Mein Vater kam vor einigen Wochen oder Monaten mit so einem brandheißen Tipp hier an. Er, der sonst sein Leben lang nie exotische Früchte gekauft hat – wenn man mal von Orangen, Bananen und Mandarinen absieht – kaufte plötzlich so Zeug wie Papaya, Mango oder andere komische Exoten. Wohl eine Empfehlung von einer Tanzpartnerin.

Und von ihr hatte er auch den Tipp, unreif gekaufte Überseefrüchte in Zeitungspapier einzuwickeln und darin nachreifen zu lassen. Warum das besser sein soll weiß ich nicht, aber er fand das ganz klasse und war der Meinung, dass das Obst so schneller und idealer reifen würde. Nun gut.

Jetzt habe ich neulich auch zwei grüne Mangos beim Feinkostdiscounter geholt, ganz grün waren sie nicht, sie hatten schon leicht rote Bäckchen. Aber eben noch steinhart. Die hätte man jemandem an die Birne werfen können, der wäre garantiert in die Knie gegangen.

Nun wollte ich die Mangos bald verspeisen, wollte sie verarbeiten zu irgendeinem Dessert, dessen Rezept ich neulich bei Facebook gesehen hatte. Wie das so ist, das Rezept verschwand und ich nahm mir vor, es demnächst zu suchen, sobald die Teile reif sind.

Also wickelte ich sie sorgfältig in Zeitungspapier, legte sie in der Küche ab und – ja, und was? – und vergaß. Ich vergaß das Rezept zu suchen, ich vergaß die Mangos, obwohl ich die Zeitungspapierpäckchen vor Augen hatte, aber eben die Früchte nicht mehr. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Heute abend dachte ich wieder dran. Spätestens eine Woche nach dem Einwickeln. Dachte, ich könnte die Dinger ja jetzt auch so ohne Dessert verspeisen. Wickelte sie aus und siehe da: sie waren nachgereift! Und wie! Keineswegs frühreife Früchtchen, sondern vollreife, butterweiche, alte Schrumpeldinger! In nur einer Woche!

Ich sah es, fotografierte es und packte sie wieder ein, vorsichtshalber gleich noch in einen hermetisch abgeriegelten Plastikbeutel, damit mir diese Teile nicht Trilliarden von Fruchtfliegen in die Bude locken. Jetzt darf ich nur nicht vergessen, den Plastikbeutel zum Container zu bringen…

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