Und weiter geht’s mit „Jeden Tag ein Buch“, der Bloggeraktion von Arthurs Tochter. Mittlerweile sind wir doch tatsächlich schon beim dritten Genussbuch angekommen und wenn das so weiter geht, dann schaffe ich mit Hilfe von lieben Gastbloggerinnen – gerne auch Gastblogger! – tatsächlich, jeden Tag eine Buchvorstellung zu posten. Schaumermal!

Den heutigen Beitrag schrieb Rebecca von Feuchtfröhlich und ihr dürft schon auf ein wirklich genussvolles Buch gespannt sein. Mehr möchte ich jetzt nicht verraten, sondern ab sofort Rebecca zu Wort kommen lassen!

Mein erstes Mal! Als Gastblogger! Salvia von Liebstöckelschuh hat auf
Facebook Gastblogger-Plätzchen angeboten und so wie ich im
richtigen Leben zu einem Plätzchen nicht nein sage, so auch im
Bloggeruniversum nicht!

Astrid, die tolle Astrid von Arthurs Tochter kocht hat
zur Themenwoche Jeden Tag ein Buch
aufgerufen! Das ist eine ganz prima Sache, bei der landauf, landab
Blogger ihre Genussbücher vorstellen! Das ist deswegen so prima,
weil man von ähnlich koch- und backverrückten,
küchenutensilienvernarrten und genusssüchtigen Menschen Bücher
präsentiert bekommt, die sicher noch im eigenen Kochbuchregal
fehlen. Geht mir zumindest so und das war schon nach dem ersten Tag
der Fall! Wahrscheinlich wird das ein sehr teures Blogevent, da
meine „must have“ Liste immer länger wird, je länger das Event
läuft! Es ist aber auch spannend, andere Menschen über Bücher
berichten zu lesen, die man bereits selbst hat.

Ursprünglich dachte ich ja, dass ich nie und nimmer 7 Rezensionen
-also jeden Tag ein Buch- schaffen kann und habe mich daher für
„lediglich“ 2 gemeldet, aber mittlerweile habe ich gemerkt, dass das
ja schon ganz enormen Spaß macht, anderen Spaß an und Lust auf ein
Buch zu machen! Daher gibt es neben meinem Beitrag am Montag und dem noch ausstehenden Beitrag am Freitag/Samstag noch diesen
Gastbeitrag. Ich hoffe, ich kann euch ein bisschen Lust auf sowas
wie ein „Fachbuch“ zum Thema Desserts machen! Fachbuch klingt
schlimm, gell? Langweilig und dröge. Nein! Gar nicht!

Ich berichte euch über Das große Buch der Desserts: Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte (Teubner Edition) von den Autoren Cornelius Lange, Fabian Lange, Margarethe Brunner,
Ingrid Schindler, Bärbel Schermer, Andreas Vorbusch, Peter Scharff,
Philip Rümmele, Christian Petz, Matthias Ludwigs, Michael Kreiling,
Peter Hauptmeier, Stephan Franz, Bernhard Diers, Ingo Bockler, Bobby
Bräuer, Katrin Wittmann, Markus Bischoff, Bernd Arold.

Warum ich dieses Buch so wahnsinnig toll finde? Es ist pink – aber
das ist nicht der Grund. Es zitiert Oscar Wilde („Versuchungen
sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen
!), der
bekanntermaßen ein kluger Kopf war- aber auch das ist nicht der
Grund. Es ist ein schönes, dickes, großes Hardcover (320 Seiten) in
einem schönen, stabilen (lila!) leinenverkleideten Schieber- nein,
auch das hat mich nicht zum Kauf bewogen (und die fast 70 € haben
mich nicht abgeschreckt, denn das Buch ist das Geld wirklich wert).

Nein, der Grund ist trivial: Das Buch behandelt meinen Lieblingsgang
eines jeden Menus! Ich lasse lieber die Vorspeise/einen Zwischengang
weg oder vom Hauptgang etwas übrig, als auf das Dessert zu
verzichten! Dessert ist die wichtigste Mahlzeit des Tages 🙂 und
dieses Buch hat nicht nur alles sondern ist v.a. alles nur nicht
oberflächlich!

