Als Stuttgarterin fühlte ich mich fast verpflichtet mich für den historischen Roman um Ferdinand Porsche auf der Plattform Blogg dein Buch zu bewerben, schließlich werden diese Fahrzeuge neben der anderen weltberühmten Marke vornehmlich bei uns in Stuttgart entworfen und hergestellt. Und ich sollte es auch nicht bereuen mich ausgerechnet für einen Roman über das Leben eines Ingenieurs und Automobilkonstrukteurs zu interessieren.

Schon nach den ersten Seiten war ich mitten drin im Geschehen und es ging in rasanter Fahrt durch das Leben des Dr. Ing. h. c. F. Porsche, dessen Stuttgarter Domizil ich erst neulich wieder beim Spaziergang bewundert habe.

Die Rahmenhandlung spielt im Jahr 1950, als Ferdinand Porsche von seinem Neffen von der Internationalen Automobilausstellung in Paris via Stuttgart in sein geliebtes Schüttgut nach Zell am See chauffiert wird.

Als Leser ist man dann auch schon mitten in der Familiengeschichte des Ferdinand Porsche gefangen, als er während der Fahrt gedanklich zurück in seinen Geburtsort Maffersdorf in Böhmen wandert und seine Jugend Revue passieren lässt. Wie der despotische Vater versucht hat, seine Träume schon im Ansatz zu ersticken, nur damit der junge Ferdinand entsprechend alter Tradition später den väterlichen Betrieb übernehmen wird. Und wie die Mutter mit ihrer Diplomatie die Fäden aus dem Hintergrund knüpft und sicherlich maßgeblichen Einfluss darauf hatte, dass die Weichen so gestellt wurden, dass aus Ferdinand kein Spenglermeister in Maffersdorf wurde sondern eben jener legendäre Dr. Ing. h. c. F. Porsche.

Stellenweise liest sich das Buch wie das Who-is-Who der Rennfahrer und Autmobilkonzerne, aber niemals ermüdend, sondern stets in unterhaltsamen Kontext gebettet. Mehr als einmal hatte ich sogenannte Aha-Erlebnisse und konnte mir die ganzen Zusammenhänge bestens bildlich vorstellen und dadurch auch besser verstehen. Ferdinand Porsche legte trotz – oder gerade wegen seines atemberaubenden Lebens- und Arbeitstempos großen Wert auf die Familie und den Zusammenhalt, was der Autor Gunter Haug sehr gut zu transportieren versteht. Die Familie umfasste – so könnte man meinen – nicht nur die engere und weitere Verwandtschaft, sondern auch seine Mitarbeiter, denen er die Treue hielt so wie sie ihm. Mehr als einmal trommelte er an einem neuen Wirkungsort wieder seine Belegschaft zusammen, die am liebsten sofort wieder mit ihrem Ferdinand Porsche zusammenarbeiten wollten.

Die Geschichte um den großen Ingenieur fliegt einem in porschetypischem Tempo um die Ohren, genau richtig um einen 442 Seiten starken Roman in einem Zug durchzulesen. Rückblicke, Dialoge, Historie und für mich auch Heimatkolorit wechseln sich in einer spannenden Folge ab und sorgen dafür, dass man beim Lesen stets wach bleibt. Zumindest ist mir bei diesem Buch kein einziges Mal passiert, dass ich schon vor dem Entschluss es zur Seite zu legen eingeschlafen wäre.

Der Autor Gunter Haug hat gründlich recherchiert und die Ergebnisse in unterhaltsamer Form verpackt. Er schreibt meiner Ansicht nach um gelesen zu werden und genau das kann ich hier auch besten Gewissens empfehlen, nämlich das Buch „Ferdinand Porsche – Ein Mythos wird geboren“ in die Hand zu nehmen und zu verschlingen! Wer es jetzt sofort haben möchte, kann direkt hier bestellen. Das Buch ist fast noch druckfrisch, erschienen am 20. August 2012 beim Landhege Verlag, gebunden, mit Schutzumschlag und kostet € 19,90.

Ferdinand Porsche
Ein Mythos wird geboren
Historienroman
Autor: Gunter Haug
Landhege Verlag
448 Seiten, gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3943066043

€ 19,90

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