Unser gestriger Ausflug war schon länger geplant, aber realisiert wurde er erst gestern, da recht kurzfristig Plätze frei geworden sind bei einer Veranstaltung, an der wir teilnehmen wollten. Diese Veranstaltung scheint Wochen bis Monate im voraus ausgebucht zu sein und im nachhinein verstehe ich auch warum. Ganz einfach, weil es für Genießer und hier speziell Genießer von Edelbränden überaus interessant ist zu sehen, wie denn so ein edler Tropfen hergestellt wird.

Um 10 Uhr vormittags landeten wir in Kappelrodeck auf dem Hof der Brennerei Scheibel in Kappelrodeck. Das reichte dann noch gut, um sich erstmal wieder die Knochen in Form zu schütteln nach der Autofahrt von Stuttgart herkommend. Wie wir dann so mitbekamen, waren anderen Leute sogar noch von weiter her angereist, irgendwo nördlich der Maingrenze. Die Brennerei Scheibel scheint einen überregional guten Ruf zu haben. Kein Wunder bei deren Produkten! Keine Massenware, sondern wirklich erlesene und zum Teil limitierte Produkte.

Zum Frühstück etwas Fruchtiges – leider nur genippt…

Unser Private Tasting begann dann auch pünktlich um 10:30 Uhr mit einem Willkommensdrink, von dem ich leider nur ein wenig nippte, da diese Uhrzeit für mich noch definitiv zu früh ist für einen Likör. Aber trotzdem, den Geschmack kann man ja auch mit einem „wönzigen Schlock“ wahrnehmen – und der war definitiv erlesen. Nicht zu süß und mit einem sehr schönen Fruchtaroma!

Alleine schon die Flakonflaschen sind sehr edel – der Inhalt sowieso

Den „woodka“ gab’s bei uns zu Weihnachten – einfach köstlich!

Von da aus dann gleich der Abstieg in die Brennerei, aufgeteilt in die neue und die alte Welt. Zuerst natürlich ging es in die alte Welt, in der noch zwei Holzbrennöfen stehen, die ganz traditionell aussehen und betrieben werden. Hier werden in kleiner Auflage die Brände der „Alten Zeit“ hergestellt, ganz in Handarbeit und ohne computerunterstützte Hilfsmittel.

Bildquelle: Holzfeuerbrennerei „Alte Zeit“ – Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei, Kappelrodeck
Bildquelle: Brennerei „neue zeit“ in der über Gold destilliert wird –  Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei, Kappelrodeck

Danach ging es in die relativ neue, 2009 eröffnete Brennerei der „Neuen Zeit“, die alle Anwesenden durch ihr modernes Design beeindruckte. Anschließend noch eine kurze Lagerbesichtigung und ein paar Worte des „Brandmeisters“.

Aus dieser Serie „Edles Fass“ kann ich den Williams empfehlen
Hier fand nach dem Rundgang die Verkostung statt
Im Finesse-Glas in der Mitte gab es ein sehr aromatisches „Altes Pflümle“
Mit diesem Glas kann man erst das Aroma intensiv einatmen und anschließend über den längeren Weg langsam in die Kehle rinnen lassen…

Nach der wirklich hochinteressanten Führung, die immer wieder durch praxisbezogene Beispiele untermalt wurde, ging es dann ins Kirschbaumzimmer zur Verkostung von noch drei erlesenen Tropfen, kombiniert mit Kaffee, verschiedenen Schokoladen und viel Wissenswertem. Versorgt mit Miniaturfläschchen zur heimischen Verkostung konnte man dann entweder gleich die Heimreise antreten oder eben noch das eine oder andere geistvolle Wässerchen kaufen.

Nach dieser Veranstaltung gelüstete uns dann erstmal noch nach Herzhaftem zur Absorption diverser Getränke. Es war zwar schon ca. 14 Uhr, aber wir wurden fündig, und zwar etwas oberhalb des Ortes fanden wir das Schloss Zuckerberg (ob das wohl dem Mark gehört??), wo es auch noch eine kleine Vesperkarte gab, die mit Schinkenbrot, Kartoffelsuppe oder Königinnenpasteten aufwartete. Jeder fand etwas nach seinem Geschmack und gut gestärkt ging es dann wieder zurück nach Stuttgart. Leider. Gerne wäre ich noch eine Weile in der Ecke geblieben und vielleicht noch ins nahe Elsass rüber gefahren, aber abends stand noch die eine oder andere Verabredung an und deswegen war die Heimreise angesagt. Naja, vielleicht das nächste Mal…

Wart ihr schon einmal in einer Brennerei? Wie findet ihr das wildromantische Zuckerschlösschen in Kappelrodeck? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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