Wer Kinder hat, weiß ein Lied davon zu singen. Alljährlich im September/Oktober ist wieder Rummel angesagt. Speziell bei uns hier geht man auf den Cannstatter Wasen, in München wohl eher auf die Wies’n und dort eher dann die größeren Kinder.

Gut, wir haben uns also heute zum Tag der deutschen Einheit gleich vormittags aufgemacht, damit wir möglichst unter den ersten Besuchern sind. Ich hatte keine Lust auf einen sogenannten Massenauflauf. Nudelauflauf ist mir irgendwie lieber… (<- Kalauer des Tages).

Tja, was soll ich sagen, wir hatten uns verrechnet. Ich hatte in meine Überlegungen einfach nicht einkalkuliert, dass die restlichen 2,5 Mio Familienoberhäupter genau die gleichen Gedankengänge hatten und eben auch das Cannstatter Volksfest ansteuerten.

Wir waren wirklich nur kurz nach elf dort und es war für meine Begriffe bereits zu voll. Kind wollte gleich was fahren, ich wollte Zeit schinden, damit das WasenFeeling 2.0 möglichst auch ein ganzes Jahr anhält. Also nicht gleich Fahrgeschäfte ansteuern und Geld zum Fenster rausschmeißen, sondern erstmal gemütlich stundenlang über den Jahrmarkt bummeln, bis das Kind sämtliche Eindrücke verinnerlicht hat.

So machten wir es dann auch. Gemütlich gebummelt, hier ein Schmalzbrot, dort ein WC für ’nen halben Euro, hier wieder ein kleines Stückchen Kokosnuss und dort wieder ein paar Lakritzschnecken – eben Jahrmarkt.

Nachdem wir ein paarmal den Wasen durchkreuzt hatten und das Kind so langsam zu meckern anfing, ging ich dann zur Strategie „fahren bis sich der Magen umdreht“ über. Kind durfte Wünsche äußern, Mutter zahlte und wartete, bis Kind unverständlicherweise begeistert und keineswegs kreidebleich und grün im Gesicht aus den diversen Karussells schwankte. Ich habe von vornherein klar gestellt, dass ich nirgendw mitfahre und höchstens fürs Ponyreiten zu begeistern wäre… übrigens, Geisterbahn konnten wir uns dieses Jahr sparen, Töchterlein hatte noch vom letzten Jahr genug

Irgendwann wurde es aber selbst meiner Tochter zuviel und wir schwammen so langsam im Strom der Menge Richtung Ausgang. Aber statt mit dem ÖPNV Richtung Heimat zu fahren, sind wir das ganze Stück auch noch zu Fuß nach Hause gegangen. Das war dann schon eine reife Leistung meiner Tochter, die zuhause aber erstmal im Zustand akuter Erschöpfung ins Bett und in den Schlummer gefallen ist.

So, jetzt haben wir wieder ein ganzes Jahr Ruhe…

   

2 KOMMENTARE

  1. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, waren wir sehr oft auf einem Rummel. heute ist das leider eine Seltenheit und bei uns in die Stadt kommt auch sogut wie keiner. Wir müssten dann immer eine Ecke fahren, aber für die Kinder immer ein heiden Spaß. LG Maui

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