Blogparade: KüchenkräuterAlljährlich versuche ich mich im Anbau von brauchbaren Pflanzen auf dem Balkon wie zum Beispiel Tomaten, Erdbeeren oder Küchenkräuter aller Art. Mir ist die kleine Nutzfläche immer zu schade, um sie nur mit Geranien vollzupflastern. Die lassen sich ja bekanntlich nur schlecht verspeisen.

Dieses Jahr muss ich es leider eine Saison ausfallen lassen, da demnächst unser Haus frisch verputzt wird und somit die Freiluftsaison auf dem Balkon vermutlich auf den Spätsommer reduziert wird. Aber egal, es soll ja hier um Kräuter gehen und nicht um Hausrenovierungen.

Tatsächlich habe ich die vergangenen Jahre immer wieder ein Sortiment von verschiedenen Küchenkräutern nicht nur auf dem Küchenbalkon, sondern auch auf dem Paradebalkon zum Prachtboulevard hin angepflanzt. Mit manchen Küchenkräutern schlägt man nämlich gleich zwei bis drei Fliegen mit einer Klappe: sie schmecken gut, sie riechen gut und sie blühen schön. Was will man mehr!? Ein weiterer Aspekt war übrigens die Gesundheit meiner Tochter, da ich nicht wollte, dass sie als Kleinkind möglicherweise giftige Pflanzen auf dem Balkon verspeisen kann. Deswegen war alles ess- und genießbar, was ich angepflanzt habe.

Rosmarin – hervorragend zu Blechkartoffeln oder Lamm


Bevorzugt habe ich hier die Küchenklassiker und weniger die Exoten. Allen voran natürlich Schnittlauch, Dill, Basilikum und Petersilie. Aber ergänzt wurden sie mit wunderschön in allen Schattierungen blau blühenden Gewächsen wie Borretsch, Rosmarin, Thymian, Lavendel oder Salbei.

Was wären die Tomaten ohne Basilikum!?

Jetzt, da ich keine Kräuter angepflanzt bzw. gesät habe, kaufe ich je nach Bedarf entweder töpfchenweise Basilikum, Minze oder Zitronenmelisse oder ich hole mir eben einen Bund Schnittlauch, Petersilie oder Dill um zum Beispiel damit einen Kräuterquark anzumachen, der sich dann ganz einfach zu guten Pellkartoffeln verspeisen lässt.

À propos Pellkartoffeln: zu diesen passt auch gut die berühmt-berüchtigte „Grüne Soße“, die laut Legende die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe erfunden haben soll, was aber wohl mittlerweile wiederlegt wurde. Diese traditionelle kalte Kräutersoße, die aus sieben verschiedenen grünen Kräutern hergestellt wird, passt nicht nur zu den Kartoffeln, sondern auch zu kaltem Braten, gekochtem Fisch oder Fleisch. Mir persönlich schmeckt sie allerdings etwas zu grün bzw. zu chlorophyllhaltig.

Wenn man den ganzen Balkon voller Kräuter hat, dann kann es natürlich schon auch mal vorkommen, dass außer Bienen, Hummeln und Schmetterlingen auf einmal kleine Kräuterhexen angeflogen kommen und sich den duftenden Pflanzen widmen. Ich war jedenfalls ziemlich erstaunt, wie schnell meine Tochter bereits in sehr jungen Jahren Lavendel, Rosmarin und anderes Zeug auseinanderhalten konnte. Das können ja mitunter noch nicht einmal erwachsene eingefleischte Städter. Ich erinnere mich noch genau an so ein Prachtexemplar, das auf dem Markt noch nicht einmal Petersilie als solche identifizieren konnte…

Die junge Kräuterhexe mit ihrem kleinen Besen

Jedenfalls muss man weder Kräuterhexe noch Heilkundler sein um größtmöglichen Nutzen aus diesen aromatischen Pflänzchen zu gewinnen. Es reicht schon, wenn man seinen sommerlichen Tomaten-Mozzarella-Salat mit selbst geerntetem Basilikum verzieren kann, ein simples Butterbrot mit Schnittlauch verspeisen darf oder den aromatischen Geschmack von Salbeiblättern auf Kalbsschnitzeln als Saltimbocca alla Romana genießen kann.

Salvia officinales – wie wäre es mit Tagliatelle an Salbeibutter

Eine Küche ohne den Einsatz von frischen Kräutern ist für mich undenkbar. Sie liefern nicht nur jede Menge neue Geschmackserlebnisse, sondern sie dürften ach gegen das eine oder andere Wehwehchen helfen. So wirken zum Beispiel Aufgüsse von Lavendel beruhigend wohingegen ein Bad mit Rosmarinnadeln belebend sein soll. Aber man muss den Rosmarin nicht zwingend ins Badewasser geben, er schmeckt auch ganz hervorragend an Kartoffeln vom Blech mit Olivenöl und Knoblauch…

Wer noch mehr über Küchenkräuter lesen möchte, der findet bestimmt im Rahmen der 19. Blogparade von Küchen Atlas noch mehr interessante Beiträge von anderen BloggerInnen.

Übrigens, ein Kraut, was nur auf meinem Blog vorkommt, ist der Liebstöckelschuh…
  

6 KOMMENTARE

  1. Ohh ich freue mich auch schon wieder auf mein Karotten/Kartoffel-Ofengmüse mit Rosmarin, das hervorragend zu Gegrilltem passt. lg Gabi

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