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Wohl schon seit mehren Jahren hegte meine Schwester einen Traum, nämlich endlich mal nach Südamerika zu reisen. Genauer gesagt, sie wollte Schildkröten anschauen gehen auf den Galapagos Inseln. Jetzt kann man dazu stehen wie man möchte – ich persönlich würde dazu lieber in die Wilhelma (Riesenschildkröten) oder an den Feuersee (kleine, ausgesetzte Wasserschildkröten) gehen oder mir demnächst die Flora und Fauna der Galapagos Inseln via Google Earth anschauen -, aber mein Schwesterlein hat es jetzt realisiert.

Gleich in einem Aufwasch wurde geplant und gebucht, als auch der Sardinienurlaub anstand und jetzt ist es eben soweit. Vom Gefühl her für mich eine Sache, die ich lieber schon beendet sehen und rückwirkend betrachten wollte – zusammen mit den heimgekehrten Reisenden die Fotos betrachtend…


Beruhigend für mich ist, dass sie sich nicht den Kopf gesetzt hat, eine Trekkingtour auf eigene Faust und überaus individuell durch Ecuador und auf den Galapagos Inseln durchzuführen. Sie hat sich glücklicherweise hier einer organisierten Reisegruppe angeschlossen – was mir persönlich jetzt ein wenig sicherer vorkommt. Ihr vermutlich auch.

Gestern reiste sie dann mitsamt ihrem Freund schon nach Frankfurt, da der Flug heute morgen nach sieben Uhr schon nach Madrid ging, von wo aus dann der Anschlussflug nach Quito/Ecuador geht.

Gestern abend schickte sie mir noch diese Message: „Rate mal, wer noch mitfliegt!“ und dann kam auch schon ein Foto hinterher, das mich gleich zum Grinsen brachte.

Nicht sie hat dieses Ogterhasikraklpotl* mitgenommen, sondern ihr Freund. Das ist nämlich seines mit der bunten Umrandung, ihres hat eine grüne fusselige Umrandung. Ich hatte die Dinger mal en masse gehäkelt (vielleicht so 6-7 Stück) und ein paar davon an Ostern verschenkt. Da war ich echt baff, dass ein gestand’nes Mannsbild mit den Ausmaßen eines mittleren Kleiderschranks so ein Tierchen mit nimmt. Ich hoffe, dieses Tierchen nach Art der japanischen Amigurumi bringt den beiden ganz viel Glück!

*landessprachlich für Osterhasenkrake

Das Kerlchen rechts fliegt jetzt nach Ecuador

Und heute morgen wurde ich dann gegen sechs Uhr geweckt von der Message, dass die Wanderschuhe kaputt seien. Genau die sind aber wichtig und wo kriegt man um diese Uhrzeit Ersatzschuhe her? Und natürlich frage ich mich auch, warum man das erst morgens vor dem Abflug bemerkt. Oder sind sie ganz akut kaputt gegangen? Jetzt hoffe ich mal, dass sie beim Zwischenstopp in Madrid noch ein passendes Paar kaufen kann. Ein Shop mit Trekkingausstattung würde sich doch auf dem Madrider Flughafen anbieten, zumal von dort aus ja viele Flüge Richtung Anden gehen.

Quelle: flightradar24.com

Auch dieses Mal haben sowohl mein Vater als auch ich jeweils zuhause an den Bildschirmen geklebt und haben den Flug via flightradar24.com „überwacht“. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob ich von ihr hin und wieder Nachrichten aus Ecuador erhalte. In Zeiten, in denen man via Facebook, Whatsapp und E-Mail weltumspannend und fast in Realtime kommunizieren kann, ist es ein komisches Gefühl, damit rechnen zu müssen, dass man gegebenenfalls wochenlang nichts hören oder lesen könnte.

