Preisverdächtige Ostereierfärbungen

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Gleich mal vorweg: Ich will mich ja nicht loben, weil Eigenlob soll ja angeblich stinken. Aber ich muss hier mal ganz objektiv sagen, dass ich heute eine Meisterleistung beim Eierfärben vollbracht habe, die mir mindestens den Titel des Internationalen Ostereierfärbespezialisten bringen sollte. Die Ergebnisse von heute verblüffen selbst ausgebuffte Profis!

Eiernest 2.0 nach Art des DIY und Lifestyle Bloggers

Der eine oder die andere Leserin weiß ja mittlerweile um meine sagenhaften Kartoffeleier und deren Entstehungsgeschichte. In Kurzform: man kaufe braune BIO-Eier und marmoriere diese mit Rot- und Gelbtönen. Das Ergebnis ist verblüffend und sieht Kartoffeln zum Verweschseln ähnlich. Wer’s nicht glaubt guckt hier.

Zwiebelschalen sind der Klassiker bei natürlichen Eierfarben

So. Das mit den braunen Eiern und den hellen Farben wissen wir ja jetzt, vor allem wie das dann hinterher raus kommt. Dieses Jahr war ich schlauer und holte auf dem Wochenmarkt zwanzig WEISSE Eier. Das doofe ist nur, die weißen Eier gibt es 1. so gut wie gar nicht mehr (als ich Kind war gab’s nur weiße Eier) und 2. konnte ich bei den weißen Eiern keine BIO-Eier entdecken, noch nicht einmal aus China stammende BIO-Beschiss-Eier. Also kaufte ich die mit der Klassifizierung 2, was soviel bedeutet wie Bodenhaltung. Tja, aber noch nichtmal an der frischen Luft waren die armen Hühner. Das schmerzt natürlich mein Gewissen, aber was will man machen!? Ostern ist nur einmal im Jahr und wenigstens wollte ich dieses Jahr mal Farben, die genauso aussehen, wie ich sie mir vorstelle. Auf weißem Grund kommen die Farben einfach unverfälscht heraus und nicht mit einem erdigen Braunstich.

Also machte ich mich heute morgen an die Eierfärberei. Ich hatte mir das so vorgestellt, dass ich immer fünf Eier in eine Farbe tunke, dann hätten wir insgesamt vier verschiedene Farben. Irgendein Stimmchen flüsterte mir auch noch dieses Mal ein, dass wir vielleicht mal keine Farben von BASF nehmen, sondern wenn die Eier schon nicht BIO sind, dann wenigstens bei den Farben reine Natur bevorzugen.

Ein Ei ist nicht vom Huhn. Welches?

Schließlich weiß man ja, dass man mit Tee, Spinat, roter Beete oder Zwiebelschalen auch wunderbar herrliche Eier färben kann. Ich meine, die Mütter in der Steinzeit hatten ja schließlich auch noch keine fertigen Marmoriersets zur Verfügung und haben ihre Eierfarben bestimmt auch aus giftigen Beeren und Blättern gemacht.

Verblüffend! Eines der beiden Eier hat eine zweifache Färbung hinter sich und war ursprünglich weiß

Ja, die erste Garnitur färbte ich mit grünem Tee. Ich stellte mir auf den weißen Eierschalen eine wunderschöne hellgrüne zarte Färung vor. Also die Eier mitsamt Essig, Wasser und fünf Teebeuteln gekocht, mindestens 10 Minuten, bis das Dotter furztrocken war. Die Brühe schimmerte leicht grüngelb, ich hievte mit dem Esslöffel ein Ei zur Kontrolle raus und sah gleich, dass man hier noch nachfärben musste. Also zwei Teelöffel Kurkuma reingehauen und weitere 10 Minuten gekocht. Das Dotter dürfte mittlerweile nicht nur absolut keimfrei sein, sondern auch einen blaugrauen Schimmer haben. Und siehe da, die Farbe der Eier war ein angenehmes Gelb irgendwo zwischen Curry und Kadmiumgelb. Also richtig gesund!

