Heute das Kind und dessen Freundin vom Schwimmen abgeholt. Kaum kamen die beiden aus dem Stadtbad, raunte mir das Kind bereits zu, dass es mir etwas sagen müsse.

Vor der Tür auf dem Vorplatz hielten wir kurz an und ich ließ mir erzählen, was so wichtig war. Mit dem überzeugten Brustton der Entrüstung erzählte mir die Tochter, dass die Schwimmlehrerin sie mit eiskaltem Wasser abgeduscht habe, so dass sie zitternd unter der Dusche stand und die Lehrerin sie außerdem gegen den Föhn geschubst habe. Die Freundin bestätigte es heftig nickend und mit entsprechenden Kommentaren.


Glücklicherweise kam dann auch gleich die Schwimmlehrerin raus. Ich sprach sie an mit „Frau XYZ?“, sie antwortete brav mit „Ja!“. Kein Gruß meinerseits, sondern gleich die Konfrontation in einem sachlich, scharfen Ton mit den mir vorgetragenen Vorwürfen.

Dann hätte man sie mal filmen müssen. Sie bezichtigte meine Tochter der Lüge, echauffierte sich, wunderte sich angeblich selbst über das kalte Wasser und sie hätte es gerne wärmer eingestellt, aber das Kind hätte behauptet zu schwitzen. Außerdem habe sie sie nicht absichtlich gegen den Föhn geschubst. Aha. Ob absichtlich oder unabsichtlich ist mir eigentlich egal. Was zählt ist das Ergebnis.

Frau Schwimmlehrerin redete ohne Unterlass und mir ging dauernd der Spruch im Kopf rum „Getroffene Hunde bellen“ – komisch, weiß auch nicht warum. Jedenfalls untersagte ich ihr, meine Tochter zu duschen, da diese das sehr wohl ganz alleine kann und wenn ein paar Schaumkrönchen vom Shampoo noch auf dem Haupt blühen, dann kann das der Frau Schwimmlehrerin ja herzlich egal sein. Es berechtigt sie jedenfalls nicht, mein Kind kalt abzuduschen oder gegen den Föhn zu schubsen.

Ganz besonders bemerkenswert fand ich eine Aussage ihrerseits, nachdem sie behauptet hatte, meine Tochter würde nicht die Wahrheit sagen und ich ihr entgegnete, es gäbe meist zwei Wahrheiten: „Aber ich mache doch so etwas nicht, ich bin doch die Lehrerin!“ – ja, genau deswegen wollen wir auch mal etwas genauer hinschauen, oder!? Man hat ja in den letzten Jahren öfters  etwas gehört über LehrerInnen, sogar über Priester und Konsorten. Diesen Teil dachte ich nur, sagte ihr aber, dass auch Lehrer nur Menschen seien.

Letztlich ließ sie uns dann grußlos stehen und marschierte von dannen. Dass ich hier jetzt einen genaueren Blick drauf haben werde, dürfte auch ihr klar sein. Was sie vielleicht noch nicht weiß, ist, dass nicht alle wirklich zufrieden mit ihrem Auftreten als Sport- und Schwimmlehrerin sind. Da wird sicherlich noch ein Wort geredet werden müssen…

  

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