Schon seit einiger Zeit wusste ich, dass irgendwann mal in der dritten Klasse bei meiner Tochter eine sogenannte Lesenacht stattfinden wird. Und jetzt ist dieser Termin in greifbare Nähe gerückt, nämlich so nah, dass bereits ein Elternbrief herausgegeben wurde, auf dem alles notiert war, was für die Eltern wissenswert und für die Lehrer genehmigungswürdig ist.

Die Kinder zweier Klassen werden einfach eine Nacht in ihrem Klassenzimmer verbringen. Abenteuer pur vermutlich. Mitzubringen haben sie einen Schlafsack, eine Isomatte, eine Taschenlampe, ein Lieblingsbuch, ein Brett- oder Kartenspiel und einen kleinen Beitrag in Naturalien zum Frühstück.


Sie selbst dürfen an diesem Tag abends in bequemer Kleidung und gesättigt mitsamt ihrem schweren Gepäck in der Schule antanzen. Meine Tochter freut sich selbstverständlich schon ganz doll auf diese Lesenacht und hat auch schon den Kreis der KlassenkameradInnen auserkoren, der sich um sie herum scharen darf.

Jetzt war für uns nur die Frage, woher wir einen Schlafsack nehmen. Da wir nun nicht so die Camper sind und auch selten bei Freunden übernachten, die kein Gästebett haben, hatten wir als Grundausstattung keinen Schlafsack. Wir sind auch nicht so die Bergwanderer oder Jakobswegpilgerer, die solche Sachen standardmäßig in ihrem Fundus haben dürften.

Also hieß es Schlafsack organisieren oder kaufen. In unserem privaten Umfeld gibt es leider auch keine leidenschaftlichen Camper, meistens gesellt sich eben doch gleich und gleich. Und es gibt auch keine Eltern, deren Kids einen ausgedienten Schlafsack abgeben oder verleihen könnten. Da blieb uns eben nichts anderes übrig, als einen zu kaufen, den wir vermutlich ganze dreimal nutzen werden.

So ein Schlafsackkauf ist auch nicht ohne. Erst galt es zu entscheiden, ob es ein Decken- oder ein Mumienschlafsack sein sollte. Das Kind wollte lieber einen Mumienschlafsack. Sieht irgendwie gemütlicher aus und vermittelt mehr Geborgenheit als so ein Deckenschlafsack in meist altbacken gemusterten Stoffen.

Dann entschieden wir uns dafür lieber gleich einen für Erwachsene zu kaufen, da das Kind derzeit ja mit einer Körpergröße von 147 cm gesegnet ist und nur altersmäßig der Länge noch nicht ganz hinterher kommt.

Die Farbe hatten wir auch schnell festgelegt. Dreimal dürft ihr raten, welche Farbe es sein sollte. Irgendwie habe ich so das Gefühl, wir befinden uns gerade in einer roten Phase. Nach dem roten Kühlschrank und dem roten Mülleimer und diversen Paar roten Schuhen durfte es jetzt auch ein roter Schlafsack sein.

Den muss man sich jetzt einfach in rot vorstellen oder draufklicken und direkt dort in rot anschauen.

In meinem Lieblingsonlineladen fing ich dann an zu suchen. Die teuren Dinger haben wir gleich rausgefiltert, schließlich soll das Kind weder auf dem Gletscher biwakieren noch in der Arktis in einem Tausend-Euro-Schlafsack Survival-Trainings absolvieren. Sondern es soll nur zusammen mit fast dreißig anderen Kids kuschelig auf dem Boden des Klassenzimmers nächtigen. Geht das eigentlich? Oder ist das nicht irgendwie ein Widerspruch in sich… kuschelig auf dem Boden des Klassenzimmers…

Dieser Black Canyon Mumien Schlafsack Alaska ist es dann geworden, in schönem Rot mit orangefarbenen Einsätzen an der Seite. Sieht irgendwie gut aus und wurde vom Kind auch schon für gut befunden, nachdem es gleich mal probekuscheln war. Bin nur gespannt, wie sich dieser Mumienschlafsack dann in der Praxis macht. Ob es warm genug ist oder gar zu heiß in diesem Ding? Ich habe Töchterlein auf jeden Fall schon gezeigt, wie es im Falle des Hitzestaus oder der Verrücktwerdung aufgrund von Unbeweglichkeit in der Mumie den Reißverschluss von unten her öffnen und erstmal die langen Knochen rauswerfen kann. Ich kenne das Gefühl nämlich zu gut, wenn es einem zu heiß oder zu eng unter der Bettdecke wird. Wie muss es dann erst sein, wenn man sozusagen lebendig mumifiziert schlafen soll!?

Als Isomatte bekommt das Kind eine Yogamatte von mir mit. Die isoliert auch und ist verhalten weich, will heißen, ist nicht ganz so hart wie Parkettboden. Wer Abenteuer erleben will muss eben leiden… wer schön sein will muss schließlich auch leiden. Außerdem bekommt dann die Anschaffung einer Yogamatte vor ein paar Jahren auch einen Sinn.

