Feijoada – schöner essen auf brasilianisch

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Vor ein paar Tagen waren wir bei meiner Freundin aus Brasilien eingeladen. Wir kennen uns schon seit unsere beiden Töchter sechs Monate alt waren dank der gemeinsamen Krabbelgruppe, die wir besuchten. Deswegen ist ihre Tochter nicht nur die erste sondern auch die „längste“ Freundin meiner Tochter.


Während die Kinder spielten, begann sie zu kochen. Es sollte eine Feijoada geben, das Nationalgericht aus Brasilien, dessen Name ich zwar dank ihr schon öfter gehört habe, aber nicht wirklich etwas damit anfangen konnte. Dieses Essen wird gerne zu besonderen Gelegenheiten serviert und ich verstehe jetzt auch warum. Es ist nämlich ziemlich aufwändig zuzubereiten, aber es hat auch wirklich sehr gut geschmeckt.

Deswegen habe ich versucht, das Essen zuhause nachzubasteln. Allerdings in einer ziemlich abgespeckten Form und lange nicht mit so vielen Beilagen, wie ich es bei meiner brasilianischen Freundin serviert bekommen habe.

Die Hindernisse für mich beim Nachbauen waren schon mal die, dass ich warenkundlich keine Ahnung hatte, wie eine frische Manioka von außen aussieht und deswegen davon die Finger gelassen habe. Außerdem gibt es die für dieses Gericht benötigten schwarzen Bohnen auch nicht in jedem Laden um die Ecke, sondern entweder in Bio- oder Reformhäusern oder aber zum Beispiel in unserer Stuttgarter Markthalle. Für eine Komponente, nämlich für die Farofa, hätte ich Maniokmehl benötigt, bekam aber stattdessen Tapiokamehl, was etwas zu fein und deswegen vom Geschmack her zu mehlig war.

Ich habe heute versucht dieses Essen nachzukochen, indem ich zum einen ein Rezept aus einem südamerikanischen Kochbuch als Inspiration nutzte, zum anderen auch das, was ich noch von meiner Freundin aufgeschnappt hatte, eben einfach ein bißchen experimentiert und probiert.

Das Ergebnis war nicht schlecht, aber das Original war besser. Komisch, oder!? Dabei habe ich es doch heute das erste Mal zubereitet…

Besonders die schwarzen Bohnen verlangten viel Aufmerksamkeit. Ich habe sie schon gestern abend unter Wasser gesetzt, damit sie aufweichen und heute durfte ich sie noch zweieinhalb Stunden weich kochen. Das sah aus wie ein Hexenbrei – sagte zumindest mein Töchterlein. Irgendwie hatte sie aber recht, zumal sich das Bohnenwasser dann auch noch in einem unbeobachteten Moment explosionsartig an die Wand schmiss…


Insgesamt hat aber auch meine Sparversion der Feijoada ganz gut geschmeckt, auch wenn sie nicht an das Original heran kam. Aber das lag vielleicht auch daran, dass ich die schwarzen Bohnen komplett ohne Fleisch oder gepökelte Würstchen zubereitet habe.

Dagegen habe ich eine kleingeschnittene dicke Scheibe durchwachsenen Bauchspeck von einem mir namentlich bekannten Schwein in die Farofa gerührt, was dem Ganzen dann wieder einen deftigeren Geschmack gegeben hat.

Hört sich alles sehr kompliziert an, oder!? Aber keine Angst, brasilianisch kochen kann man auch lernen! Für alle im Raum Stuttgart/Ludwigsburg gäbe es jetzt noch kurzfristig die Gelegenheit, an einem Kochkurs unter der Leitung meiner Freundin teilzunehmen. Da wird dann nicht nur die Sparversion gekocht, sondern ein richtig tolles brasilianische Menü! Das hebt bei diesem Wetter garantiert die Laune!

Also, wer Lust hat, sollte sich ganz schnell mal hier bei der VHS Korntal-Münchingen anmelden. Die Plätze sind begrenzt und am 25. Februar steigt bereits der Kurs! Der nächste Kurs – habe ich mir sagen lassen – findet erst wieder im Oktober statt.

6 Kommentare

  1. Wow, schade dass ich nicht im Stuttgarter Raum wohne; der Kurs wäre sicher interessant gewesen. Was ne Sauerei in deiner Küche 😉 Aber egal, hauptsache es hat geschmeckt.

    LG Romy

    • Die Sauerei kam daher, dass ich die Bohnen mit dem Wasser, dem Topf und der Gasflamme alleine ließ und mich voll und ganz auf den Küchenwecker verlassen wollte… während ich also in aller Seelenruhe die neuesten FB-Einträge las, kochte bei den schwarzen Bohnen eben das Wasser über…

  2. Hallöchen, wow das sauber machen hat bestimmt spass gemacht 🙂 Hach was liebe ich sowas, mir passiert sowas grundsätzlich bei Reis. Online düftest du das Maniokmehl erhalten, dufte mal Maniokchips testen, waren total interessant, LG Desiree

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