Heute war ich selbstverständlich wieder bei meinen Pflegekindernkatzen und habe sie ein wenig bespaßt, bespielt und betütelt. Man erwartet mich täglich sehnlichst, indem man bereits hinter der Wohnungstür lauert, sobald ich wohl unten im Hausflur den Briefkasten geöffnet oder die ersten Stufen der Treppe hinauf gegangen bin.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die beiden Kater genau wissen, wer da jetzt hochmarschiert und was sie dann zu erwarten haben. Heute und gestern habe ich mal die Reihenfolge der Tätigkeiten geändert, die ich während meiner Stippvisite immer ausführe.

Die Futterschüsseln lasse ich jetzt erst einmal links liegen und gehe stattdessen auf eine ausgiebige Schmuserunde ins Wohnzimmer und lasse mich von den beiden Katern anrempeln, vollquatschen und zum Spielen auffordern.

Ich bin wirklich erstaunt, wie gut die zwei sprechen können. Hier scheint mir der sonnenfarbene sogar mehr Talent zur Sprache zu haben, als der novembrige, auch wenn dieser wiederum derjenige ist, der bis zum Umfallen schmusen kann.

Der Sonnenkater blickte mich auch heute wieder unentwegt an. Sobald ich seinen Blick erwiderte, blinzelte er freundlich. Er wollte, dass ich die Show mit der Lasermaus abziehe. Also sprang er auf den Couchtisch und tätschelte die darauf liegende Maus so lange, bis sie über die Kante auf den Boden fiel.

Er sprang hinterher, platzierte sich hinter die Maus und hypnotisierte mich, während ich mich blöd stellte und in Dauerschleife fragte, was er denn wolle. Der schlaue Kater verstand sofort, dass ich schwer von Begriff war und schubste mir in kleinen Schrittchen die Maus entgegen, bis ich sie bequem vom Sofa aus aufheben konnte. Dann ging natürlich wieder die Post ab.

Die Kater steppten abwechselnd wie Fred Astaire und Ginger Rogers quer durch die Wohnung und jagten dem immateriellen roten Punkt hinterher, bis sie irgendwann mal total erledigt auf die Seite fielen und eine Weile synchron hechelten wie im Geburtsvorbereitungskurs.

Für mich der richtige Zeitpunkt um mich um die Raubtierfütterung zu kümmern. Schüsseln gesäubert, Wasser gewechselt und dieses Mal nur das Nassfutter hingestellt. Weil bald Ostern ist servierte ich die Sorte „Kaninchen mit Huhn“ und was sahen meine ungläubigen Äuglein!? Das Nassfutter wurde weggeschlabbert wie nix, zu zweit aus einer Schüssel und nur ein ganz kleiner Rest blieb übrig!

Danach servierte ich dann den Rest vom Futterbüffet und lockte die beiden nochmal ins Wohnzimmer. Ich gurrte in Katzensprache den Roten an und was antwortete er mir darauf?

Ganz klar und deutlich „MAMA!“

 

4 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here