Die German Open Championships 2012 in Stuttgart gingen heute zu Ende und wir waren auch heute nochmal vor Ort. Auch wenn ich rein gar nichts vom sogenannten Gesellschaftstanz verstehe, zumal ich damals auch nicht die Tanzschule besucht habe, weil ich nicht mit verschwitzten pickeligen Jungs langsamen Rumba tanzen wollte, so hatte ich heute schon einen entschieden besseren Blick dafür, wer in meinen Augen besonders gut tanzte.

Wir begannen heute im Hotel Maritim und der Alten Reithalle, die ein besonders schönes Ambiente für Turniertanz bietet. Ich habe allerdings heute mein Augenmerk verstärkt auf die Nebensächlichkeiten gelenkt, da das Fotografieren von Tanzbildern für mich in eine reine Materialschlacht ausarteten. Dafür ist meine Kamera einfach nicht geeignet, trotz sogenanntem Sport-Programm.

Der eindeutige Renner unter den Frisuren bei den Damen war übrigens auch heute wieder der Dutt, wahlweise als Doppeldutt (DD, kennt man auch als Körbchengröße, ich weiß, meine Herren) oder als einfacher Dutt, aber gepimpt mit allerlei Geglitzer und mit ungefähr 2 kg Haarspray anbetoniert. Muss ja auch halten. Man stelle sich nur vor, da würde einer Tänzerin auf einmal der Dutt wegfliegen und ihr Tanzpartner hätte auf einmal einen Haarschweif zwischen den Kauleisten…

Diese zwei netten Tanzpaare ließen sich freundlicherweise in ihrer kurzen Pause zwischen zwei Turnieren von mir fotografieren. Später konnte ich die vier noch auf dem Parkett in der Alten Reithalle bewundern und dabei fiel mir besonders die Dame im gelben Kleid auf, die für mich in einer schmetterlingsgleichen Art über die Bühne flatterte. Sehr anmutig und wenn ich in der Jury gewesen wäre, hätte ich ihr glatt die volle Punktzahl gegeben.

Zwischendurch war immer wieder Stretching angesagt oder mal eine kleine Verarztung am Fuß. Ich frage mich sowieso, wie vor allem die Frauen so lange auf einigermaßen hohen Absätzen hier Leistungssport aufs Parkett legen können. Nichts anderes ist der Turniertanz. Wenn eine Runde fertig war, die vielleicht ca. 3 Minuten ging, dann kamen die Paare ganz schön außer Atem vom Parkett.

Das Jugendstilambiente der Alten Reithalle, übrigens denkmalgeschützt und deswegen hingen auch an jeder Stahlsäule Zettel mit der Aufforderung, keine Kleidersäcke an die Säulen zu hängen. Das wurde allerdings nur halbwegs ignoriert…

Flatternde Kleider, fliegende Rocksäume und schöne Beine bekam man natürlich jede Menge zu sehen.

Was mir immer wieder auffiel war, dass manche Paare wirklich im Takt zur Musik Grimassen schnitten. Ich habe keine Ahnung ob das eine bestimmte Schule ist (so wie z. B. St. Petersburger für russisches Ballett), die empfiehlt entsprechende Gesichtsausdrücke zu machen oder ob das eine Marotte des jeweiligen Paares ist. Das fiel mir mehrfach auf. Manche machen es und manche nicht.

Wo getanzt wird, da fallen Federn. Oder manchmal auch ganze Federboas, die sich einfach vom Kleid lösen und davon flattern…

Im Hegelsaal des KKL fanden die Turniere für die Nachwuchstänzer statt. Erstaunlich wie schon die Kleinen mit bierernsten Gesichtern Haltung annehmen und im Walzer, Tango oder Rumba übers Parkett schweben. Bevor es jedoch ernst wird und die Jury die Bewertungen vornehmen kann, wird erstmal ein paar Runden lang aufgewärmt und der eine oder andere Tanzschritt nochmal geübt.

Wie die Großen schweben die Kleinen im Walzertakt über den Tanzboden. Die anwesenden Eltern, Verwandten und Coaches feuerten natürlich kräftig an. Mein rechtes Ohr ist jetzt noch ganz angeschlagen, da neben mir eine besonders enthusiastische Mutter stand.

Die letzten Handgriffe zum Styling der Kinder, bevor sie aufs Parkett dürfen. Da werden noch die Haare vollends an den Kopf betoniert oder das Hemd mit ein paar Stichen noch zurechtgenäht, damit es auch wirklich sitzt, wenn der Junge in Tanzhaltung an der Jury vorbeischwebt.

Auch bei den Kindern und Jugendlichen, der sogenannten Söckchenfraktion, konnte man deutlich unterschiedliche Altersklassen ausmachen. Ein bißchen gereifter war dann auch die Art zu tanzen von den etwas älteren Vertretern der „Söckchenfraktion“. Man merkt es einfach, wenn die Bewegungen routinierter werden.

Ich habe mich schon ein paarmal heute gefragt, ob das den Kindern eigentlich wirklich Spaß macht oder ob sie eher aus elterlichem Ehrgeiz beim Turniertanz gelandet sind. Die meisten Kids waren sehr ernst und angespannt, so dass ich wirklich den Eindruck hatte, dass oftmals die Freude am Tun fehlte. Es fiel richtig auf, wenn mal ein paar Kinder lachten.

Hier werden noch die letzten Instruktionen gegeben, bevor es dann aufs Parkett geht und die Wertungsrichter ihre Noten vergeben.

Nach dem Tanz verbeugt man sich artig vor dem Publikum und ist gespannt auf die Wertungen der Jury. Leider sind meine Preisträgerfotos etwas verwackelt und deswegen verweise ich an dieser Stelle einfach auf die Internetpräsenz des GOC Stuttgart. Da stehen dann detailliert die Teilnehmerlisten, Preisträger und die verschiedenen Turniere, die in den letzten 5 Tagen hier stattfanden.

Das nächste Mal dann im Jahr 2013 wieder…

 

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