Zufälle gibt es! Heute morgen las ich, was in der Nacht gepostet wurde. Wäre ich später dran gewesen hätte ich es nie erfahren – oder zumindest nicht so schnell.

Es bedauerte jemand den Verlust eines Freundes – gestern vor einer Woche. Ich erkannte den Namen, obgleich ein Allerweltsname, und konnte Zusammenhänge erkennen. Und tatsächlich, es war derjenige, den ich glaubte zu kennen und den ein Bekannter wiederum auch auf einer anderen Ebene kannte.

Viel näher als mir stand er einer anderen Person, die ich davon in Kenntnis setzte. Gleich heute vormittag. Unsere Gedanken jedenfalls kreisten den ganzen Tag um Poppy. Der Name hat übrigens weder etwas mit Mohnblumen zu tun noch mit Pop oder poppen, sondern es war unser Nickname für eben jenen, weil er uns stark an einen Seemann mit ähnlichem Namen erinnerte…

Eine Seele von einem Mensch, herzensgut und trotzdem stets auf einer Gratwanderung zwischen zwei Welten. Leider oft an Menschen geraten, die ihn ausnutzten und leider oft genau deswegen im Schlamassel gelandet.

Aber ein Typ mit dem man Pferde stehlen konnte, mit dem man schneller und intensiver lebte als jemals zuvor und jemals danach. Einer, der mich am Tag des Bestehens meiner Führerscheinprüfung gleich dazu brachte, zwei selbst auferlegten Prinzipien untreu zu werden, nämlich nie zu fahren, wenn ich etwas alkoholisches getrunken hatte und schon gleich gar nicht mit dem Auto anderer Leute. Genau an jenem Abend fuhr ich dann mit seinem Fiat Dino (Karrosserie von Fiat, Motor von Ferrari), einem güldenen Geschoss und für heutigen Geschmack unterirdisch, meine ersten Runden nachts, leicht angeschickert und im fremden Wagen.

Poppy zeigte uns damals die große weite Welt und wir waren begeistert. Raus aus dem spießigen Kleinmief und rein in das pralle Leben. Baden-Baden abends auf der Spielbank, danach noch im Gagarin, Bad Iffezheim beim Großen Preis von Baden und gezockt, Cannes auch Nizza gewesen sein… überall wo etwas los war, waren wir auch. Nächte durchgemacht und morgens kurz frisch gefrühstückt in Bernd’s Lädle, um dann so zu tun als wäre nix gewesen und halbfrisch auf der Arbeit oder so zu erscheinen.

Rasante Fahrten, auf denen oft schon während der Fahrt die letzten Stoßgebete gesprochen und mit dem Leben abgeschlossen wurde. Halbe Zigaretten, vorzugsweise Reval, später dann auch Camel, aber immer ohne, dafür mit Mundstück…

Konzerte, Open Airs, Tanzpalast, Fürst Metternich, Calvados, Sonthofen, David Bowie, Mike Oldfield, Cartier, die Achtziger…

Adieux! Es war eine schöne Zeit!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here