Vor ein paar Tagen hatte ich abends mit meinem Kind einen Termin bei der Kinderärztin. Es muss wohl der letzte Termin des Tages gewesen sein, denn nach uns war dann keiner mehr im Wartezimmer.

Wir waren dort um ein paar Symptome abklären zu lassen, die seit einigen Wochen auftreten und die entweder ganz harmlos sein oder aber doch einen ernsteren Hintergrund haben können. Nur das ließ sich eben nicht so auf die Schnelle herausfinden, weswegen wir dann für den darauffolgenden Tag nüchtern morgens um 9 Uhr einbestellt wurden.


Das Kind nutzte aber an diesem Tag noch die Gunst der Stunde und zeigte der Ärztin den Finger, in welchem seit ungefähr Sommer ein kleiner Splitter von einer Schieferplatte  eingewachsen war. Dieser kleine Splitter war durch die Haut als graues Etwas zu erkennen und angeblich drückte er etwas unangenehm auf die Umgebung rund um den Fingernagel. Das war für mich auch der Grund, warum ich nie selbst daran herumdoktern wollte. Schließlich können Nagelbettentzündungen ganz böse werden und ich wollte das auf keine Fall verursachen.

Die Ärztin war erst der Meinung, man lässt es so wie es ist und wartet, ob sich das Ding von alleine heraus arbeitet. Das Kind aber bestand auf einen Eingriff und wollte unbedingt, dass das kleine Schieferstück entfernt wird. Also stocherte Frau Doktor mit der Nadel herum und konnte damit allerdings auch nicht das komplette Stück zutage fördern. Es wurde ein Verband mit Salbe, die einen leicht ziehenden Effekt haben sollte, angelegt. Vielleicht wandert ja das Teil von alleine nach draußen. Das Kind war währenddessen ganz tapfer und machte keinen Mucks und ließ sich sozusagen bei lebendigem Leib und ohne Betäubung operieren – so zumindest waren später die Schilderungen von Töchterlein.

Am nächsten Tag gings dann bei Schneetreiben morgens um neun Uhr ohne Frühstück wieder zur Ärztin. Dieses Mal zur Blutabnahme. Aus Solidarität ging auch ich ohne Kaffee getrunken zu haben aus dem Haus. Als wir gerade dort ankamen, begegnete uns im Wartezimmer ein etwa gleich altes Mädchen, dass verlauten ließ gerade geimpft worden zu sein. Aha, dachte ich, das sollten wir auch noch demnächst machen. Tetanus als Auffrischung ist immerhin schon seit vergangenem Sommer fällig.

Wir wurden dann auch bald ins Sprechzimmer gerufen, das Kind durfte seinen linken Arm freilegen und die Arzthelferin schritt dann auch gleich zur Tat und nahm zwei Portionen Blut ab. Töchterlein war völlig beeindruckt, wie wenig das im Gegensatz zu ihrer Vorstellung weh tat. Sie war sozusagen Superheldin, weil sie noch nicht einmal mit der Wimper gezuckt hatte.

Also sprach ich auch gleich die überfällige Tetanus-Impfung an. Ich dachte, wenn wir schon mal da sind und wenn das mit der Piekserei gerade so gut läuft, dann können wir ja auch gleich den Rest machen. Kind war einverstanden, Ärztin schaute noch kurz, ob eine akute Infektion vorliegt und gab dann grünes Licht. Also durfte die Arzthelferin gleich nochmal Hand anlegen und dieses Mal gab es eine Impfung in den linken Oberarm. Kleines Pflaster drauf und fertig waren wir!

Ich war wirklich erstaunt, wie cool sie während der ganzen Piekserei geblieben ist. Andere würden sich da wirklich fast ins Hemd machen! Im Anschluss an den Arztbesuch gingen wir dann erstmal schön frühstücken im Café Grand Planie. Wir hatten einen netten kleinen Tisch direkt am Fenster und schönen Ausblick auf den verschneiten Karlsplatz. Das haben wir beide dann auch richtig genossen.

Kaum waren wir allerdings zuhause begann das große Wehklagen. Mittlerweile hatte sich die Impfung nämlich bemerkbar gemacht und kam mit starken Muskelschmerzen daher. Töchterlein jammerte nur noch über ihren Arm, wie schlapp der sei und dass sie fast nichts mehr damit halten könne. Sie hatte solche Schmerzen im Arm, dass sie auch noch prompt anfing zu humpeln – nur um ihrem Schmerz noch mehr körperlichen Ausdruck zu verleihen.

Also durfte sie sich ins Bett kuscheln und ich fand ganz zufällig auch wieder ihren Nintendo, so dass sie sich damit von ihren Leiden ablenken konnte, die immerhin auch heute noch vorhanden waren – auch wenn nicht ganz so stark wie gestern.

Und was lernen wir aus der Geschichte? In Zukunft gibt’s die Tetanusimpfung in die Pobacke, da ist es nicht ganz so unangenehm wie im Oberarm!

  

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