Ich hoffe natürlich, dass ich hin und wieder fast live etwas berichten kann. Ansonsten kann ich erstmal nur den planmäßigen Ablauf wiedergeben und nach Rückkehr der beiden auch die persönlichen Erfahrungen mit mit einbauen.

Zieht es euch auch in die Ferne? Oder bevorzugt ihr die Reiseziele, die vielleicht auch fern sind, aber nicht dermaßen ab vom Schuss, dass man nicht einmal weiß, ob man E-Mails senden kann? Ich persönlich habe kein mentales Problem, nach Japan, USA oder Australien zu reisen. Aber bestimmte Reiseziele liegen mir einfach fern. Da bevorzuge ich dann eher mir die Erfahrungen berichten zu lassen.

Ich freue mich wieder auf eure Kommentare!

14 KOMMENTARE

  1. Mein Sohn war von November 2012 bis März 2013 mit Freundin auf eigene Faust in Südamerika unterwegs, zu Fuß, zu Bus, mit Schiff, etc. Da kann ich Dir bestens nachfühlen, wie Du Dich fühlst Marianne. Ich wurde ganz hüpfelig, wenn ich einmal eine Woche lang nichts von den beiden hörte…besonders als sie mit einem Seelenverkäufer von Schiff fünf Tage auf dem Amazonas untergwegs waren. Da habe ich nachts von gefräßigen Piranhias und anderen Ungeheuern geträumt 😉

    • Dann bin ich ja beruhigt, dass ich hier ganz "normal" reagiere. Manchmal komme ich mir ja fast schon hysterisch vor, wenn ich bei solchen Reisezielen etwas beunruhigt bin! Erst letztens erzählte mir meine Schwester, wie sie eigentlich vor Jahren ihre 3-tägige Dschungeltour in Thailand verbracht hatte. Mit nix unterwegs, nur mit einem Strandkleid, Sonnenbrille und Hut – so ungefähr… sie meinte aber, ihr jugendlicher Leichtsinn sei mittlerweile auch nicht mehr das, was er mal war 😉
      LG
      S. v. Liebstöckelschuh

    • Jetzt sehe ich erst, dass Dein Sohn mit Freundin ganze fünf Monate unterwegs war! Das ist ja noch schlimmer, wenn man dann immer wieder ohne Nachrichten darüber grübelt, ob es den beiden gut geht und alles in Ordnung ist!

  2. Also ich habe schon schlecht geschlafen, als ich meine *Kinder* in den Händen meiner Freunde wusste, obwohl ich denen voll vertraue
    und da meistens ich verreise, haben meine Lieben auch Angst, aber eher um die anderen als um mich ^^

  3. Sabine, was für ein Abenteuer, da wäre ich am liebsten bei deiner Sis ins Reisegepäck geschlüpft! Boah, ich mag die Musik gar nicht mehr abschalten – sooooo schön!

    LG Romy

  4. Ich wäre am liebsten sofort mitgekommen!
    So außergewöhnliche Reisen reizen mich ja auch.
    Mein Traum wäre mal ein Urlaub in Japan, aber kein Pauschalurlaub, sondern Land, Leute und Kultur kennengelernen.
    Leider ist das mit Kleinkind nicht wirklich umsetzbar und kostet eine Stange Geld 🙁

    • Ich mag auch außergewöhnliche Reisen, aber nach Südamerika hatte ich noch nie einen Drang verspürt 😉
      Mich zieht es eher entweder Richtung Asien oder auch USA – je nachdem. Aber seitdem ich eben eine Tochter habe, sind für mich solche Reisen auch erstmal nicht mehr realisierbar.
      In Japan war ich mal drei Wochen vor einigen Jahren, auch eine außergewöhnliche und keine Pauschalreise. Ich hatte da die Stuttgarter Philharmoniker auf einer Konzertreise begleitet und dabei ganz viel Land, Leute und Kultur kennen gelernt. Das war eine meiner schönsten Reisen!
      LG
      SvL

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