Gestern nachmittag waren wir im Kino. Glücklicherweise hat auch das Wetter mitgespielt, so dass man kein schlechtes Gewissen haben musste, im Kino statt im Freibad zu sitzen.

Auf dem Programm stand „Clara und das Geheimnis der Bären“ als Sondervorstellung, bei der Mitwirkende dieser Produktion wie zum Beispiel der Schweizer Regisseur Tobias Ineichen oder der junge Schauspieler Damian Hardung persönlich anwesend waren und dem Publikum nach der Vorführung für Fragen zur Verfügung standen.

Die Story handelt von einem 11-jährigen Mädchen namens Clara (Ricarda Zimmerer), das mit seiner Mutter in den Bündner Alpen auf dem abgelegenen Hof des Stiefvaters lebt. Clara hat eine besondere Begabung, sie sieht immer wieder, was auf dem Hof früher geschehen ist und erlebt teilweise die Dinge, die ein etwa gleichaltes Mädchen namens Susanna vor vielleicht 200 Jahren erlebt hat. Durch den Fund eines Mädchenschuhes, der Susanna gehörte und den sie einst bei einem Unwetter vor dem Haus verlor, bekommt Clara diesen Zugang zu den alten Sagen und Mythen, die man sich in dieser Gegend erzählt. So soll einst die „Bärenfrau“ aus der Bärenhöhle gezerrt und als Hexe auf dem Dorfplatz verbrannt worden sein. Sie verfluchte damals das Dorf und seitdem soll es wohl immer wieder von Unglück heimgesucht worden sein, wenn einer der Dorfbewohner den Graubündner Bären Böses tat. Clara und ihre Schwester im Geiste, Susanna, erlösen letztendlich das Dorf von diesem Fluch.

Bis es aber soweit ist, erlebt man spannende 94 Minuten, die von gewaltigen Bildern und Naturaufnahmen getragen sind und bei denen man wirklich sehr intensiv auf der einen Seite das Leben in dem engen, alten Berghof miterlebt, auf der anderen Seite die großartige Weite der Berglandschaft vor sich hat, teilweise so intensiv, dass es mir als nicht schwindelfreiem Ex-Bergwanderer manchmal flau im Magen wurde. Die Bilder in diesem Film finde ich fantastisch, es findet ein sehr guter Wechsel zwischen Nähe und Ferne statt, zwischen dramatischen und lieblichen Aufnahmen, die den Streifen nicht nur als Kinderfilm aufgrund der Story unterhaltsam machen, sondern auch Erwachsene voll auf ihre Kosten kommen können.

Ich weiß nicht, warum dieser Film, der bereits 2012 produziert wurde, jetzt erst in die deutschen Kinos kommt, aber da es wohl so ist, hier meine klare Empfehlung: Unbedingt anschauen!

Zumindest hier in Stuttgart im Metropol läuft der Film am 10.06, 11.06. und 12.06.2013 jeweils um 14:30 Uhr. Bevor ich es vergesse, der Film ist ab 6 Jahren geeignet, die Schweizer empfehlen ihn ab 8 Jahren. Meiner Meinung nach darf man ruhig etwas älter sein, da es schon ein paar Szenen gibt, die ganz schön erschrecken können.

Gestern war ja dann noch eine Fragerunde nach der Filmvorführung, bei der man so allerhand aus der Trickkiste der Filmer erfahren konnte, zum Beispiel wie sie die Szenen mit den Bären gefilmt haben oder wie zum Beispiel der Jungschauspieler, der den 11-jährigen Thomas spielte, zu seiner Rolle gekommen ist.

Also nochmal: Falls der Film bei euch läuft, dann seht ihn euch an! Es lohnt sich wirklich und er hebt sich erfreulicherweise sehr von Kinder- und Familienfilmen aus der Filmfabrik Hollywood ab.

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