Seit heute habe ich eine neue Tradition bei uns ins Leben gerufen: Ich backe am letzten Sonntag im Oktober einen Zeitumstellungskuchen. Ich finde, das sollte man gebührend feiern, dass endlich wieder Normalzeit herrscht, es abends früher dunkel wird und wir uns auf jeden Fall schon im gemütlicheren Halbjahr befinden.

Deswegen habe ich zur Feier des Tages einen Kuchen gebacken. Während das Kind die Oma durch den Schnee jagte, konnte ich mich zuhause in der Experimentierküche richtig austoben. Zufällig stieß ich auf ein Rezept, was sich nicht schlecht anhörte und was vor allem mit genau den Zutaten auskam, die ich Haus hatte. Wie immer habe ich das Rezept dann noch nach meinen Bedürfnissen abgewandelt und meinem Geschmack entsprechend angepasst.

Et voilà, hier ist es:

Wir brauchen 4 Eier, möglichst frisch und möglichst freilaufend, die dann erstmal getrennt werden. Zwei nach links, zwei nach rechts. Nein. Wir trennen das Eiweiß vom Eigelb und achten peinlichst genau darauf, nichts zu vermischen. Es sollte vor allem kein Eigelb beim Eiweiß landen. Umgekehrt ist es nicht so schlimm.

Anschließend verrühren wir das Eigelb mit 60 g Zucker zu einer cremigen Masse. Danach geben wir ein Tütchen Vanillezucker – möglichst das mit echter Bourbon Vanille -, einen knappen Teelöffel gemahlenen Zimt dazu und 60 g braunen Zucker. Nochmals durchrühren und anschließend ca. 190 g gehackte Mandeln dazu geben. Bei mir setzten sich die gehackten Mandeln aus 100 g fertig geschälten und gehackten Mandeln aus der Tüte und 90 g very home made gehackten ungeschälten Mandeln zusammen. Die habe ich mit so einem Zwiebelzerkleinerer zertrümmert in ganz unterschiedlich große Brocken.

In dieser Mischung ist der Teig dann eine ziemlich schwere, zähe und klebrige Masse. Da muss noch unbedingt etwas rein, was die Sache leichter und luftiger macht. Und deswegen greifen wir hier auf unser separiertes Eiweiß zurück, geben  eine Prise Salz hinein und schlagen es so lange, bis es stocksteif geworden ist. Dann erst wird es vorsichtig unter den Mandelteig untergejubelt.

Diese Masse kippen wir dann elegant in eine kleine Springform (19 cm Durchmesser) und stellen diese dann für 20-25 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Backofen. Ganz wichtig ist jedoch, vorher mit 15 Mandeln ein Zifferblatt mit der korrekten Uhrzeit auf den Kuchen zu legen. Heißt ja schließlich Zeitumstellungskuchen. Meiner zeigte dann genau 3 oder 15 Uhr an, was dann auch der Uhrzeit entsprach, zu der ich den Kuchen in den Ofen geschoben habe.

Nach dem Backen habe ich das Küchlein dann leider etwas zu heftig auf den Küchentisch gestellt. Das Ding war so schön fluffig aufgegangen und hatte sich direkt aus der Form gewölbt. Kaum hatte ich die Springform aber auf den Tisch geknallt, bekam der Kuchen einen Schreck und sackte in sich zusammen. Zwar nicht gänzlich, aber schon bemerkbar.

Der Witterung entsprechend ließ ich noch ein wenig Puderzucker drüber schneien und fertig war unser traditioneller Zeitumstellungskuchen, der uns dann auch ganz hervorragend zur Kaffeestunde geschmeckt hat!

 

22 KOMMENTARE

  1. Ich musste schon beim ersten Satz lachen. Tolle frische Tradition. 😀

    Und nächstes Mal behandelst du den bitte ein wenig sanfter, ist immer schade drum, wenn so ein traditioneller Zeitumstellungskuchen zusammenfällt. 😉

    • Ja, das nächste Mal werde ich viel netter mit dem Zeitumstellungskuchen umgehen. Möchte gerne sehen, ob er dann so fluffig bleibt 😉

  2. Der ist nicht nur lecker, sondern auch wirklich völlig unkompliziert herzustellen. Genau die Art von Rezepten, die ich liebe. Einfach, aber gut!

  3. Ein Zeitumstellungskuchen, das ist ja eine süße Idee. Ist die Tradition noch aufrecht erhalten? Machst du ihn immer noch bei jeder Zeitumstellung?
    LG Melli

    • Nur wenn ich dran denke – dieses Mal habe ich zwei Bananenbrote gebacken, die waren habhaft genug. Da hätte kein Zeitumstellungskuchen mehr Platz gehabt – und die Bananen mussten unbedingt weg 😉
      Liebe Grüße
      Salvia von Liebstöckelschuh

  4. Ach du heilige sieht der Kuchen verführerisch aus *-*
    Ich finde die Idee total cool haha! Ich bin gerade kurz davor zu backen 😀
    Liebst, Malin.

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