Klar, ich koche jetzt schon eine Weile (und niemand kommt mehr zu
Schaden), die Desserts waren sogar schon zuvor „mein Ding“: bevor
ich mich nicht nur als Esser um Hauptmahlzeiten gekümmert habe, habe
ich Kuchen gebacken und Cremes gerührt; das Kochen von
Hauptgerichten hat dann mein damaliger Freund mal auf die Agenda
gesetzt. Gott sei Dank konnte er ein bisschen (viel) mehr kochen als
ich (Kaffee, Nudelwasser) und das gemeinsame Kochen hat so viel Spaß
gemacht, dass ich dann wirklich dieses und jenes ausprobieren und
erlernen wollte. Mein jetziger Freund findet es wohl auch ganz gut,
dass er sich nicht von Kuchen und Eiscreme ernähren muss! 

Nichtsdestoweniger sind die bösen, hüftgoldenen Sachen das, was mich
wirklich glücklich macht! Und zwar nicht nur auf dem Teller, sondern
auch bei der Zubereitung und Präsentation und wenn meine Gäste um
Nachschlag bitten (also falls ich was an etwaige Gäste
abgegeben habe). Ich plane z.B. Menus gerne mal „rückwärts“, also ich
habe ein tolles Dessert im Sinn und plane dann, was als
Hauptgang/Vorspeise dazu passt.

Und nichts ist schlimmer, als ein misslungenes Dessert! Ein
zusammengefallenes Soufflé, eine suppige Creme oder eine stocksteife
Creme, ein Parfait, dass nicht cremig, dafür aber sehr, sehr hart
gefroren ist…und was eben noch passieren kann und in der
Vergangenheit auch ab und an passiert ist.

Die Zeiten sind dank diesem Buch vorbei! Hier lernt man, was man
noch nicht kann/te, versteht dank bebilderter Anleitungen endlich
den einen oder anderen Arbeitsschritt (ach soooo sieht „zur Rose
abziehen“ aus) und erweitert seinen warenkundlichen und
kulinarischen Horizont. Man lernt Zutaten und Basics, aber auch
kniffligeres Spezialwissen kennen und erwirbt nicht nur eine
Rezeptesammlung. Ich kenne/besitze das eine oder andere Buch, auf
das genau diese Beschreibung passt: Rezeptesammlung. Wenig durchdacht
werden da „hippe“, „moderne“ Rezepte zusammengepackt und der Verlag
hofft, dass nicht allzuviel schief geht bei der Benutzung des
Buches; Erklärungen Fehlanzeige. Wenn man nicht von Haus aus oder
sonstwoher ein Minimum (oder manchmal auch deutlich mehr) an
Basiswissen mitbringt, hat man Pech gehabt. Solche Wissenslücken
kann man jetzt aber schließen!

Das Buch gliedert sich in „Warenkunde“, „Küchenpraxis“ und
„Rezepte“, zwischendrin werden immer mal wieder „Küchengeheimnisse
-ausgeplaudert“.

Im Kapitel Warenkunde gibt es zunächst einen Abschnitt über die
Geschichte des Desserts. Dem folgt ein Überblick über die
wichtigsten Grundzutaten. Dann werden Textur- und Aromageber
ausführlich behandelt und es wird mit den flüssigen Geschmackgebern
wie Sirups etc. abgeschlossen.

Im Küchenpraxis-Teil erlernt man die wichtigsten Grundtechniken, wie
man Früchte vorbereitet, erhält Tipps zur Zubereitung von Cremes,
Mousses, Saucen und Sabayons sowie Grundrezepte für Eis, Parfait,
Sorbet & Granité sowie Soufflés, Puddinge (nicht Puddings),
Aufläufe & Gratins und Teige und Massen sowie Tipps, Anleitung
und Ideen für die Garnitur des Desserts und Glasuren.

Sehr schön und sehr wichtig sind hier die toll bebilderten
Schritt-für-Schritt Anleitungen! Die sind nicht um der Bilder willen
gemacht, sondern erläutern visuell tatsächlich mal den in Rede
stehenden Vorgang! Am Ende hat man dann die Erleuchtung: ach so
soll(te) das aussehen! Z.B. „zur Rose abziehen“ auf Seite 92 🙂

Die Rezepte untergliedern sich in „Fruchtiges und Kaltschalen“,
„Cremes, Mousses, Milchreis und Flammerie“, „Eiscreme und Parfait“,
„Granités, Sorbets und geeiste Süppchen“, „Soufflés, Puddinge,
Aufläufe und Gratins“, „Mehlspeisen“, „Köstliche Kleinigkeiten“ und
„Dessertsaucen“. Kurz: nichts, was man hier nicht findet.
Bei den Rezepten finden sich dann immer die entsprechenden Hinweise
zu den vorherigen Kapitel, also wo findet man die Erläuterung zu
„zur Rose abziehen“ und zum Thema „Gratin“ für die gratinierten
Pflaumen mit Zimtparfait (Seite 248, sehr lecker). Das ist
unheimlich praktisch und zeigt, wie durchdacht dieses Buch ist.

