Jeden Tag ein Buch – Genussbuch No. 2

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Und weiter geht es mit der Aktion „Jeden Tag ein Buch“, die Arturs Tochter initiierte und die im ersten Anlauf bis zum 14. Juli 2013 gehen soll. Gestern habe ich ja schon über Genussbuch No. 1 gebloggt, heute kommt das nächste dran. Für mich sind Genussbücher die Bücher, die ich gerne immer und immer wieder in die Hand nehme und drin lese. Meist kann man in ihnen ohne vorgegebene Reihenfolge lesen, also nicht wie bei einem Roman, den man von vorne nach hinten durchziehen muss.

Ein Genussbuch schlage ich an irgendeiner Stelle auf und fange an zu lesen, und wenn ich Lust habe blättere ich weiter oder schlage nach dem Zufallsprinzip einfach ein ganz anderes Thema auf. Man kann die einzelnen Kapitel auch immer wieder lesen, so wie man einen bestimmten Wein oder ein bestimmtes Gericht auch immer wieder neu genießen kann.

Dieses Mal handelt es sich um ein Buch, was ich noch gar nicht so lange habe, aber es trotzdem schon zu meinen Genussbüchern zählen kann. Ganz einfach deswegen, weil ich es wirklich genieße darin zu lesen und weil es alleine schon vom Titel her voll und ganz meiner Wesensart entspricht: Kochen (fast) ohne Rezept von Hans Gerlach, erschienen im Goldmann Verlag.

Es gibt ja Leute, die kochen minutiös und linientreu nach vorgegebenen Rezepten und es gibt Leute, die sehen Rezepte nur als Richtlinien, an die man sich ggf. halten kann – oder auch nicht. Natürlich gibt es für bestimmte Zubereitungen festgelegte Abläufe, man kann ein Steak nicht wie ein Gulasch zubereiten. Aber darüber hinaus gibt es jede Menge Freiheiten, die Rezepte so abzuwandeln, dass sie individuell werden. Und genau dazu regt meiner Meinung nach dieses Buch an.

Ca. 100 Rezepte wechseln sich ab mit unterhaltsam geschriebener Warenkunde, Tipps und Tricks oder Insiderwissen aus der Küche. Aufgeteilt in große Kapitel wie SCHNEIDEN, RÜHREN oder BRUTZELN, findet man zum Beispiel unter SCHNEIDEN die Unterkapital „Das Salz der Erde“ oder „Riechen wie die Griechen“. Hier liest man zunächst eine kleine Abhandlung über Salz oder Knoblauch, um bei den beiden Beispielen zu bleiben. Man erfährt, dass Salz nicht gleich Salz ist und schon gar nicht dieses Zeug aus dem Supermarkt und man lernt, warum Knoblauch aus der Presse lange nicht so aromatisch ist wie der, der mit einem scharfen Messer in dünne Scheibchen geschnitten wurde. Im Anschluss daran gibt es ein paar Rezepte, die zum jeweiligen Thema passen und die meist noch Anregungen anbieten, die das Rezept wandelbar machen – für all diejenigen, die sich noch nicht trauen, selbst zu experimentieren.

Nicht nur die Texte von Autor Hans Gerlach, Sterne-Koch, Foodstylist, Kochbuchautor und Kolumnist im Magazin der Süddeutschen Zeitung, sind für mich inspirativ und ein Genuss, sondern auch die Fotos im Buch von Barbara Bonisolli gefallen mir ausgesprochen gut. Auch hier wurde wieder auf überflüssigen Schnickschnack verzichtet und die Speisen, einzelne Zutaten oder auch Werkzeuge schlicht, pur und einfach schön abgelichtet.

Das ist ein Buch, was ich auch abends auf dem Sofa noch durchblättern kann, einfach so als Lektüre. Immer und immer wieder. Also ein Genussbuch! Es gibt übrigens noch zwei weitere Bücher in dieser Reihe, nämlich Kochen (fast) ohne Zeit und Kochen (fast) ohne Geld – jeweils mit dem Anspruch, das bestmögliche aus den bestehenden Mängeln zu machen. Diese beiden Bücher habe ich zwar noch nicht im Regal, bin aber inzwischen neugierig genug, um sie mir demnächst zu kaufen. Eine Übersicht über alle drei Bücher findet ihr hier zum Beispiel bei Amazon. Da kann man übrigens auch in die Bücher reinblättern und sich selbst ein Bild davon machen, wie ansprechend diese Genussbücher gestaltet sind.

Kennt ihr dieses Buch oder eines von den beiden anderen? Wenn ja, wie findet ihr es? Gefällt euch die Schreibweise und die Art der Inspiration genauso gut wie mir?

3 Kommentare

  1. ich kannte das Buch bisher noch nicht,aber es klingt echt super,gerade wenn man nicht nur trockene Warenkunde sondern auch leckere rezepte vermittelt bekommt

  2. Ich kenne das Buch noch garnicht. Ich bin im Moment auf dem Jamie Oliver und Gordon Ramsay Trip. Ich glaub ich habe rund 25 Bücher von den beiden auf meiner Wunschliste.

    Das hier klingt aber wirklich super. Warenkunde und Rezepte gehören zusammen finde ich.

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