Für heute habe ich ein Genussbücherdoppelpack in der Planung. Noch immer beteilige ich mich an der Aktion von Arthurs Tochter, die „jeden Tag ein Buch“ zum Motto hat. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass ich hier so ein Durchhaltermögen an den Tag legen würde, aber dank der Unterstützung von Gastbloggerinnen, deren Beiträge gestern und demnächst zu lesen waren/sein werden, werde ich es möglicherweise schaffen, an allen sieben Tagen ein Buch vorzustellen.

Und schon wieder ist es ein Buch, das man nur noch gebraucht bzw. als Sammlerstück zu bekommen scheint. Und zwar beide Bände wie ich soeben feststellen musste. Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich lieber einfache Rezepte als komplizierte Zubereitungen mag. Wenn die Grundzutaten richtig gut sind, dann kommen sie meiner Meinung nach auch mit weniger Brimborium aus. Auch fehlt mir mittlerweile sowohl die Zeit als auch die Geduld, seitenlange Zutatenlisten abzuarbeiten und mich mit Zubereitungen herum zu schlagen, für die man vorher am besten noch ein Arbeitsablaufdiagramm zeichnet.


Da sind die beiden Kochbücher von Rose Gray und Ruth Rogers wie geschaffen für mich. Der Kenner weiß jetzt sicherlich schon, von welchen Titeln ich rede, nämlich von River Cafe Easy Kochbuch und Italienisch kochen: Neue Rezepte aus dem River Cafe, beide erschienen im Dorling Kindersley Verlag. Nur leider, leider – ich erwähnte es – sind diese beiden Genussbücher nur noch mit viel Glück zu haben.

Genuss bereitet meiner Meinung nach schon das Durchblättern. Aufgeteilt in die üblichen Kapitel wie Vorspeisen, Suppen, Salate, Fleisch oder Süßes findet man hier Rezepte, die an Einfachheit eigentlich kaum zu überbieten und genau deswegen „einfach genial“ sind. Die meisten kommen mit einer Handvoll Zutaten aus; wenn es viel sind, stehen auf der Liste zwölf Zutaten incl. Salz und Pfeffer.

Auch die Fotos der beschriebenen Gerichte sind ein Genuss für mich: klar, einfach und ohne stimmungsmachenden Zierrat. Die meisten Gerichte sind schlicht auf weißem Teller vor weißem Grund abgelichtet, hin und wieder liegt etwas appetitlich in der Pfanne, auf dem Grill oder im Bräter. Mehr braucht’s nicht um bei mir schon während des Durchblätterns den Trockenschluckreflex auszulösen.

Die Rezepte selbst sind klar, deutlich und strukturiert geschrieben. Meiner Meinung nach müsste auch ein Anfänger damit klar kommen. Inclusive Zutatenliste und in großer, gut lesbarer Schrift gedruckt kommt jedes Rezept lässig mit einer Seite aus – meist mit der linken, denn die rechte ist in den meisten Fällen für ein ganzformatiges Foto reserviert.

Diese Bücher sind für mich nicht nur Kochbücher, sondern auch wie ein Bilderbuch, das ich einfach so durchblättern kann – immer und immer wieder – nur um mir Inspirationen oder einfach nur Appetit zu holen. Alleine schon die Beschreibungen der Risottos haben für mich fast schon etwas sinnliches. Früher war ich nie ein Risotto-Fan, aber seitdem ich das River Cafe Easy Kochbuch (seit 2005) mein eigen nenne, habe ich diese Reisbreigeschichten für mich entdeckt. Bezeichnenderweise kommt hier in so gut wie jedem Risottorezept die Formulierung vor, man möge einen Topf mit schwerem Boden nehmen. Genau! Eigentlich sollte man ja nur Töpfe mit schweren Böden verwenden, allein schon wegen des haptischen Unterschieds zu einem billigen Leichtgewicht!

Ich habe schon einige Rezepte nachgekocht aus beiden Büchern und bin immer noch begeistert. Dank dieser beiden Bücher hatte ich auch die Inspiration, Penne irgendwann mal nicht mehr in sprudelndem Salzwasser zu kochen, sondern risottogleich im Topf mit schwerem Boden zuzubereiten. Diese Art der Nudelzubereitung ist mir mittlerweile die liebste – wenn ich Zeit habe – weil sie so ungleich aromatischer werden, als wenn sie nur im Salzwasser vor sich hin sprudeln.

Über die Desserts kann ich leider nicht viel erzählen, da diese bei mir meist viel zu kurz kommen, aber wenn ich so quer drüber lese, dann denke ich, dass auch in diesem Bereich einige sehr gute Rezepte zu finden sind.

Die beiden Autorinnen, Rose Gray und Ruth Rogers, betreiben übrigens in London das Restaurant River Cafe und haben mit ihrer Interpretation der italienischen Küche die Gourmet-Szene dort revolutioniert. Nur die besten Zutaten werden verwendet – zum Beispiel oft bestes Olivenöl in den Rezepten, womit keineswegs die Supermarktplörre gemeint sein kann, sondern wirklich bestes Olivenöl, wie man es direkt von kleineren Herstellern bekommen kann.

Doch genug der Schwärmerei! Ich sage einfach: kauft’s Euch, wenn ihr es irgendwo seht und wenn ihr bezüglich Essen ähnlich tickt wie ich (lieber weniger und dafür beste Zutaten). Ihr werdet eure helle Freude dran haben. Natürlich gibt es auch Gourmethobbyköche, denen die vorgestellten Rezepte schlicht zu anspruchslos sind, da sie meinen, nur kompliziertes kann wirklich gut sein – zumindest gut genug, um vor Bekannten mit den eigenen Kochkünsten zu prahlen. Aber genau das wollen wir ja gar nicht und haben es auch nicht nötig – deswegen: Reduce to the max! Und sieh zu, dass die Essenz wirklich deliziös ist!

Kennt ihr diese beiden Bücher oder eines davon? Wie findet ihr sie? Seid ihr auch meiner Meinung, dass man auch mit einfachen, aber qualitativ besten Sachen glücklich werden kann? Oder habt ihr lieber Kochbücher mit richtig aufwendigen Rezepten? Schreibt mir dazu eure Kommentare!

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