Da der Gastbeitrag bei Liebstöckelschuh und meine
dritte Buchrezension recht überraschend kamen und ein einziges
ausgewähltes Rezept sowieso nicht wiederspiegeln könnte, wie irre
toll dieses Werk ist und ich auch gar kein brauchbares Foto hätte,
um das zu beweisen, müsst ihr euch das Buch wohl oder übel selbst
kaufen 🙂

Ich verrate euch aber zwei, drei Sachen, die ich schon zubereitet
habe: Holunder-Quark-Eis (S. 116), Walnussparfait (S. 118),
Birnen-Minze-Sorbet (S. 120)…und da sind wir noch nicht mal im
Rezeptteil. Nougat-Terrine mit Crème Brulèe Kern (S. 196),
Champagner-Butter-Eis mit Blutorangen (S. 206), Luftiger Clafoutis
mit Früchten der Saison (S. 246), Topfenpalatschinken (S. 254),
Belgische Waffeln mit Zimtkirschen und Quarkschaum (S. 262), Kleine
Lime Pies (S. 281) und ehrlich gesagt noch einiges mehr- aber dann
denkt ihr sicher, ich ernähre mich wirklich nur von Desserts 😉

Zum Schluß der Schluß: Zunächst ein ausführliches Glossar und ein
unheimlich übersichtliches und ausführliches Register, in dem man
wirklich findet, was man sucht. Außerdem werden noch die
Bezugsquellen genannt. Und ganz am Ende werden die verantwortlichen
Spitzenköche vorgestellt. Wenn ihr die Chance habt, schaut mal im
Buchladen eures Vertrauens in das Buch, es lohnt sich wirklich!

In der Reihe „Das große Buch“ erschienen auch: Das große Buch…
…vom Backen (steht auf meinem Wunschzettel), …der Teigwaren
(Wunschzettel), …vom Fisch, …vom Fleisch (hab ich), …der
Meeresfrüchte (Wunschzettel), …vom Wild, …der Saucen (hab ich),
…der Kräuter & Gewürze (Wunschzettel) und im September diesen
Jahres soll das große Buch der Pasteten folgen.

Für die anderen beiden in meinem Besitz befindlichen Bücher kann ich
mich nur genauso lobend aussprechen wie für das große Buch der
Desserts! Wer etwas vom Kochen verstehen will, ist mit diesen
Büchern gut bedient!

Feuchtfroehliche Grüße 🙂

http://feuchtfroehlich.wordpress.com/

Und wer jetzt wie ich richtig Appetit nicht nur auf Desserts, sondern auch auf die anderen Bücher der Reihe „Das große Buch“ bekommen hat, der kann sich hier bei Amazon schon mal einen ersten Überblick verschaffen!

Vielen Dank, liebe Rebecca, für deinen tollen ersten Gastbeitrag! Für mich war es ja auch der erste Beitrag eines Gastbloggers und ich werde mir überlegen, ob ich das nicht zu einem Angebot von diesem Blog hier machen kann. Es ist toll, wenn auch andere Eindrücke mit einfließen, das macht vieles noch bunter, interessanter und lebendiger!

Ich hoffe euch hat die heutige Buchbesprechung auch so viel Lesevergnügen bereitet wie mir. Seid ihr auch eher die süßen Typen, die lieber auf Vor- und Hauptspeise verzichten würden als aufs Dessert? Wenn ja, welches ist euer Lieblingsnachtisch? Verratet es mir im Kommentarfeld!

1 KOMMENTAR

  1. Was für ein Buch, ich besitze es seit einiger Zeit und liebe es bzw. die ganze Serie dieser Exemplare….. sehr schöne Rezension ;o)
    DANKE !

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