Kennt ihr das eigentlich von früher, dass eure Mutter, eure Tanten oder eure Großmütter im Sommer auf einmal tonnenweise Obst und manchmal auch Gemüse nachhause schleppten, um diese armen Früchtchen dann in Gläser einzusperren? Früher war es üblich, im Sommer und im Herbst einen Teil der Ernte für den Winter haltbar zu machen. Irgendwann wurde das dann ein wenig unmodern, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, aber jetzt bemerke ich so langsam, dass hier eine Kehrtwende eintritt.

Seit es chic ist, sich mit Landleben, Slow Food, Balkongärtnern und DIY zu beschäftigen, gibt es auch eine Rückkehr zu Eingemachtem – und zwar am besten selbst kreiert. Da werden auf einmal viel beschäftigte Karrierefrauen übers Wochenende zu karierten Schürzen tragenden Landfrauen und kochen zur Erholung und Entspannung 30 kg Erdbeeren ein.

Aber daraus wird dann nicht eine ordinäre Erdbeermarmelade gemacht, nein, es wird eine Kollektion von verschiedenen Geschmacksexplosionen auf Erdbeerbasis kreiert. Ein paar Gläser Erdbeerkonfitüre mit Ingwer und Szechuanpfeffer, ein paar Gläser Erdbeermus mit Rhabarber und Zitronenmelisse und ein paar Gläser Erdbeermarmelade mit Honig und Vanille – speziell letztere Kreation ist dann angelehnt an „Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig“. Wer’s nicht kennt, schaut hier.

Ich persönlich war seither immer gefeit gegen Einmachanwandlungen. Bei meinem jährlichen Marmeladenverbrauch lohnt sich das auch fast nicht. Aber es gibt etwas, was mich mit dem Einmachen verbindet. Zum einen liebe ich Weckgläser, Einmachgläser und Mehrzweckflaschen, die ich dann je nach Größe mit Nudel- oder Reisvorräten fülle oder als Windlicht verwende oder aber einfach als Blumenvase. Zum anderen liebäugle ich schon seit längerem mit dem Thema, Öle oder Liköre selbst zu basteln. Speziell Likör würde mir jetzt gut gefallen, da man den zur Weihnachtszeit auch gut als kleines Geschenk mitbringen kann.

Vielleicht schaffe ich es ja dieses Jahr mal einen tollen Kräuterlikör, Lavendellikör oder Rosenlikör herzustellen! Übrigens, wer wissen möchte, wie andere Blogger zum Thema „Einmachen“ stehen, der kann sich mal auf dem Blog von Küchen Atlas um schauen und vielleicht sogar selbst bei der Blogparade mitmachen.

 

6 KOMMENTARE

  1. Hach… dann ist es doch keine Einbildung von mir, dass ich finde dieses Jahr ist es mir extrem aufgefallen, dass das Thema einmachen wieder mehr Platz bekommt. Du schreibst ja auch von der Kehrtwende.

    Selbst heute auf dem Trödelmarkt gab es Oma´s Tontöpfe und Werkgläser. Also bei dem Gurkentopf kann mein Mann sich echt freuen, dass ich nicht genug Geld mit dabei hatte 😉
    Omas eingemachte Gurken hab ich nämlich geliebt.

    LG Martina

    • Selbst eingelegte Gurken sind bestimmt auch etwas feines. Genauso wie selbst gesäuertes Weißkraut. Aber hier in einer Stadtwohnung ohne Acker in der Nähe und auch ohne geeignetem Keller ist das Einmachen von größeren Mengen fast nicht möglich. Früher, ja da hätte ich es gekonnt, aber nicht gewollt, im eigenen Landhäuslein. Aber jetzt…

  2. Ich liebe Marmelade und mache jedes Jahr welche selbst. Seit wir hier wohnen, gibt es jedes Jahr Brombeermarmelade. Mal so pur, mal mit Äpfeln – mit und ohne Rum. Ist total lecker und wird sehr gerne gegessen, aber hier isst auch jeder Marmelade.

    Ich finde es einfach super, auch mal eigene Sorten zu "erfinden", so wie in diesem Jahr Brombeeren mit Schokolade. Allerdings kaufe ich die gewöhnlichen Sorten lieber, denn bei den günstigen Preisen lohnt das Selbermachen einfach nicht.

    • Das hört sich lecker an, schade dass Du nicht in meiner Nachbarschaft wohnst. Denn dann würde ich gerne immer ein Versucherle von Deinen Kreationen nehmen. Äpfel mit Rum klingt für mich schon herbstlich, wenn nicht gar vorweihnachtlich (vielleicht noch 'ne Prise Zimt drin?) und Brombeeren mit Schokolade hört sich auch sehr verlockend an!

      Ich probiere gerne neue Sorten, aber wenn ich ein normal großes Glas Marmelade öffne, dann kann man sicher sein, dass zwei Drittel dann im Glas alt werden. Für mich reichen eigentlich 50g-Gläser…

  3. Meine beiden Männer sind verrückt nach Marmelade. Deshalb wird bei uns jetzt auch immer fleißig gekocht. Meine Schwiegereltern haben so viele Himbeeren im Garten, die bekommen sie alleine gar nicht weg. Und Erdbeeren werden bei unserem Bauer geerntet. 🙂 Sohnemann mag am liebsten die ganz normale Erdbeermarmelade, aber es entstehen auch immer ein paar Gläser Erdbeer-Rhabarber und Himbeer-Johannisbeer Marmelade.

  4. Ich beneide dich um deine Schwiegereltern bzw. um deren Himbeeren! Ich überleg mir schon seit geraumer Zeit, wo ich Himbeeren ernten könnte. Wollte neulich welche auf dem Markt holen und dachte mich haut's um wegen der Preise. Aber leider ist es in der Innenstadt so, dass frische Beeren wirklich zu Mondpreisen verkauft werden können oder aber man greift auf die günstigeren aus dem Supermarkt zurück und die sind dann ab der zweiten Lage durchgeschimmelt ^^ … ich überlege wirklich gerade, wo hier Himbeeren wild wachsen, damit man sie selbst ernten kann.

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