanfte Berge, kleine Häuser, die aber vom Baustil her nicht so alpin aussehen, wie man es von unserer Ecke kennt. Ihr wisst schon, mit viel Holz vor der Hütt’n… eigentlich hätte das Schwesterlein ja auch in die Alpen fahren und mit dem Glacier-Express von Zermatt nach St. Moritz düsen können, das wäre nicht so weit gewesen… (pssst, wenn sie das liest, krieg ich keine Bilder mehr).

So, und was sagt ihr jetzt dazu? Würdet ihr mit so einem Holzzug entlang des Abhangs schleichen wollen? Oder würdet ihr sagen, egal, Hauptsache wir haben ein Erlebnis, das man nie wieder vergisst und können uns unterwegs noch die Hinterlassenschaften der Inka anschauen!? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Ach, und warum wohl hatte meine Schwester das Foto von der komischen Vitrine aufgenommen?

3 Kommentare

  1. Was für tolle Bilder! Die Holzbahn ist ja der Wahnsinn, richtig beeindruckend. Sie sieht sehr edel aus.

    Die gründe Vitrine, was könnte das wohl sein? Vielleicht ist das eine Art Tauschbörse, nimm dir was raus, aber lege was gleichwertiges wieder rein.

    LG Romy

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