Reise zum Äquator #5

7
Vulkan Cuicocha mit Kratersee und Insel
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

 
Nachdem wir ja in der letzten Etappe den Lebensmittelmarkt in Ibarra und den Nationalpark El Angel besucht haben, geht es jetzt weiter unter anderem mit einem Abstecher zu einem Markt, der von den Indianern Otavalos abgehalten wird.

Meine Schwester hatte mich schon zuhause gefragt, was sie denn für uns mitbringen solle. Ich gab ihr – ahnungslos wie ich bin – in Auftrag, für mein Töchterlein so einen schönen bunten Rock mitzubringen. Tja, danach haben sie wohl gesucht, sind aber nicht fündig geworden. Irgendwann bekam ich dann die Message, die bunten Röcke trug Frida Kahlo und die war in Mexiko. Gut. Dann eben kein bunter Rock, sondern vielleicht ein schönes handgewebtes Tuch oder was man auch immer dort finden kann. Ich habe ihr jetzt freie Hand gelassen, sie wird schon das Richtige entdecken.

Ob man in dieser Lagune von Insel zu Insel schwimmen kann?
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Bevor sie jedoch zu diesem Markt gehen durften, stand erstmal eine frühmorgendliche Wanderung im Naturreservat Cotacachi-Cayapas in ca. 3.560 m Höhe an. Eine traumhaft schöne Landschaft hat man hier vor sich. Dieser See, der hier abgebildet ist, ist eine Lagune, die sich im Krater des Vulkans Cuicocha gebildet hat. Schön, sehr einsam und wirklich Respekt einflößend – man hofft natürlich, dass der Vulkan nicht ausgerechnet dann wach gekitzelt wird, wenn man da gerade entlang der Lagune herumspaziert.

Ich könnte mir vorstellen, dass einem fast der Atem stockt, wenn man das vor Ort sieht
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Nach diesem atemberaubenden Panorama ging es dann auf den berühmten Markt der Indianer Otavalos. Hier wird unter anderem Kunsthandwerk wie Malereien, Schnitzereien, Webwaren oder Schmuck angeboten. Ich könnte wetten, wenn man da vor Ort über den Markt schlendert, dass einen da bestimmt eine Art Kaufrausch überfallen könnte, auch ohne vorher zentnerweise Kokablätter gekaut zu haben.

Einkaufen mit Familie
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Offensichtlich gehen nicht nur Touristen auf diesen Markt, sondern auch stinknormale einheimische Familien. Eben auch nicht anders als bei uns. Wahrscheinlich braucht Muttern einen neuen Schal für den kommenden Herbst und das Kind braucht eine neue, bunte Mütze aus Alpakawolle.

Indianermarkt in Otavalo
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Jede Menge Masken werden angeboten, vielleicht aus Stein geschnitzt, die für mich aber eher so wirken, als seien sie speziell für Touristen hergestellt worden. Ähnlich wie die Webtasche im Hintergrund in den Farben Jamaicas und diesem mehrfingrigen Blatt darauf – weiß einer von euch, was das sein soll?

Noch ein paar Stiche, dann ist auch dieser Poncho fertig
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Diese Frau häkelt schnell noch etwas an dem Poncho fertig, bevor dieser dann zum Verkauf angeboten wird. An ihrem Marktstand werden außerdem verzierte Kürbisse angeboten, vielleicht sind daraus Trinkflaschen gefertigt worden. Genau kann ich es nicht erkennen.

Wo es weiß am Horizont leuchtet, ist der Vulkan Cuicocha
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Die ganzen Ziele, die sie immer anvisieren, sind stets auch mit
kleineren Wanderungen verbunden, die je nach Anforderung bis zu vier
Stunden dauern können. Nach dieser spannenden Tour ging es dann geradewegs nach weiter in Richtung Cotopaxi Nationalpark. Der Cotopaxi ist der nächste Vulkan, der auf dem Programm steht. Doch bevor meine beiden Auslandskorrespondenten diesen anschauen konnten, mussten sie erstmal wieder zu Kräften kommen. Die Luft da oben ist immer noch sehr dünn, man muss etwas schneller atmen als sonst, um die gleiche Menge an Sauerstoff zu bekommen.