Lustig wird es aber dann, wenn die Kids nachts aufs Klo müssen. Und das müssen sie, da bin ich überzeugt davon. Lustig wird’s wohl deswegen werden. weil erstens niemals alle dreißig Kids auf einmal und zur gleichen Zeit aufs Klo müssen und zweitens weil das Klo in einem ganz anderen Stockwerk ist. Da kommt nachts bestimmt Freude auf.

Und genau deswegen, falls also mal einer oder eine nachts raus muss, braucht man auch noch eine Taschenlampe. Jetzt ist es nicht so, dass es bei uns keine Taschenlampe gäbe. Nein, ich habe bestimmt schon einige gekauft, seit mein Kind Taschenlampen braucht. Das Problem ist eher, dass die Dinger entweder verschwinden und Jahre später mit ausgelaufenen Batterien gefunden werden oder aber dass sie dem jugendlichen Forscherdrang zum Opfer fallen und danach nur mehr als moderne Kunstobjekte verwendet werden können.

Also habe ich bei dieser Gelegenheit gleich noch nach einer kindgerechten, robusten, schönen, ROTEN!!! Taschenlampe Ausschau gehalten. Sie sollte kein kaltes LED-Licht haben und gut zu handhaben sein.

Nachdem ich mir ungefähr 250 verschiedene Taschenlampen angeschaut hatte, kam ich eben wieder auf einen Klassiker zurück, nämlich die Stablampe Mini Maglite in schönem tomatenrot, passend zum Schlafsack, zum Kühlschrank, zum Mülleimer und zu den Schuhen. Schön, wie hier so langsam alles „monochrome rouge“ wird…

Es ist diese kleine Taschenlampe, mit der auch gerne mal Ärzte direkt ins Auge leuchten um zu sehen, ob man dann auch wirklich anschließend eine halbe Stunde lang nur noch schwärzliche amöbisch wabernde Punkte wahrnimmt. Ein hübsches Ding, vor allem in dieser von uns ausgewählten Farbe. Leider bekomme ich hier auch kein farblich passendes Bild und zum fotografieren habe ich um diese Uhrzeit keine Lust mehr. Also nehmen wir eben das, was gerade da ist…

Diese Stablampe haben wir auch in einem wunderschönen Rot gekauft
 

So, jetzt fehlt nur noch die Lektüre für die Lesenacht, aber da habe ich aktuell nichts bei Amazon bestellt. Komisch, das war doch mal ein Buchhändler, oder!? Jetzt bin ich gespannt, wie sich unsere Camper-, Outdoor- und Adventure-Ausstattung in der Praxis bewähren wird.

Kennt ihr euch aus mit Schlafsäcken? Auf was muss man da eigentlich achten? Ist meine Wahl in Ordnung für Übernachtungen in geschlossenen und vermutlich beheizten Räumen? Ich habe immer noch keine Ahnung, ob ich richtig eingekauft habe oder nicht.

4 KOMMENTARE

  1. Ein Schlafsack kann man immer brauchen, kommen später noch Übernachtungen am Wochenende im Garten oder bei Freunden oder auf einem Jugendlager oder in der weiterführenden Schule auf Klassenfahrt oder oder oder. Habe in den letzten Jahren doch hin und wieder mal einen Schlafsack gebraucht und war dann ganz froh drum einen zu haben. Außerdem weiß man ja nie 🙂 Soweit ich das sehe, ist der Einkauf ganz gut, immerhin hält das ja auch ne Weile und für den fall dass es im Klassenzimmer zu warm wird, kann man den Schlafsack immer noch aufmachen.
    Viel Spaß 🙂

    • Ich hoffe, Du hast recht und mein Kind braucht den Schlafsack doch noch ein paarmal 😉 … ich kaufe so ungern Sachen, die dann nur Platz wegnehmen und nie wieder benötigt werden, aber andererseits will man sie auch nicht gleich entsorgen, weil man sie ja vielleicht nochmal brauchen könnte (und hier beißt sich die Katze in den Schwanz) 😀
      Danke und LG
      Sabine v. Liebstöckelschuh

  2. Hallo Sabine! Auch wir haben natürlich für dieses sagenhafte Abenteuer keinen Schlafsack!!! Ja auch wir müssen einen kaufen. Toll wenn man so gar keine Ahnung hat, was man braucht. Gut das es Dir auch so geht!!!! Hihihi liebe Grüße Sandra :))))

    • Hihi, ich habe noch die Worte von R. im Ohr, als er beim Elternabend meinte, er würde dann L.s Bett im Klassenzimmer aufbauen. Sprich ihn doch mal drauf an, vielleicht hat er es schon vergessen 😉
      Ansonsten, der Schlafsack, den ich gekauft habe, scheint für den Zweck ausreichend zu sein – zumindest bis jetzt ohne ihn seither in der Praxis angewendet zu haben…
      LG
      Sabine

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