Das muss sich wohl meine Tochter neulich gefragt haben. Oder warum kommt sie auf die Idee, sich und mir eine Tasse zu schenken!? Nein, ganz so dramatisch wird es wohl nicht gewesen sein, sondern sie wollte mir wohl einfach eine Freude machen und anlässlich des Neuzugangs in der Küche noch zwei weitere Stücke dazu spendieren.

Also machte sie sich mit ihrer Grandma auf den Weg und kaufte zwei Tassen von ihrem eigenen Taschengeld, die sie wohl am Tag zuvor bereits entdeckt hatte. Die Oma musste nur noch ihre Kundenkarte mitnehmen, damit es dann noch 10 oder 20 Prozent Ermäßigung auf die beiden Kaffeepötte gab.

Schon im Vorfeld hatte meine Tochter angekündigt, dass sie eine tolle Überraschung für mich habe und dass ich möglichst die Wohnung mit geschlossenen Augen verlassen sollte, wenn sie mit ihrem Fang nachhause käme. Ich überzeugte sie davon, dass es auch möglich sei, dass ich einfach im Büro sitzen bleibe, während sie dann wie geplant ihre Überraschung in der Küche inszenieren könne.

So machten wir es dann auch. Als sie mit ihrer Tüte heim kam, stakste sie schnurstracks in die Küche, schloss die Tür und werkelte um die zehn Minuten rum. Irgendwann rief sie dann, dass ich kommen könne bzw. holte mich persönlich ab.

Und da stand dann die Überraschung nachmittags um drei auf dem Küchentisch: zwei niegelnagelneue Tassen in entzückendem alpinen Hüttendesign mit jeweils einem Rehkitz drauf, das verdächtig nach Bambi aussah. Und in den Tassen befand sich bereits duftender, dampfender Kaffee, meiner sogar mit Sahne verfeinert, so wie ich es mag. Außerdem ein Schälchen mit den restlichen fünf Keksen, die sie noch im Küchenschrank gefunden hatte (nein, die waren nicht alt, sondern vom Vortag übrig geblieben) und noch ein paar Lakritzpastillen. Schön, so ein Mutter-Tochter-Kaffeekränzchen!

Der Kaffee war übrigens in angenehmer Trinktemperatur ohne Gefahr laufen zu müssen, sich daran zu verbrühen. Ich schätze mal wärmer als 30° C war er nicht. Tochter hatte praktischerweise das lauwarme Restwasser vom Wasserkocher verwendet. Sehr energieeffizient muss ich sagen, ich tippe auf A++++. Auch die Frage, ob sie die Tassen vielleicht vorher ausgespült habe, beantwortete sich von selbst, als ich bemerkte, dass am Tassenboden noch die Preisschilder klebten… glücklicherweise außen!

Und als ich dann gegen später die Mülltüte nach unten brachte, sah ich auch, wohin der restliche Kaffee geflossen war, der noch im Kaffeefilter war, während dieser bereits entsorgt wurde. Naja, wir haben ja erst neulich frisch gestrichen, da kommt so ein brauner Streifen an der Wand natürlich viel besser zur Geltung. Aber glücklicherweise ist ja noch etwas Farbe übrig, so dass ich das demnächst dann überpinseln kann. Hauptsache das Kind hat sich gefreut, dass es neue Tassen gekauft und der Mutter geschenkt hat und dann gleich noch für uns beide einen schönen lauwarmen Bohnenkaffee gezaubert hat 😉

 

6 KOMMENTARE

  1. Huhu,

    bin über Umwege hier gelandet, habe so rumgeklickert und fand die Geschichte süß 🙂 Und die Tassen toll. Habe einen kleinen Tassentick und die würden mir auch gefallen.

    Meine Große ist auch acht und ich bin froh, dass wir einen Vollautomaten haben *lach* – Knöpfe drücken geht immer! Allerdings hätte sie die Tassen vermutlich fallen gelassen, so wie mein letztes Geburtstagsgeschenk, dass ich dann erstmal kleben durfte.

    Viele Grüße, Sandra

    • Ja, ich habe auch irgendwie einen keinen (oder großen?) Tassentick. Früher fand ich es doof, bunte Tassen zu haben, heute finde ich es witzig, lauter unterschiediche Kaffeebecher zu haben. Nur der Rest des Geschirrs ist bei mir weitestgehend weiß, damit hier wenigstens Stil herrscht ^^
      Oh, selbstzusammengepuzzelte und geklebte Geburtstagsgeschenke sind bestimmt auch etwas mit Erinnerungswert 😉
      LG
      Sabine v. Liebstöckelschuh

    • Oooooh, bei denen wäre ich auf jeden Fall auch schwach geworden!
      Zucker!
      Ich finde ja, Frau kann nie genug Tassen im Schrank haben. Und Schuhe. Und Taschen 🙂

      liebe Grüße
      Alex

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