Hosteria La Cienaga – einer der ersten Gäste dieser Hacienda war Alexander von Humboldt
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Deswegen ging es dann erst einmal zur Übernachtung in eine Hacienda im Cotopaxi Nationalpark, in welcher auch schon Alexander von Humboldt auf seinen Forschungsreisen übernachtet haben soll. Die Hosteria La Cienaga scheint mir ein wirklich sehenswertes Domizil für Reisende in dieser Gegend zu sein. Wenn ich mir auf der Website die Bilder anschaue, dann bekäme ich direkt Lust auch dorthin zu fahren.

Zu Ehren des berühmten Gastes gibt es extra ein Alexander-von-Humboldt-Zimmer
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Ist das der Sekretär Alexander von Humboldts, an dem er seine Beobachtungen niederschrieb?
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Die Räumlichkeiten sind alle im Kolonialstil gehalten, der Speisesaal mit den rosé verputzten Wänden und den Natursteinbögen, alles original und kein Manierismus, wie man es heutzutage oft bei modernen Hotels findet.

Für mich sieht es fast aus wie ein Refektorium
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Hier scheint man schon für das Frühstück eingedeckt zu haben. Da würde ich auch sofort Platz nehmen und einen der schätzungsweise 50 kg schweren und massiven Esszimmerstühle nach hinten wuchten, um mich dann am gedeckten Tisch niederzulassen.

Frühstück ist fertig! Alles gesund und lecker!
Foto: Nerakel von Liebstöckelschuh

Dieses Mal schließen wir mit einem einladenden Frühstücksbild. Das würde mir jetzt bestimmt auch schmecken, was ich hier auf dem Tisch sehe: Papaya, Melone und so eine – tja, was ist das nur für eine – keine Ahnung, aber ich würde sie auf jeden Fall probieren. Weiß jemand von euch, was das für eine Frucht ist, die da halbiert auf dem Teller liegt und zum auslöffeln einlädt?

Die Bilder von dem Kratersee waren für mich bis jetzt die am meisten beeindruckenden Landschaftsbilder. So ein atemberaubendes Panorama findet man wirklich nicht an jeder Ecke. Da bin ich schon richtig gespannt auf die Fotos, die Schwesterherz mit der richtigen Kamera gemacht hat. Die Bilder, die ich hier immer geschickt bekomme, sind allesamt mit ihrem Smartphone aufgenommen und meines Erachtens nach qualitativ doch recht gut, wenn man bedenkt, dass die Dateigröße pro Bild unter 100 kB liegt!

Würdet ihr auch auf den Spuren Alexander von Humboldts reisen wollen? Könnt ihr euch vorstellen unter welchen Bedingungen von Humboldt Anfang des 19. Jahrhunderts auf seinen Forschungsreisen in Ecuador unterwegs war? Das ist für mich eine unglaubliche Leistung, die er da vollbracht hat! Schreibt mir eure Gedanken dazu als Kommentare. Ich freue mich darauf!

7 Kommentare

  1. Die Landschaft ist so traumhaft schön und ich sitze hier bei strömendem Regen zu Hause 🙁
    Diesen Markt hätte ich auch gerne besucht. Ich liebe Stände, an denen einheimische Dinge verkauft werden. Finde ich viel schönere Mitbringsel als Sachen aus dem Geschäft.
    Auf Fuerteventura hatte ich für meine Familie selbstgemachte Mango-Seife und Marmelde von einem solchen markt gekauft 🙂

    • Die Landschaft ist wirklich beeindruckend – finde ich auch. Aber irgendwie wirkt sie auf mich auch etwas unheimlich. Ich stelle mir dann vor, wieviele Nichtschwimmer in 200 m Tiefe liegen ^^
      Ja, ich liebe auch solche Märkte und könnte da immer Unsummen ausgeben 😉
      LG
      SvL

  2. Wow, ich stimme dir zu, die Bilder vom Kratersee sind total fesselnd, so dass man sich auf der Stelle wünscht dort sein zu können.

    Auch das Frühstück sieht einladend aus. Da würde ich auch Platz nehmen und der Markt, super interessant. Ob ich die Reise auf den Spuren von A. v. H. machen würde? Sicher interessant. Aber beachtlich ist das schon, so eine Reise zu damaligen Zeiten; wahnsinn. Wie lang mag er nur unterwegs gewesen sein?

    • A.v.H. war sicherlich viel länger unterwegs um von A nach B zu kommen… insofern ist aus heutiger Sicht seine Leistung noch viel bemerkenswerter! Ich finde es ja mitunter schon mit unseren Reisemöglichkeiten beschwerlich in manchen Ländern. Aber damals muss das ja noch viel anstrengender gewesen sein.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here