Heute hatte ich vom Schwesterlein den Auftrag, in Schuhbecks Gewürzladen in Stuttgart zwei bis drei Dosen vom Frühstücksquarkgewürz zu kaufen, da sie nicht extra in die City fahren wollte.

Also führte uns unsere Route heute bei diesem Laden vorbei und bei der Gelegenheit wollte ich auch für mich gleich ein Gewürz mitnehmen, was mir neulich ausging. Ich hatte zuhause Fenchelsamen vom wilden Fenchel, handverlesen aus Italien und überaus aromatisch. Diese waren zwar von einem anderen Laden – Manufaktum für die, die es genau wissen möchten – aber ich hatte heute keine Lust bis fast zum Bahnhof runter zu gehen. Deswegen hatte ich die Idee, den Fenchel auch gleich beim Schuhbeck zu kaufen.


Zuerst haben wir EINE Dose Frühstücksquarkgewürz nach einigem Suchen und dank der Adleraugen meiner Tochter irgendwo im Regal gefunden. Gleich geschnappt, bevor es ein anderer macht. Dann bediente ich mich an der offenen Gewürztheke und füllte ein passend beschriftetes dickwandiges Papiertütchen mit dem von mir gewünschten Fenchel. Kein wilder und auch nicht handverlesen aus dem italienischen Hinterland, aber bestimmt auch nicht schlecht. Die Fenchelsamen waren schon etwas größer als die, welche ich vorher zuhause hatte.

An der Gewürztheke zur Selbstbedienung prangt jeweils gut sichtbar ein Schild, dass man mindestens zwanzig Gramm nehmen müsse nach Paragraph Soundso der deutschen Mindermengenverodnung oder wie auch immer das regelnde Blattwerk heißt.

Gut, dann schaufelte ich eben mal nach Gefühl rein und stellte dann das Tütchen auf die für die Kunden bereitgestellte Waage zur Kontrolle. Siehe da, es waren dann immerhin 27 g, die ich eingefüllt hatte. Bei Gewürzen kommt einem das schon relativ üppig vor. Der Gewichtsanzeige auf der Waage konnte ich entnehmen, dass die Tüte bereits mit 6 g abgezogen wurde, also wirklich nur das Nettogewicht ohne Verpackung.

An der Kasse dann wurde zuerst die Dose mit dem Frühstücksquarkgewürz bonniert, anschließend wog der bis zum Hals tätowierte Mitarbeiter mein Gewürztütchen und es waren bei ihm 33 g. Daraufhin fragte ich ihn, ob er die Verpackung auch mit berechnen würde, weil er sie mitgewogen habe. Ja, natürlich muss er die mitwiegen, aber die Differenz würde dann ja abgezogen werden. Soso, dachte ich, und insistierte weiter wegen dem Bruttogewicht. Ich kam mir ja fast schon wie ein Korinthenkacker vor, aber irgendwie habe ich keine Lust mich bescheißen zu lassen.

Der Angestellte hinter der Theke wog nach einigem Hin und Her nochmals, drückte irgendein Knöpfchen, und siehe da, auf einmal hatten wir das Nettogewicht von 27 g. Schön, funktioniert doch, wenn man nur will! Er murmelte irgendwas in Richtung „Komisch…“ und berechnete mir den jetzt richtigen Betrag, der immerhin 52 Cent unter dem zuerst berechneten lag.

Ich fange dann ja immer gleich an hochzurechnen, wieviel da am Tag zusammenkommt und vor allem mit den Gewürzen, die im Preis pro 100 g noch viel teurer sind als der grüne Fenchel! So wie es aussah, war das für den Angestellten gängige Praxis, das Bruttogewicht als Ausgangsbasis anzusetzen. Wer da zehn Tütchen mit Gewürzen mitnimmt, kann da locker mal eben 5 Euro mehr hinblättern – nur dafür, dass er das Zeug in Tütchen verpackt und nicht lose in die Handtasche gestreut mitnehmen darf.

Normalerweise achte ich ja nicht so darauf, was an der Kasse für ein Gewicht eingegeben wird. Ich nutze auch seltenst diese für Kunden aufgestellten Kontrollwagen in der Obst- und Gemüseabteilung vom Supermarkt. Heute war das reiner Zufall und lag nur daran, dass man eben nicht weniger als zwanzig Gramm kaufen dürfe. Wer weiß wie oft ich schon viel zu viel bezahlt habe, ohne dass ich es bemerkt hätte!

Wiegt ihr immer eure Sachen zur Kontrolle selbst? Habt ihr auch schon mal mehr berechnet bekommen, sei es beim Obst und Gemüseverkauf oder an der Wurst- oder Käsetheke? Und wie habt ihr dann reagiert?

10 KOMMENTARE

  1. Das klingt nach einer fiesen Masche. 🙂
    Aber ich habe da ehrlich gesagt noch nie selbst drauf geachtet. Okay, ich kaufe mein Obst meistens sowieso bei Kaufland und dort darf man seine Ware noch selbst wiegen und den Aufkleber draufmachen.

    • Der nächste Kaufland ist nur per Auto zu erreichen und die Supermärkte in meiner Umgebung haben mittlerweile nur noch die Kontrollwagen ohne Preiskleber. Da muss man voll und ganz dem Kassierer vertrauen, so wie auch im Gewürzladen ^^

  2. Nun,ich wiege immer das Gemüse, da ich es meist lose kaufe, bei verpackten Gemüse hatte ich meist mehr Gewicht als berechnet wurde – oder die Waagen waren falsch justiert.

  3. Mir werden bei REWE eigentlich bei fast jedem Einkauf Preise falsch berechnet bzw. die Sonderangebote nicht angerechnet, so dass ich immer den Kassenbon gegenchecke. Gestern hatte ich zum Beispiel eine Bio-Avocado, die im Angebot 79 cent kosten sollte, berechnet wurden aber 1,39 Euro für eine essreife Avocado. Als ich die Verkäuferin darauf hingewiesen habe, war sie ziemlich genervt, dass sie das zurückbuchen musste. Zu wenig wird mir hingegen nie berechnet…

    • Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters… für mich hätte er besser ausgesehen, wenn keine fetten Tattoos aus dem Hemdkragen herausgewachsen wären 😉
      Komm einfach mal nach Stuttgart und mach' dir selbst ein Bild. Im Sommer gibt es auch sehr leckeres Eis in dem Laden.

  4. Was ich absolut erschreckend finde… Fenchelsamen kosten 88 Euro pro Kilo? Ach du Heiliger…! Was rechtfertigt bitte diesen Preis? Baut den Herr Schuhbeck höchst persönlich auf seiner Küchenfensterbank an und bespricht ihn täglich?!

    • Ja, der Preis ist wirklich nicht schlecht! Dabei war Fenchelsamen noch eines von den mittelpreisigen Gewürzen, das geht durchaus noch teurer. Naja, ist wahrscheinlich sehr arbeitsintensiv, bis man jedes einzelne Samenkörnchen geerntet, angeschaut, getrocknet und in den Beutel gelegt hat ^^
      Vielleicht sollte man tatsächlich einen Fenchelsamenplantage auf dem Balkon anlegen!

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