Schon seit einigen Wochen – oder Monaten? – macht mein liebes Notebook Spirenzchen und gestern war dann meine Toleranzgrenze endgültig erreicht. Ich hatte eigentlich mal ein schönes Acer-Notebook, das unter Windows Vista lief und mit dem ich lange Zeit zufrieden war.

Was der Auslöser war, dass ich auf einmal nicht mehr zufrieden mit dem Ding war, lässt sich jetzt im Nachhinein nicht mehr so einfach rekonstruieren. Möglich, dass es daran lag, dass dieses Teil mal vor ein paar Wochen virulent war. Aber mit diversen Virenscannern habe ich diverse unterschiedliche Viren ausfindig und wohl erfolgreich unschädlich machen können.

In letzter Zeit jedoch ging die Kiste immer langsamer, möglich dass mein Tochterkind mal irgendwas installiert hat, wenn es seelenruhig und klammheimlich am Computer saß und bei Youtube nacheinander hundertzwanzig verschiedene Tom & Jerry Filmchen angeschaut hat, während ich in der Küche beschäftigt war. Aber es ist natürlich auch genauso gut möglich, dass ich höchstpersönlich irgendeinen Schrottlink angeklickt habe. Möglicherweise sogar aus Versehen, weil der doofe Cursor manchmal überhaupt nicht so wollte wie ich.

Zeitweise hatte ich wirklich das Gefühl, das Ding wird von außen ferngesteuert. Was aber hoffentlich nur daran lag, dass der Cursor erst mit einer großen Zeitverzögerung reagierte und dann deswegen den Anschein erweckte, als würde er von ganz alleine auf dem Bildschirm herum cruisen.

So, und gestern hatte ich wie gesagt, endgültig die Nase gestrichen voll. Eigentlich schon vorgestern, denn da lud ich mir kurzerhand eine Distribution von Linux herunter, um zumindest mal halbwegs ordentlich ins Internet gehen zu können und nicht bei jeder Seite gefühlt 100 mal auf F5 zu drücken, bevor die Seite einigermaßen ordentlich aufgebaut wurde.

Und siehe da, Ubuntu 12.04 schien gar nicht mal so schlecht zu sein. Ich kenne die älteren Versionen ein wenig, zum Beispiel die 10.04, bei der ich hin und wieder beim Anwender unterstützend eingreifen darf oder noch ältere, weil ich bei sehr altersschwachen Notebooks schon früher auf Ubuntu als Gnadenbrot gesetzt habe.

Insofern dachte ich mir nichts böses, als ich mich dann gestern entschloss, passend zum Betriebssystem auch noch eine vordefinierte Installations-CD mitsamt dranhängendem Heft für knappe schlappe 10 Euro zu kaufen. Vorteil war, dass die ganzen Sprach- und Ländereinstellungen schon für deutsches Hoheitsgebiet konfiguriert waren und ich nicht so eine babylonische Sprach-Mischung wie bei dem Online-Download bekommen sollte.

Nachteil war, dass in dem Heft nichts wesentliches zur Installation drin stand und es bei mir leider nicht auf Anhieb geklappt hatte. Irgendwas habe ich wohl beim ersten Anlauf falsch gemacht. Also gingen Tochter und ich abends nochmal schnell in die City, weil ich beim Hugendubel unbedingt so etwas wie „Ubuntu 12.04 für Dummies“ finden wollte. Ha ha ha!

Der Hugendubel hatte zwar noch geöffnet, glücklicherweise täglich bis 21 Uhr, aber weder in der Zeitschriftenabteilung noch oben bei den EDV-Büchern fand ich etwas brauchbares. Lediglich 3 Kompendien à 49 € und mit einem Lebendgewicht von knapp 10 kg pro Exemplar. Das war mir dann doch etwas zu heftig und ich beschloss, es nochmal selbst zu probieren.

Beim zweiten Anlauf klappte es in der Tat, ich habe sämtliche vorhandenen Partitionen platt gemacht und Ubuntu drüber gebügelt. Zunächst fand ich alles ganz super, sah vergleichsweise chic aus und irgendwie auch sehr gut organisiert. Auf den ersten Blick.

Auf den zweiten Blick fand ich es nur noch halb so gut. Meine Standardprogramme, die auf jeden Fall auch unter Linux laufen, konnte ich bislang noch nicht installieren. Warum? Weil ich einfach nicht weiß wie. Bei den älteren Versionen hatte ich kein Problem damit, hier schon. Keine Ahnung, wie das jetzt funktionieren soll, dass ich zukünftig wieder mit MEINEM Browser surfe und mit MEINER OfficeSuite Briefchen schreibe.

Momentan fehlt mir auch irgendwie die Geduld, mich damit auseinander zu setzen. Ich hoffe, dass die Sterne und vor allem der Vollmond, der mir wider Erwarten heute Nacht den Schlaf raubte, nächste Woche besser stehen und ich mich mit frischem Elan und viel Geduld daran machen kann, die Kiste so einzurichten, dass ich wieder bequem damit arbeiten kann.

  

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