Neulich bekam ich einen um ein knappes Viertel erleichterten Muskatkürbis geschenkt, der dort einfach nicht mehr in den Kühlschrank und geschweige denn in den Wochenspeiseplan gepasst hätte. Also habe ich mir jetzt ein paar Tage das Hirn zermartert, was ich mit diesem 2,8 kg schweren Restkürbis machen sollte.

Dazu habe ich ca. 20 Kochbücher gewälzt und bei der Gelegenheit festgestellt, dass Kürbisgerichte selbst in den 365-Rezepte-Büchern ziemlich in der Minderheit sind. Außerdem sind sie in ganz vielen Kochbüchern schlichtweg überhaupt nicht präsent.

Also habe ich auch noch das Internet gewälzt, x Rezepte durchgelesen, nur um mich dann aus purer Bequemlichkeit doch für eine Suppe zu entscheiden. Aber die war dann auch wirklich sehr gut!

Physalis als Tellerranddeko passt farblich hervorragend dazu

Falls jemand die nachkochen möchte, dann kann er sich gerne das Rezept als Anregung nehmen. Ich habe es genauso gemacht, von allen Rezepten irgendwas gemerkt und daraus dann mein eigenes gebastelt.

Man nehme ein ca. 2,8 kg schweres Muskatkürbisstück und zerteile dieses erst in einzelne Spalten, die dann entkernt und entfädelt werden, selbstverständlich auch geschält und anschließend in Würfel mit ca. 2 cm Kantenlänge geschnitten werden.
Außerdem habe ich 2 mittelgroße Zwiebeln geschält und fein gewürfelt und in etwas geschmacksneutralem Öl angedünstet. Darauf dann den gewürfelten Kürbis und einen Schuss Wasser, damit das Zeug nicht am Topfboden anklebt. Deckel drauf, Flamme eher klein und eine Weile vor sich hin dünsten lassen.

Dann einen Apfel geviertel, geschält und entkernt und auf einer Reibe geraspelt und zum Kürbis gegeben. Anschließend die Flamme ausgemacht und einkaufen gegangen. Bis ich dann wieder da war, hatte sich die Temperatur etwas gemäßigt und ich konnte ohne Angst mit dem Pürierstab im Topf operieren und das orangefarbene Kürbisgemüse kurz und klein pürieren. Macht man am besten dort, wo alles abwaschbar ist, es könnte sonst zur Musterbildung an der Tapete führen.

Auch in der Suppe selbst sorgt die Dekoration für den letzten Pfiff

Anschließend eine Dose tiefgekühlte Fleischbrühe (ca. 1,5 l) von meiner letzten selbstgemachten Gemüse-Rindfleisch-Suppe aus dem Gefrierschrank geholt und den Eisklotz in das warme Kürbispüree fallen lassen. Vorsicht wegen der Fallhöhe, zu hoch gibt Muster!

Flamme wieder angeworfen, Kürbispüree so langsam zu einer Suppe werden lassen und nebenher würzen. Salz nach Geschmack, aber so ein 2,8 kg Kürbis verlangt schon nach einigem Salz bevor man überhaupt etwas wahrnimmt. Nachdem alles aufgetaut und nochmal richtig aufgekocht war, habe ich dann die Temperatur ganz zurückgeschaltet und die restlichen Gewürze reingehauen.

Eine ordentliche Prise Zimt, viel Garam Masala, gemahlenen Ingwer (hatte keinen frischen da), Kreuzkümmel gemahlen und beim servieren dann noch etwas steirisches Kürbiskernöl, frisch gemahlene Chili und Pfeffer! War das lecker! Und üppig, für zwei Erwachsene hat es zweimal als Hauptmahlzeit gereicht.

Die Suppe hat wirklich gut satt gemacht, auch ohne Beilagen wie Brot oder ähnlich sättigendes Zeug. Geschmeckt hat sie auch, nur meinem Kind nicht, was aber auch noch nicht einmal probiert hat, sondern so davon überzeugt ist, dass es nur an Halloween auf der Jugendfarm die weltbeste Kürbissuppe gibt, weil leicht angebrannt, über offenem Feuer gekocht und mit dem Geschmack von Ziegenhaar und Abenteuer. Nun denn…

  

3 KOMMENTARE

    • Danke, geschmeckt hat sie auch ganz hervorragend – selbst wenn mein Kind kategorisch abgelehnt hat zu probieren 😉

      LG Sabine

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