Schulgeschichten

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Heute mal wieder eine lose Abfolge von Anekdötchen aus der Schule. Ich muss es einfach niederschreiben, weil es manchmal nur zum niederknien ist und man diese kleinen Begebenheiten sonst so schnell vergisst. Reimt sich auch noch…

Schwimmen. Hatten wir ja neulich schon mal. Wir erinnern uns, die burschikose Schwimm- und Sportlehrerin, die kein Problem damit hat, Kindern auch schon mal eine kalte Dusche zu verpassen. Aktuell war’s beim letzten Schwimmen ein zartes Mädchen, was es erwischt hat. Dieses Mal nicht mit der kalten Dusche, sondern ganz anders.

Die Kids mussten wohl im Becken mit irgendeiner Matte schwimmen, vielleicht auch ein Schwimmbrett. Ich weiß es nicht genau. Aber von diesen Accessoires waren nicht genug Teile da, so dass mindestens ein Mädchen keines von den Hilfsmitteln abbekam und dann einfach am Beckenrand saß und die Füße im Wasser baumeln ließ.

Auf einmal fand sich das Mädchen mirnix dirnix im Wasser wieder. Ganz unverhofft kommt oft möchte man meinen, man traut es auch den bösen Buben zu, die einen hinterrücks ins Wasser schubsen. Aber nein, es war Frau Sportlehrerin persönlich, die das Kind einfach vom selbigen unerwartet ins Wasser beförderte. Dummerweise schwamm genau zu diesem Zeitpunkt auch noch ein anderes Kind vorbei, so dass das zarte Mädchen – kaum war es wieder aufgetaucht und der Schreck erst richtig bewusst – gleich wieder eine Hand ins Gesicht und einen Schwall Wasser in den Mund bekam. Moderne Pädagogik? Mitnichten! Erinnert mich an China-Drill und Schulpädagogik vor 1970.

Anderes Geschichtchen. Es finden für die Kids immer im Turnus von 8 Schulwochen bestimmte Projekte statt, deren Teilnehmer altersübergreifend aus den Klassen zwei bis vier stammen. So zum Beispiel Handarbeiten, Kunst oder Kochen.

Zu letzterem ist jetzt vor einigen Wochen mein Kind eingeteilt worden. Normalerweise sind diese Projekte immer kostenlos, es gehört ja auch irgendwie zum Unterricht. Für das Kochen jedoch werden 10 Euro fällig, dafür, dass man Material kaufen muss. Wie zum Beispiel Zutaten für die Gerichte, Putzmittel und Pappteller. Im Prinzip ist das in Ordnung.

Nur dann nicht, wenn man sieht, was die Kinder für die 10 Euro „kochen“. Da wird zum Beispiel Pizza gemacht. Mit 1 kg Mehl, etwa Hefe, Wasser und bißchen Salz kommt man weit. Da können sich 10 Kinder auf jeden Fall ihre untertassengroße Minipizza backen. Noch ein wenig Belag drauf, von allem nur das günstigste und wir haben 10 Kinder mit selbstgebackener Pizza für insgesamt vielleicht vier oder fünf Euro glücklich gemacht.

Anderes Gericht aus dem Kochen ist zum Beispiel Toast, der belegt wird. Hauchdünn und billigst. Materialkosten für die Kids insgesamt maximal auch vier Euro, mehr kann das nicht sein. Mit anderen Worten, der Betrag von 10 Euro pro Kind dürfte maßlos übertrieben sein im Vergleich zu dem, was hier gekocht wird.

Das hört sich jetzt für den einen oder anderen sicherlich sehr korinthenkackermäßig an, aber selbst wenn ich nur 10 Euro ausgebe, erwarte ich einen bestimmten Gegenwert. Sonst könnte ich den Schein ja auch nehmen und direkt in die Tonne werfen. Auch ärgert mich im Hinblick auf dieses Kochprojekt, dass hier so hochtrabende Themen wie gesunde Ernährung und Hygiene auf dem Programm stehen, diese jedoch in keinerlei Einklang mit den zubereiteten Gerichten stehen oder dem vermittelten Eindruck. Auch die Hygiene nicht, das merkt selbst meine Tochter, die stets anzweifelt, wie die Lehrerin das rüberbringen möchte, wenn sie selbst leicht filzig daher kommt und grundsätzlich eine naturbelassene Aura verströmt…

Und zu guter Letzt wunderte ich mich die Tage, dass ich anfange mich bei den Müttern anderer Kinder dafür zu entschuldigen, dass mein Kind wesentlich bessere Noten in bestimmten Tests geschrieben hat. Das gibt mir außerordentlich zu denken und scheint auch anderen Müttern manchmal so zu gehen…

1 Kommentar

  1. kann ich mir vorstellen, wir haben damals in der schule so Gerichte wie *Ei im Würstkörbchen* "gekocht", später auf der hauswirtschaftlichen Schule war es dann wirkliches Kochen. Und wir mussten NICHTS zahlen.

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