Bei mir zuhause schlummert seit Jahren ein echter Schatz vor sich hin. Ich hatte schon mal so eine Pfanne, die dann bei irgendeinem Umzug verschütt ging. Und vor ein paar Jahren kaufte ich mir wieder eine, die dann aber erstmal unangetastet im Schrank verschwand. Ich scheute immer ein wenig die Prozedur, die man vor Verwendung dieser Pfanne vornehmen muss.


Heute war aber irgendwie der richtige Tag dafür. Dass dies so sein würde, muss ich wohl gestern schon gewusst haben, da ich mir ein schönes Stück vom Rinderfilet geholt habe, leicht marmoriert und in einer ordentlichen Größe. Ich hatte mal wieder so einen richtigen Heißhunger auf ein Stück Fleisch, pur und ohne Gedöns drumrum, sprich keine Soße, keine Beilagen und auch sonst nix außer vielleicht ein Stück Brot und natürlich ein paar Gewürze.

Zunächst aber musste meine Eisenpfanne von Turk erstmal vorbereitet werden. Dazu weicht man sie erst eine Weile in heißem Wasser mit ein wenig Spülmittel ein und schrubbt dann die Antikorrosionsbeschichtung mit einer Bürste gründlich ab.

Anschließend möchte die Pfanne eingebraten werden. Hier geht es also nicht so wie bei Edelstahlpfannen oder antihaftbeschichteten Alupfannen, dass man sie sofort für den ersten Gebrauch nutzen kann. So eine schmiedeeiserne Pfanne möchte erst mal eine Runde Bratkartoffeln für den Abfalleimer machen. Eigentlich schade drum, aber es ist nunmal notwendig, damit hinterher die Ergebnisse umso besser werden.

So eine Eisenpfanne wird immer besser, je länger sie im Gebrauch ist. Aber sie sollte nach Möglichkeit nicht allzu oft mit Wasser und Spülmittel gereinigt werden, da sie sonst ihre magischen Kräfte verliert. Wenn möglich wird sie nach Gebrauch mit Salz und Küchenkrepp ausgewischt und einfach mit dem Haken am Griff irgendwo aufgehängt – vielleicht an Schwiegermutters Kronleuchter!? Falls sie doch mal gründlich gespült werden muss, dann wird sie anschließend mit Küchenpapier und ein wenig Speiseöl wieder eingefettet, damit das gute Stück im Küchendampf nicht wegrostet. Ach, die Spülmaschine ist für so eine Pfanne natürlich tabu!

Die ersten Bratkartoffeln macht man natürlich aus ungeschälten Kartoffeln. Diese Arbeit kann man sich ja sparen. Die Kartoffelscheiben sollten den Pfannenboden bedecken, außerdem gibt man 1-2 Teelöffel Salz dazu und brät die Scheiben gut an. Die Wärmeleitung der Eisenpfanne ist außerordentlich gut. Ich habe auf mittler Hitze sehr bald schon eine schöne goldbraune Färbung der Kartoffeln erreicht, die auch schon bald gegart waren. Ich weiß von herkömmlichen Pfannen, dass es da mitunter ewig dauert, bis die Kartoffelscheiben von rohen Kartoffeln endlich durch sind oder sie matschen teilweise zusammen. Hier ging das jetzt alles total einfach beim probebraten.

Wenn die Kartoffeln so gut wie verkohlt sind und sich auf der Pfanne ein dunkler Belag gebildet hat, dann darf man sie in hohem Bogen zum Nachbarn schmeißen entsorgen, die Pfanne säubern und sich dann überlegen, was man jetzt drin anbrät. Entweder nochmal Bratkartoffeln, aber dieses Mal richtig oder eben ein Stück Fleisch.

Ich entschied mich fürs Fleisch, schließlich hatte ich es extra gekauft. Und siehe da, es war die reinste Freude, dieses Stück Rind in der Eisenpfanne zuzubereiten. Da kann man die Edelstahlpfannen gerade mal vergessen, ganz zu schweigen von all den beschichteten Fliegengewichtspfannen mit Silikongriffen für zarte Damenhände. Das einzig wahre Werkzeug für Fleisch, Fisch, Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer und noch vieles mehr ist und bleibt die Eisenpfanne. Punkt. Basta. Aus.

