Auch wenn wir heute nicht wie andere Familien bereits in aller Herrgottsfrüh‘ um elf Uhr auf der Straße sein und spazieren gehen konnten, so sind wir doch für einen Neujahrstag unerhört früh aus dem Bett gefallen und waren doch ziemlich frisch. Wäre da nur nicht diese vermaledeite ganztägige Mondpause gewesen…

Aber macht nix, diese Mondpause hilft ganz gut dabei, nicht gleich in Hyperaktivität das neue Jahr zu begrüßen, sondern alles erstmal etwas entspannter anzugehen. So taten wir es denn auch. Gemütlich gefrühstückt und noch ein wenig vor uns hingewerkelt und irgendwann dann ausgehfertig gemacht, um endlich das zu tun, was wir eigentlich schon letztes Jahr vorhatten: ins Kino gehen.

Außer uns hatten diese Idee noch ein paar andere, aber zum Glück wollten die wenigsten den gleichen Film wie wir rsp. meine Tochter anschauen, nämlich „Die Vampirschwestern“. Ich erzählte schon gestern davon.

Also habe ich mir beim Kinokarten kaufen gleich mal wieder den Titel der peinlichsten Mutter einheimsen dürfen, nur weil mir nach kalauern zumute war und ich bei dem seit gestern erwachsenen Mädchen hinter der Panzerglasscheibe 2 Tickets für „Die warm‘ Bierschwestern“ bestellt habe. Sie hat mich aber verstanden und gab uns die richtigen Karten, während mein Kind gleich anschließend laut und vernehmlich behauptete „Mama, Du bist die peinlichste Mutter!“

Da wir aufgrund der Ungeduld meines Kindes schon eine halbe Stunde vor Filmbeginn im Kino waren, vertrieben wir uns noch ein wenig die Zeit mit Leute beobachten. Unter anderem eine 70+-Dame, die aus einem der Kinosäle zum Kartenabreißer wankte – Senioren haben manchmal Probleme mit dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr – und meinte „Ich brauche eine Brille!“ – na schön, dachte ich, dann gehn’se doch zum Optiker… sie wollte natürlich eine 3-D-Brille.

Außer uns waren dann vielleicht fünf Familien im Kinosaal, die auch die Vampirschwestern anschauen wollten. Sehr schön. So liebe ich Kino, möglichst keine anderen Besucher in unmittelbarer Nachbarschaft und genügend Platz um sich auszubreiten. Deswegen gehe ich auch lieber nicht in Blockbuster, sondern bevorzuge Independent oder Outsider. Aber Mädchenfilme wollen wohl auch nicht soviele Leute anschauen.

Der Film an sich war dann ganz unterhaltsam, gefiel mir besser als irgendwelche 3-D-Animationsmist-Filme, also noch so richtig Old School mit echten Menschen als Schauspieler und nur ein paar wenigen Tricks. Es war so ein richtig schöner Mutter-Tochter-Film und der Neujahrstag war der perfekte Tag um sich diesen anzusehen. Aneinander gekuschelt und nebenher Kartoffelchips mampfend bot der Film leichte Unterhaltung, die man gut aufnehmen kann, wenn man ein wenig müde ist, ein bißchen Humor und keinesfalls eine Überforderung des Geistes. Also wirklich genau richtig!

Was mir bei diesem Film das erste Mal bewusst auffiel, war, dass irgendwann in der Mitte der Laufzeit auf einmal ein „Product Placement“ stattfand. Erst sah man eine Ausgabe einer bekannten Mädchenzeitschrift, deutlichst erkennbar der Titel, und wenige Minuten später sah man schon wieder ein Poster aus eben dieser Zeitschrift… wie gesagt, das bemerkte ich heute zum ersten Mal bewusst.

Auf die Handlung des Filmes gehe ich jetzt nicht näher ein, die kann man sich auch auf der Filmwebsite anlesen. Insgesamt aber kann ich diesen Film wirklich empfehlen, vor allem eben für Mädchen im Alter von vielleicht sechs bis zwölf Jahren – je nachdem wie die Interessen sind.

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