Die jüngsten Ereignisse mit galoppierender Lasagne, BIO-Betrugs-Eiern oder immer wieder auftauchendenden Gammelfleischskandalwürstchen haben es mal wieder geschafft, mein Einkaufsverhalten nachhaltig zu verändern.

Abgesehen davon, dass ich sowieso keine fleischhaltigen Fertiggerichte kaufe, weil mir schon immer die Idee von verarbeiteten Katzen, Hunden, Pferden oder Mitarbeitern im Hinterkopf herumspukte, habe ich mittlerweile auch noch Probleme, passende Nahrungsmittel aus dem zwar vegetarischen aber nicht unbedingt veganen Bereich zu finden.


Küchen-Blogparade bei KüchenAtlas: Lebensmittel EinkaufenWenn man nun nicht einmal mehr dem BIO-Siegel auf der Eierpackung trauen kann – gut, das hätte man sich schon länger denken können, dass bei diesem Aufkommen an BIO-Ware die Qualität nicht astrein sein kann – dann wird es essenstechnisch irgendwann richtig eng.

Vielleicht doch vegan ernähren? Aber leider schmeckt mir eigentlich Fleisch, wenn es gut ist und wenn ich mir sicher sein kann, dass es nicht aus miserabler Fleischzucht stammt oder durch die halbe Welt gekarrt wurde, bis es dann beim deutschen Endverbraucher auf dem Teller landet. Deswegen kaufe ich derzeit Fleisch nur noch dort, wo ich mir ziemlich sicher bin, dass die Tiere würdig gehalten wurden und der Bauer seine Ferkel auch beim Namen nennen konnte. Es gibt hier einen Direktvermarkter, der monatlich aus dem Hohenlohischen nach Stuttgart fährt, dessen Hof man schon in Augenschein genommen hat und der Fleisch und Wurst aus eigener Schlachtung und Herstellung anbietet.

Ich muss nicht täglich Fleisch auf dem Teller haben, auch nicht unbedingt einmal in der Woche. Aber hin und wieder schon. Deswegen reicht mir eigentlich ein monatlicher Einkauf auf Vorrat, nicht zuviel, aber auch ein wenig für den roten Gefrierschrank.

Mein Einkaufsverhalten hat sich mittlerweile auch dahin gehend geändert, dass ich so wenig wie möglich verarbeitete Lebensmittel kaufe und so viel wie möglich Grundnahrungsmittel bzw. frische Sachen wie Obst und Gemüse. Speziell bei Obst und Gemüse habe ich mir inzwischen angewöhnt mit der Nase einzukaufen. Nur was wirklich gut riecht wird auch mitgenommen.

Ich schnuppere wirklich jeden Apfel, jede Fenchelknolle, die Kartoffeln und die Tomaten an, auch Kräutersträußchen und überhaupt alles, was frisch und offen angeboten wird. Je nachdem wo man einkauft, kann einen das schon vor absoluten Fehlgriffen bewahren. Wie oft habe ich Äpfel wieder weg gelegt, weil sie nach einer Mischung aus Moder und Leder stanken und absolut keinen Apfelgeruch an sich hatten. Das waren dann übrigens meistens Äpfel aus dem Supermarkt, wobei die Äpfel im Supermarkt nicht zwangsläufig immer übel riechen müssen.

Auch auf dem Gemüsemarkt, wo man eigentlich hofft nur allerfrischeste Ware zu bekommen, habe ich schon Petersiliensträuße dankend abgelehnt, weil sie nach modrigem Wasser rochen. Warum? Ich nehme an das kommt daher, weil die Marktbeschicker ihre Ware immer nass sprühen und vermutlich das Wasser in den Sprühflaschen mitunter schon ein paar Wochen älter ist. Diese Bakterienzucht können sie dann meinetwegen selber behalten, aber ich möchte mir den Salat nicht mit einer Legionellenpetersilie garnieren!

Mittlerweile habe ich recht gut herausgefunden, wo bei den einzelnen Obst- und Gemüsesorten die Schwachstellen sind und wo man gezielt hinschauen muss um zu entdecken, ob der Paprikaschote schon ein Bart wächst oder ob die Fenchelknollen augrund von gesammeltem Brackwasser im inneren vermutlich nach dem Verzehr zu Diarrhöe führen.

Am liebsten wäre mir mittlerweile, das Zeug direkt beim Bauern auf dem Land einzukaufen oder noch besser selbst anzubauen. Nur, wie soll ich das auf dem Balkon bewerkstelligen? Außer ein paar Kräuter oder Tomätchen geht da nicht viel!

Deswegen wird das Einkaufen eben auch weiter für mich zur detektivischen Meisterleistung, die mich dank meines noch vorhanden Spürsinns meistens davor bewahrt, verschimmelte, verfaulte oder sonstwie verdorbene Sachen mit nachhause zu nehmen, denen man den Verfall auf den ersten Blick nicht unbedingt ansieht.

Übrigens ist genau das auch ein Grund, warum für mich Obst- und Gemüseboxen ziemlich reizlos sind. Ich muss das Zeug vor dem Kaufen wahrnehmen können und es sollte wirklich absolut frisch sein!

Warum ich jetzt hier so lange übers Einkaufen geschwafelt habe? Ganz einfach, bei Küchen Atlas findet die 17. Blogparade zum Thema „Einkaufen“ statt!

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