…und irrt seitdem blind durchs Netz. So ähnlich fühlte ich mich die letzten 30 – 60 Minuten, als ich der Meinung war, mal Bloggerkolleginnen aufsuchen zu müssen um hie und da mal meinen Senf abzugeben.

Ich habe jetzt vielleicht so um die 20 – 30 Blogs besucht und auch auf dem einen oder anderen mal einen Kommentar hinterlassen, da wo es eben gepasst hat. Aber was sich mir da mal wieder darbot war „DAS GRAUEN – TEIL 2.0“


Ich verstehe es wirklich nicht. Wenn jemand einen Blog ins Netz setzt, dann doch wohl in den meisten Fällen deswegen, weil er oder sie möchte, dass die Welt an den eigenen geistigen Tiefflügen teilnehmen kann. Oder!? Ja, stimmt doch.

Weil sonst würde ich ja meine Gedanken für mich behalten oder meinen Blog hermetisch abriegeln, so wie früher beispielsweise Japan gegenüber dem Westen hermetisch abgeriegelt war. Dann kommt eben einfach kein Außenstehender drauf – egal ob auf Blog oder Insel – und ich als introvertierter Blogger (was ein Paradoxon!) kann in aller Seelenruhe meine geistigen Ergüsse in hellgrau auf weiß niederlegen.

Jawollja, hellgrau auf weiß – das ist der Schlüssel zum Erfolg. Und dazu noch Fotos, die zum einen komplett überbelichtet sind, zum anderen nur an einer Stelle scharf – ich hab ja nix gegen Tiefenschärfe und -unschärfe – und die möglichst was Weißes auf weißem Grunde abgelichtet haben. Also ähnlich wie der Eisbär im Schnee, aber der hat ja WENIGSTENS! noch tiefschwarze Augen und eine sehr schwarze Nase als Referenzpunkt fürs Auge.

Aber bei diesen Fashion- ’n‘ Beautybloggerinnen, die dann auch noch massenhaft von namhaften Kosmetikherstellern oberhalb der Preisklasse von Drogeriemarktprodukten auf Events eingeladen werden, sieht man einfach gar nichts auf dem Blog. Außer eben ein paar anämische Bildchen und eben diesem hellgrauen Text auf weißem Grund, vielleicht noch mit farbig abgesetzten Links in zartrosa. Fantastisch!

Schaut man sich also mehrere Blogs in dieser Art an, dann zweifelt man irgendwann doch ganz massiv am eigenen Sehvermögen. Die Sehnerven sind gleichermaßen unterfordert und überanstrengt – eigentlich ein Fall für Amnesty, da totale Folter für die Augen. Erschwerend kommt dann oft noch dazu, dass genau solche Blogs auf Schriftgrößen unterhalb von „Normal“ oder „Klein“ setzen. Sie verwenden dreisterweise „sehr klein“!

Ja, liebe Vanessas, Shiras, Icedolls und wie ihr alle heißen mögt (die Namen habe ich selbstverständlich jetzt frei erfunden, aber stilmäßig könnten sie hinhauen), wie wäre es, wenn ihr euch entschließen könntet, entweder richtig für eure LeserInnen zu publizieren oder aber euren Blog nur noch privat zu betreiben, ohne dass er von unbedarften Menschen wie mir gefunden werden kann, die sich dann auch noch eine Zeitlang die Mühe machen, diesen Schmarrn zu entziffern!

Vielleicht könntet ihr euch zwischen zwei Nagellacken und drei Mascaras mal ein Buch zulegen über die Basics des Layouts und der Lesbarkeit von Web-Publikationen und diese Tipps eben mal zwischen ein paar zu trocknenden Schichten Lack direkt praxisnah anwenden. Ihr werdet sehen, dass dann eure Besucherzahlen sprunghaft in die Höhe schnellen – ganz ohne Cheats…

Ich weiß, ich weiß, vor einem starken halben Jahr habe ich schon mal einen ähnlichen Artikel geschrieben, aber da waren es die ländlichen DIY-in-weiß-Bloggerinnen, die mir auf die Nerven gingen.

Fortsetzung folgt bestimmt irgendwann mal wieder (^^^)

9 KOMMENTARE

  1. *Lach* Bööööse!

    Ich kenne das aber auch. Und es ist wie im echten Leben, die ersten Sekunden entscheiden darüber, ob man sich mag oder nicht mag. Und bei solchen wie den oben angesprochenen Blogs (von denen ich auch eine ganze Menge kenne) bin ich auch ganz schnell wieder weg. 😉

    • Ja, manchmal muss man auch mal böööse sein 😉

      Ich frage mich nur, warum das diejenigen eigentlich nicht selbst bemerken. Schreiben die ihre Postings über 25" Monitore, wo dann selbst eine Schriftgröße von 6pt o.ä. noch aussieht wie eine Überschrift ersten Ranges!?

      Und dann eben auch noch grau auf weiß… aber wie du schon sagtest, es ist wie im echten Leben: die ersten Sekunden sind entscheidend ^^

    • Ja, die "schönen" Testblogs haben auch was… da habe ich mich auch schon über den einen oder anderen gewundert. Man fragt sich wirklich wie (lange) so etwas funktionieren kann. Her mit den Produkten, wir könnens gut gebrauchen und schreiben dann auch einen ganzen Satz drüber: "Uns hat es sehr gut gefallen/geschmeckt!", eventuell noch ein "Danke, dass wir testen durften!", garniert mit grottenschlechten Bildern…
      Fantastisch!
      LG und ebenfalls ein schönes WE
      Sabine

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