Diese Geschichte hier ist wirklich aus dem Leben gegriffen. Nicht mir passiert, auch nicht meinen direkten Angehörigen, aber eben jemandem um zwei Ecken. Nein, wir haben ihn nicht um zwei Ecken gebracht, sondern es ist einer den einer kennt, den wir kennen…

Also eben jener wohnt in einer Kleinstadt, die sagen wir mal akademisch überdurchschnittlich hoch belastet ist. Auch mit angehenden Akademikern, aber das sei jetzt mal dahingestellt. Und eben jener ist von Haus aus nicht arm. Seine Eltern haben Immobilienbesitz, mehr als sie selbst bewohnen könnten.

Und deswegen wird ein Teil davon vermietet. Ist ja ganz normal. Nun ist die benachbarte Immobilie zum Wohnhaus desjenigen an ein Etablissement vermietet. Geld stinkt ja bekanntlich nicht, also ist es ja mehr oder weniger gleichgültig, welcher Gewerbezweig hier eingemietet ist.

Jetzt war neulich ein schöner lauer Sommerabend und der Bekannte um zwei Ecken, seines Zeichens selbst Unternehmer in einer konventionellen Branche, saß abends noch im Garten und bekam auf diese Weise auch mit, wer aus dem benachbarten Haus herauskam, bestimmt auch, wer zuvor hineinging, bevor er herauskam. Natürlich kann man auch in der Kleinstadt nicht alle Leute kennen, ist ja klar.

Gegen später kam dann ein Herr aus dem Etablissement und offensichtlich plagte ihn ein arger Druck, den er jetzt endlich loswerden wollte. Also erleichterte er sich kurzerhand an der Einfriedung des vom Vermieterssohn bewohnten Grundstückes. Ich sag da ja immer „Männer und Hunde…“ und verdreh dabei die Augen.

Der im Garten verweilende Bekannte und Sohn der Vermieter bekam das natürlich mit, ist ja auch nicht unhörbar, wenn die Bächlein rauschen. Also sprach er den feinen Pinkel an und fragte ihn, ob es in dem Gebäude nebenan eigentlich keine Toiletten gäbe. Der Angesprochene fühlte sich angegriffen und in seinem Recht auf freie Auswahl anzupinkelnder Grundstücksgrenzen beeinträchtigt.

Deswegen ranzte er zurück, das ginge den Fragesteller überhaupt nichts an. Er war wohl nicht nur sehr unter Druck, sondern auch gut abgefüllt. Der Bekannte insistierte und legte nochmal nach, so wie man das eben kennt, wenn ein Wort das andere gibt. Daraufhin reichte es dem Pisser dann und er fragte, ob der Bekannte eigentlich nicht wisse, mit wem er es hier zu tun habe.

Nein, wusste er nicht. Daraufhin klärte ihn der emotional aufgewühlte und beim Verrichten seiner Notdurft gestörte Bordellbesucher und Freiluftpinkler auf und sprach laut und vernehmlich, er sei der Staatsanwalt Dr. „Max Mustermann“ aus „Beispielingen“ (Namen und Ort von der Redaktion geändert)…

Wildpinkeln, wie man das so schön nennt, ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern von ca. 30 – 80 Euro geahndet werden. Aber das weiß der Herr Staatsanwalt wohl nicht und auch nicht, dass man im Puff noch mal eben schnell auf die Toilette gehen kann.

 

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