Zum Fleisch gab es nur ein Stück Brot, was ein unfotogener Rest war, aber trotzdem schmackhaft. Und danach genoss ich noch eine Pink Grapefruit, die ich mit frisch gemahlenem Pfeffer und ein wenig Salz mit fruchtig-feuriger Schärfe verfeinerte. Sehr gut! Mehr braucht man eigentlich nicht. Einfach, pur, gut.

Falls jetzt jemand denkt, er braucht auch so eine Pfanne, dann kann ich den Kauf nur wärmstens empfehlen (dieses Ding hält bestimmt ewig und lässt sich vererben). Es gibt verschiedene Größen, meine ist eine 28er, und auch verschiedene Modelle, je nach Anforderung. Flache oder tiefe Pfannen, welche die man auch zum Servieren verwenden kann oder Paellapfannen mit beidseitigen Griffen. Es ist also für jede Anforderung etwas dabei.


Übrigens las ich, dass tatsächlich auch Eier und Pfannkuchen ganz hervorragend gelingen. Getestet habe ich es noch nicht, auch nicht mit meiner alten Pfanne, aber ich glaube schon, dass es funktioniert. Unsere Großeltern mussten ja früher auch irgendwie ohne Antihaftbeschichtung Eierkuchen, Pfannkuchen und ähnliches backen.

Noch mehr Eisenpfannen

6 KOMMENTARE

  1. Gerade auf deinen Blog gestoßen und hellauf begeistert. Deine Schreibweise ist wirklich genial und ich besuche dich mit Sicherheit wieder 😀 LG

  2. Liebe Sabine,

    es gehört zwar nicht in diesen Post, aber auch du hast leider kein Gästebuch, also muss ich dir hier mitteilen – was mir dennoch natürlich eine große Freude ist – dass du die Siegerin meines kleinen Gewinnspiels bist.

    Es wäre lieb, wenn du mir deine Anschrift mitteilst (per E-Mail: gabriela_s@web.de), dann kann ich das kleine Päckchen an dich abschicken.

    Unabhängig davon hast du hier einen tollen Beitrag über die Eisenpfanne geschrieben, und die fotos sind klasse dazu!
    Meine Mutter hat vor einigen Jahren ihre uralte Eisenpfanne, in der sie mir und meinen Geschwistern schon, als wir Kinder waren, tolle Bratkartoffeln gemacht hat, weggeworfen… ich habe ihr das bis heute nicht verziehen.

    Hab ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße

    Gabi

    • Ich bin ja schon sehr gespannt auf das Päckchen und freue mich schon jetzt auf die schönen Kerzen! Danke schon an dieser Stelle!
      Ja, so eine Eisenpfanne ist schon etwas tolles! Aber man könnte sich ja auch einfach eine kaufen, damit man wieder so tolle Bratkartoffeln essen kann 😉 … Vielleicht war ja die Pfanne deiner Mutter schon etwas angerostet oder so, dass sie sie entsorgen musste…
      LG
      SvL

  3. ich habe auch solch eine pfanne aber ehrlich gesagt nutz ich die irgentie eher als dekoablage für mein Obst;mir sind diese Art Pfannen leider immer zu schwer

    • Als Deko fürs Obst hätte ich Angst, dass mir die Pfanne irgendwann wegrostet. Irgendwann lässt – zumindest bei mir – jedes Obst mal ein bißchen "Wasser" bzw. Obstsaft – mit anderen Worten, hin und wieder geht mir eben auch mal ein Pfirsich oder eine Birne kaputt ohne dass ich es gleich merke und sifft vor sich hin 😉
      Stimmt, das Gewicht ist nicht ohne, aber nich nehme sie auch nicht großartig vom Herd oder versuche Pfannkuchen in der Luft zu wenden. Insofern geht es dann wieder.
      LG
      SvL

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