Das Highlight des Tages war heute eigentlich das Abendessen. So im großen und ganzen gab es tagsüber nicht viele außerordentliche Vorkommnisse, über die zu berichten es sich gelohnt hätte. Außer vielleicht, dass ich heute morgen ganz früh zwischen 3:00 Uhr und 5:30 Uhr eine Schlafpause eingelegt habe. Man braucht schließlich auch manchmal ein bißchen Abwechslung beim Schlafen.

Also habe ich, nachdem ich bemerkt hatte, dass Weiterschlafen nicht geht, mich aufgerafft und mich ins kalte Büro gesetzt und in eine warme Decke gehüllt. PC wurde unverzüglich angeschaltet, gecheckt, was nachts so an wichtigen Mails kam und wer sich noch in Facebook rumtreibt.

Dann fiel mir ein, dass irgendjemand den TV-Tipp gepostet hatte mit der Doku über die Yakuza auf Arte.TV. Also flugs das Video gesucht und mir 88 Minuten über die japanische Mafia reingezogen. War hochinteressant, vor allem die Diskrepanz zwischen Brutalität und Etikette. Vermutlich verbeugen die sich noch zehnmal bevor sie ihr Opfer abknallen. Trotzdem war’s interessant und ich konnte – wenn auch aus der Ferne – mal wieder einen Blick nach Tokio werfen, zumal genau in dem Viertel (Shinjuku) in dem ich damals mein Hotel hatte, die Konzentration der Yakuza mit am höchsten in Tokio sein soll. Ich war damals übrigens keineswegs in einer billigen Absteige, sondern im Hilton untergebracht…

Diese Doku blieb jedenfalls den ganzen Tag in meinen Gehirnwindungen hängen und beeinflusste dann auch nachhaltig unser Abendessen. Weil ich Vitamine zur Zeit so dringend nötig habe und auch nur noch Lust auf frische Salate und Kräuter habe, gab es einen gemischten Salat nach Art der deutschen Ndrangheta.


Zutaten waren drei Romana-Salatherzen, ein Bund Radiesschen (die sich abtrünnige Mafiosi dann von unten anschauen dürften), eine Knolle Finocchio, 1 rote Paprika, kleingehackte Petersilie, Salz, Olivenöl, Aceto und einen Schuss steirisches Kürbiskernöl für den KuK-Zweig der Patenonkels.

Zum Salat, quasi als Hauptgericht, improvisierte ich etwas im Wok. Frei Schnauze nach Art des Yakuza-Chefs Takeyama-San mit marinierten Lachswürfeln statt kleiner Fingerstückchen.

Hierzu gab ich in den Wok erstmal eine Portion Ghee, dann eine geschnittene Zwiebel drauf (halbmondförmige Teile), kurz andünsten, nach außen schieben, dann den geschnittenen Lauch, gleiches Spiel, anschließend gewürfelte Paprika und eine Zehe Knoblauch (zerhackt natürlich).

Dann den marinierten Lachs, der in Würfel geschnitten wurde und ca. 30 Minuten in einer Marinade aus japanischer Soyasauce, Ingwer, Chilli, Honig und Sake oder trockenem Sherry dümpelte, dazugeben und kurz mit anbraten.

Anschließend Wok-Nudeln darüber geben, einen ordentlichen Schuss heißes Wasser drauf und unter ständigem Rühren in 3-5 Minuten fertig garen. Gleich servieren und itadakimasu!

Das Rezept ist zwar keineswegs authentische japanische Küche, aber entstand unter dem Einfluss von Sake dem Film heute nacht über die Yakuza. Geschmeckt hat es trotzdem!

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