Zweimal Frauenkirche mit Semperoper, bitte

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Zur Zeit packt mich so ein klein wenig die Reiselust. Wenn nur das Wetter ein bisschen freundlicher wäre und sich mal endlich so langsam der Frühling bemerkbar machen würde, dann hätte ich schon längst die Koffer gepackt und wäre für ein paar Tage irgendwohin geflogen.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt in Dresden war. Es war jedenfalls noch zu DM-Zeiten – ja wir haben die Vor-Euro- und Nach-Euro-Zeitrechnung – und es war noch nicht alles soweit hergerichtet, dass es für Touristen zugänglich gewesen wäre. Ich erinnere mich an eine Frauenkirche, die noch voll in den Renovierungsarbeiten steckte. Und ich erinnere mich daran, dass wir gerne in die Semperoper gegangen wären, aber diese aus irgendeinem Grunde geschlossen hatte. Wasserschaden, wenn mich nicht alles täuscht.

Kirche im Twilight
Frauenkirche Dresden


Am liebsten würde ich jetzt oder vielleicht im Mai, wenn das Wetter wirklich frostfrei ist, ein Ticket zum Flughafen Dresden last minute buchen und dann in einem schönen Hotel in der Dresdner Innenstadt ein Zimmer nehmen, zusammen mit meiner mittlerweile großen Tochter, und anschließend Dresden unsicher machen. Na gut, so groß ist sie nun auch wieder nicht, dass wir das Dresdner Nachtleben auskundschaften könnten, aber sie wäre jetzt endlich soweit, um sie mal in die Oper schleppen zu können.

Ich habe gerade den Spielplan der Semperoper studiert und ein paar Stücke entdeckt, die ich mir auch fürs Kind interessant vorstellen könnte. Zum Beispiel „Romeo und Julia“ als Ballett, da sie zur Zeit sowieso ballettbesessen ist. Oder „La Bohème“, eine meiner Lieblingsopern, die ich eine Zeitlang in Dauerschleife gehört habe. Wenn man die Story vorher dem Kind entsprechend erzählt, dürfte auch diese Oper von Giacomo Puccini einen ganzen Abend lang fesselnd sein. Wer James Bond toll findet, darf auch italienische Opern spannend finden…

Opernhaus im Elbflorenz
Semperoper Dresden

Und ich könnte mir gut vorstellen, dass meine Tochter begeistert vom Elbflorenz wäre. Sie mag alles was nach schlossähnlichen Bauten aussieht und nur so strotzt vor barocken oder klassizistischen Verzierungen. Entlang des Terrassenufers würden wir flanieren und für Dresden typische Fotos zur goldenen Stunde knipsen, dann wenn die Sonne schon den Untergang vorbereitet und alles in ein warmes, goldenes Licht taucht. Ich kann mich noch erinnern, dass wir genau dort ein ganz süßes Café fanden, wo man in antikem Interieur saß, welches auf Wunsch auch verkauft wurde. Ob dieser Laden noch existiert weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, wir würden auch andere nette Lokalitäten ausfindig machen.

Jetzt hoffen wir mal, dass der Frühling bald und vor allem endgültig einkehrt, damit wir vielleicht im Mai so ein verlängertes Wochenende im sächsischen Florenz verbringen können. Ob ich meine Tochter dann wohl auch in eine mehrstündige Wagneroper schleppen könnten? Ich glaub’s kaum…

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