Indische Eier

Damit die Eier noch einen schönen Glanz bekommen, habe ich sie mit Kokosöl eingecremt. Damit riechen sie auch noch ziemlich exotisch nach indischem Gewürz und tropischer Kokosnuss. Wunderschön!

Die nächste Garnitur kochte ich in Roiboostee mit leichter Vanillenote. Ich stellte mir eine ziemlich satte braunrote Färbung vor. Was dabei herauskam war eine täuschend echte Färbung wie die natürlich braunen Eier. Sagenhaft! Das muss mir erstmal einer nachmachen! Echte braune BIO-Eier fälschen – der Wahnsinn!

Gefälschte braune BIO-Eier, nicht aus China

Bei der dritten Lage Eier erhoffte ich mir ein zartes Rosa, da ich diese in einem Tee färbte, der normalerweise in der Tasse so richtig satt rot schimmert und verdammt sauer schmeckt. Merkt ihr was? Diese Aktion war gleichzeitig die willkommene Möglichkeit, mal ein wenig unter meinen Beuteltees aufzuräumen. Aber das nur am Rande. Ja, mit dem Rosa wurde es nichts. Dafür sahen die Eier dann irgendwie leicht versteinert aus, fast wie ausgegrabene Dino-Eier. Komischerweise holte ich aus jeder Färbung zwei oder drei Eier mit Sprüngen. Diejenigen, die wirklich auffällige Sprünge in der Schüssel hatten, habe ich gleich zum Verzehr freigegeben. Die anderen mit dem leichten Craquelé Effekt salbte ich ein mit Kokosöl und bewahrte sie für morgen auf.

Versteinerte Dino-Eier

Spätestens beim rotsauren Tee hatte ich die Schnauze Nase gestrichen voll von diesen ätherisch anmutenden Naturfarben und ich griff in die Chemiekiste. Schließlich habe ich noch einige Packungen mit Farbresten von den vergangenen Osterfesten. Also rührte ich grüne und blaue Farbe an und machte noch ein paar außergewöhnliche Eier im Stile einer Billardkugel, die farblich entfernt an Jugendstilbadeanstalten im Orient erinnern, wahlweise römische Badeanstalten.

Eier nach Art einer römischen Badeanstalt – Teil 1

Die letzte Garnitur Eier färbte ich dann mit Zwiebelschalen, der Klassiker überhaupt. Ich hatte gestern extra die Schalen der roten und gelben Zwiebeln aufgehoben und kochte in diesem Sud dann die weißen Eier. Auch hier war die Farbe wieder verblüffend ähnlich den gekauften braunen Eiern. Also tauchte ich auch diese Eier wieder in einem Bad aus Chemikalien und färbte diese sozusagen doppelt.

Ostereier nach Art der römischen Badeanstalt – Teil 2

Ich bin jedenfalls nach der heutigen Färbeaktion überzeugt, dass mir das so schnell keiner nachmachen kann. Weiße Eier so einzufärben, dass sie täuschend echt aussehen wie braune BIO-Eier oder wie versteinerte Dino-Eier oder wie antike Badeanstalten-Eier – das mache mal einer nach!

Für Fortgeschrittene: Finde das echte, rohe BIO-Ei

3 Kommentare

  1. Haha haha, ich habe gut gelacht – und hatte dir was voraus. Im Rahmen meines Eierartikels hatte ich schon gelesen, dass Färben mit Naturgedönse ziemlich uncool ist und keine großartigen Effekte mit sich bringt. Allerdings wusste ich da noch nichts von Dinos… 😀

  2. oh ja, dieses jahr haben sich meine mom und ich uns dazu entschlossen eier in Zwiebelschalen zu färben. zum glück sage ich nur. langsam finde ich die ganze chemie in lebensmitteln nicht lustig und von zwiebelschalen bekommen die eier auch eine schöne färbung:)
    gesund ist das ganze dann auch noch.
    toller post. ich wünsche noch schöne feiertage.

    Gruß Yui von http://73nmillion.blogspot.de/

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