Neuerdings bin ich zusammen mit einer anderen Mutter Assistenz der Handarbeitslehrerin. Nennt man das heute noch so? Keine Ahnung…

Jedenfalls lernen die Kinderlein heutzutage nicht mehr gendermäßig selektiert Stricken und Häkeln bzw. Werken, sondern Büblein und Mädlein befinden sich in einer gemischten und altersübergreifenden Gruppe und lernen hier zusammen das klappernde Spiel mit den Nadeln.

Jetzt haben die Kinder aber nicht allzu viel Zeit, um die hohe Kunst des Anschlagens, Strickens und Abmaschens zu lernen, sondern jeweils nur 8 Schuldoppelstunden. Wenn ich mich da an meine ersten Strickversuche erinnere, dann weiß ich noch ziemlich genau, dass das für mich damals echt eine Qual war. Unser erstes gestricktes Werk war ein Teddybär aus pipigelber Wolle. Die Farbe scheint man bis heute für die Erstlingswerke zu bevorzugen.

Ich weiß noch, wie bei mir die Nadeln quietschten, weil ich so fest strickte, dass fast kein Durchkommen mehr war. Ich nahm dann mein Strickzeug nach jeder Handarbeitsstunde mit nachhause und meine Mutter trennte meine Maschen wieder auf und strickte sie dann nochmal neu. Letztlich hat sie dann den Teddybären allein gestrickt. Später ließ ich meinen Vater im Nähen dann meine Tasche aus grünem Markisenstoff fertigen. Das konnte er auch wirklich gut!

So, jetzt mache ich eben Assistenz und helfe, den Kinderlein das Stricken beizubringen. Eigentlich trenne ich immer die letzten 4-5 Reihen auf und stricke sie dann neu, langsam genug, damit die Kids zuschauen und verstehen können, wie es geht. Alles fein. Sie müssen auch keinen großen Teddy stricken, sondern nur ein ganz kleines Tierchen.

Heute war es wieder ganz entzückend, mit welchem Eifer die Kleinen die Nadeln in die Maschen bohrten. Die verbissenen Gesichter sind wirklich amüsant und ich bin erstaunt, dass noch niemand von ihnen einen Schreikrampf bekommen hat, weil die Maschen doch hin und wieder von den Nadeln rutschen oder sich auf gar wundersame Weise vermehren.

Und in all dem Eifer entwischte dann heute immer mal wieder bei einem der Kinder ein Lüftchen. Ich dachte ich riech nicht richtig… aber es wurde dann mehrfach bestätigt, dass mein Verdacht doch richtig war und irgendjemand in meiner Nähe ganz mächtig unter Flatulenzen litt. Da begriff ich mit einem Schlage, was für ein herausfordernder Job Grundschullehrerin sein kann…

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