Jetzt ist ja zur Zeit wieder Kraut in allen Varianten angesagt. Die Hiesigen waren vielleicht am Wochenende auf dem Krautfest in Leinfelden-Echterdingen und haben sich bestimmt mit Krautköpfen vom Filderkraut und mit eimerweise frischem Sauerkraut eingedeckt. Da freut sich der Verdauungstrakt. Ist dann sozusagen eine herbstliche Entschlackungskur.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wir haben also ein paar Krautköpfe zuhause rumliegen und wissen nicht, was wir damit tun könnten. Man kann sie natürlich eine zeitlang als herbstliche Deko vors Haus stellen – entweder sie sind dann irgendwann weg und landen bei jemand anderes im Topf oder sie zerfallen von selbst nach einer gewissen Zeit. Man kann sie aber auch zügig verarbeiten, entweder für kältere Tage zu einem Kartoffel-Kraut-Eintopf (sehr lecker!) oder zu einem erfrischenden Krautsalat.

Genau das habe ich gestern getan. Ich habe Krautsalat gebastelt. Und weil da so viel Pfeffer dran war, dass mein Kind gar nichts von dem Krautsalat haben wollte, nannte ich ihn eben „nach Art der scharfen Filderbäuerin“. Man muss den Salat aber nicht so sehr pfeffern wie ich das versehentlich gemacht habe. Etwas weniger ist genauso gut.

Also, wir nehmen einen Krautkopf. Ob spitz oder rund, ist erstmal egal. Aber sobald man den Unterschied kennt, nimmt man lieber das Spitzkraut, weil es einfach feiner schmeckt. Die äußeren Blätter werden entfernt und auf den Kompost geworfen.

Dann viertelt man den Krautkopf der Länge nach und schneidet den Strunk raus, ähnlich wie bei einer Ananas. Anschließend kommt der Gemüsehobel dran über den man die geviertelten Krautkopfteile elegant drüber geigt und dabei aufpasst, dass die Fingerkuppen nicht gleich mit im Salat landen. Ist zwar bald Halloween, aber spätestens in der Adventszeit braucht man die Dinger wieder für filigrane Keksdekorationen.

Wenn der ganze Kopf in eine genügend große Schüssel gesäbelt ist, dann ist die große Kunst des Anmachens gefragt. Ich habe hier einen Esslöffel Meersalz und einen Esslöffel Zucker vorab in ein kleines Schüsselchen gegeben. Dann noch einen Esslöffel gemahlenen weißen Pfeffer (das war eindeutig zu scharf!) und reichlich Kümmel. Den Kümmel braucht man auch für den Verdauungstrakt. Sonst könnte der Krautsalat den Bauch ganz schön plagen.

Die pulvrige Mischung habe ich dann gleichmäßig auf dem gehobelten Kraut verteilt und anschließend die flüssigen Zutaten dazu gegeben, nämlich ca. 3-4 Esslöffel Walnussessig, 2-3 mal mit der Maiskeimölflasche Runden über der Schüssel gedreht und zur Geschmacksverfeinerung noch eine Spur mit steirischem Kürbiskernöl gelegt. Nicht erschrecken, das sieht erstmal ziemlich dunkelgrün auf dem zarten weißen Kraut aus.

Dann alles schön vermengen und mindestens zwei Stunden ruhen lassen. Dabei aber immer mal wieder sanft umrühren, ohne den Krautsalat zu wecken. Man darf auch bei der Gelegenheit immer mal wieder probieren, dann ist bis zum Abendessen nur noch die Hälfte da.

Ich fand ihn sehr lecker und würde ihn jederzeit wieder so anmachen. Übrigens passen ausgelassene Speckwürfelchen auch ganz gut in diesen Salat. Und dazu isst man dann einen bei Niedrigtemperatur gegarten Schweinebraten. Vielleicht mit einer ordentlichen Biersoße und noch ordentlicheren Kartoffelknödeln…

 

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