Weil heute der letzte Septembertag ist, morgen bereits der Oktober beginnt und weil heute außerdem auch noch Sonntag war, haben wir mal wieder einen unserer sonntäglichen Spontangewaltmärsche veranstaltet.

Mit Kind und Kegel verließen wir vormittags das Haus um eigentlich mit dem ÖPNV eine kleine Strecke zu fahren und von dort aus einfach ins Blaue zu marschieren. Aber leider begegneten uns auf dem Weg dahin ein paar Baustellen, die uns zu Umwegen hätten zwingen müssen, auf die wir entlang einer Stadtautobahn einfach keine Lust hatten.

Stuttgart ist ja derzeit mehr berüchtigt als berühmt für seine Baustellen in jeglicher Größenordnung. Wer hier zur Zeit einfach von A nach B kommen möchte, kommt entweder nie oder sehr spät an, weil zum Beispiel gerade mal zum wiederholten Male eine Lok aus den Gleisen gehüpft ist (ein Schelm wer Böses denkt) oder muss außer erheblicher Lärmbelästigung auch noch ziemliche Umwege, Umleitungen und andere Störungen in Kauf nehmen.

Da wir also keine Lust verspürten wegen der Baustelle einen Umweg zu machen, beschlossen wir kurzerhand, den Umsatz für die SSB zu sparen und einfach zu Fuß nach Degerloch zu gehen. Geht ja auch. Haben sie ja früher auch gemacht.

Über den Weißenburgpark, am Teehaus vorbei und dann irgendwo an der Wernhalde entlang und irgendwann linkerhand in den Wald gestochen. Auf dem Spielplatz außerplanmäßigen Stop eingebaut, damit das Kind sich mal so richtig auspowern konnte, bevor es noch 3 h weiter ging. Während das Kind also Tarzan und Gorilla spielte und an einer Stahlseilliane durch den Forst schwang, fror Muttern (also ich) vor sich hin. Sonne schien im Wald nur spärlich, dazu war einfach noch zuviel Laub an den Bäumen.

Irgendwann durften wir dann endlich weiter gehen und trafen auch ziemlich zielsicher die Villengegend von Degerloch rund um den Hainbuchenweg, Nägele- und Agnesstraße. Hier gibt es schon das eine oder andere Haus, das ich gerne mein eigen nennen würde! So aber bleibt mir nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen an Zeiten, als ich mal in dieser Gegend wohnte…

Von dort peilten wir grob den Albplatz an um dann via Josefstraße und quer durch das Wagnerviertel (Lohengrin, Parsifal etc…) in Richtung Degerlocher Scharrenberg zu gehen. Da waren wir ja im Frühjahr schon und mittlerweile hängen jetzt jede Menge Trauben gut gesichert hinter Zäunen an den Reben. Da müsste sicherlich bald Lese sein, wobei ich die Leute, die hier am Steilhang wie Bergziegen rumklettern dürfen um Weinbeeren zu lesen nicht gerade beneide. Ich war übrigens erst vergangene Woche im Remstal bei der Lese, aber dazu schreibe ich dann demnächst detaillierter.

Über den Schimmelhüttenweg, die Adlerstraße und die Liststraße näherten wir uns dann wieder so langsam der Heimat und waren damit doch immerhin 3,5 Stunden unterwegs. Mit Pause natürlich, aber trotzdem ein ganz ordentlicher Spaziergang mit Kind und vor allem mit einem sehr motivierten Kind. Ich bin manchmal wirklich erstaunt, was für einen Langläufer ich hier herangezogen habe. Aber ich finde es gut. Vielleicht werden wir dann eines Tages mal zusammen eine richtig große Wanderung über mehrere Tagesetappen machen können!

  

1 KOMMENTAR

  1. Wir waren eben auf einem wunderschönen Wald-Spaziergang und die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Das Wetter könnte nicht besser sein 🙂 Gerade ist das Wetter fast schöner wie im Sommer.

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