Unter dem Herbstmond
sah ich Blumen auf dem Feld – 
ach, es war nur Stroh!
                          [Bashô]


Heute ist für mich Herbstanfang, die liebste Jahreszeit für mich. Deswegen dieses kleine Gedicht in Form eines japanischen Haiku.

Es überkommt mich so eine seltsame Melancholie und ich frage mich, wo der Sommer geblieben ist. Nicht dass ich ihn besonders mag, aber vermissen tue ich ihn schon. Eigentlich mag ich den Sommer am wenigsten von den vier Jahreszeiten, nur die Sommernächte sind es, die ich schön finde. Aber davon hatten wir dieses Jahr definitiv zu wenig. Entweder es war zu kalt oder es war heiß, aber ich hatte keine Zeit, die Sommernacht zu genießen. Irgendwas läuft da falsch.

Die Ferien sind bald auch vorbei, noch eine gute Woche bleibt uns. Komisch, dass bei uns in Baden-Württemberg die Sommerferien fast bis in den Herbst hinein gehen. Wenn ich mir überlege, was wir anfangs für eine Liste gemacht haben, was alles Schönes in den Sommerferien unternommen werden soll. Vor allem meine Tochter hat die Liste gemacht. Und es waren keineswegs so für uns unerfüllbare Punkte drauf wie 2 Wochen segeln gehen oder 3 Wochen Strandurlaub. Nein, ganz einfache Sachen, aber eben andere als im Alltag.

Und was haben wir davon gemacht? Wenn überhaupt dann maximal die Hälfte der Punkte erledigt. Es wären nicht zu viele gewesen, nur der Alltag spielt einem immer wieder übel mit.

Genug der Melancholie. Ich lass‘ jetzt noch ein wenig kühle Abendluft herein und höre derweil „Autumn Leaves“ von verschiedenen Interpreten und gebe mich vollständig meiner (vor)herbstlichen Melancholie hin…

 

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