Weil eine Freundin einen Teil ihres Bewegungsapparates zur Reparatur geben musste, versorge ich zusammen mit anderen ihrer Freundinnen im Schichtwechsel die zuhause gebliebenen Stubentiger.

Wir hatten vor ein paar Wochen schon einmal die Gelegenheit uns ausgiebig kennen zu lernen und offensichtlich erinnerten sich die beiden Kater noch an mich, denn der Empfang heute war umwerfend!


Beide standen heute morgen natürlich direkt hinter der Wohnungstür, als ich aufschloss um den zweien ein wenig Gesellschaft zu leisten und sie natürlich auch mit frisch gefangenen Mäusen zu versorgen.

Im Duett wurde ich zweistimmig angegurrt, man warf sich sogleich an meine Waden und polierte meine Stiefelschäfte auf Hochglanz. Nachdem ich meine Jacke abgelegt hatte, streichelte ich erstmal ausgiebig Kater – und zwar beide – was mich doch etwas wunderte, weil einer von den beiden eher etwas distanziert und vornehm zurückhaltend gegenüber denjenigen ist, die nicht zur direkten Linie gehören.

Nach der Streichelorgie feierten wir dann die Fressorgie und genossen Hühnchen mit Lachs und Knusperzeug und dazu einen guten Jahrgang vom Gänsewein. Aber irgendwie sind die zwei Biester schleckig oder ihnen war vielleicht nicht nach Fisch und Geflügel – keine Ahnung. Vom Vorabend war auch noch Futter da, was ich dann erstmal entsorgte. Wer mag schon gerne so abgestandenes Zeug… sie werden schon wissen, wieviel sie essen wollen und verhungert sehen sie definitiv nicht aus.

Nach dem Futter dann eine Runde moderates Spielen mit der Lasermaus, allerdings nicht so, dass ihnen der Lachs wieder aus dem Hals hüpft und das Hühnchen dazu gackert, sondern einfach nur im gemäßigten Dauerlauf die längste Strecke von der Flurwand bis zum Wohnzimmerfenster durch die Gegend gejagt.

Irgendwann warf sich dann der einfarbige Kater schmissig auf den Rücken und schaute mich herausfordernd an. Allerdings nicht lange, bin schließlich nicht schwer von Begriff, und er ließ sich von mir minutenlang den Kessel Bauch kraulen. Einen größeren Vertrauensbeweis gibt es ja fast gar nicht! Nur irgendwann bekam ich es mit der Angst zu tun, da ich bereits Geschichten über ihn gehört hatte, die auf eine hin und wieder unkontrollierte Flatulenz schließen lassen. Deswegen hörte ich mit der Bauchpinselei auf bevor sich ein Lüftchen lockern wollte.

Als ich mich von dannen schleichen wollte, lockte ich die Katerchen noch mit der Lasermaus ins Wohnzimmer, um dann schnell und fluchtartig die Wohnung zu verlassen, bevor einer von den beiden auf die dumme Idee kommt, mir mir zusammen die Wohnungstür zu durchschreiten.

Die Freundin, der die Katzen gehören, dürfte wohl schon in der Bearbeitung sein. Vielleicht liest sie das dann, sobald sie wieder lesen kann. Ich soll ihr jedenfalls von ihren zwei Rabauken alles Gute und vor allem schnelle Besserung wünschen! Meowwww…

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