Wer derzeit durch Stuttgart läuft, wundert sich bestimmt das eine oder andere Mal über die vielen geschniegelten, gebügelten, gelackten und gegelten jungen Menschen, die derzeit das Straßenbild verschönern. Sie kommen von überall her, aus Russland, Polen, Frankreich, Italien, aber auch aus Japan oder China. Alle extra nach Stuttgart.

Und warum? Weil hier das größte und bedeutendste Turnier weltweit stattfindet, die 26. German Open Championships, kurz GOC. Hier wird getanzt was die Füße hergeben und die Absätze tragen können. Ob Senioren, Junioren oder Kinder, ob Walzer, Boogie oder Latin – alles gibt es hier zu sehen.

Sinn und Zweck ist natürlich, die jeweils besten Paare aus verschiedenen Wettbewerbsklassen herauszufinden. Für mich rätselhaft, wie man unter lauter Könnern noch die besten herausfinden soll. So den einen oder anderen Unterschied habe ich auch bemerkt. Manche Frauen hatten schönere Kleider als die anderen und manche Paare bewegten sich hektischer, andere runder, wieder andere aufreizender. Aber wie man da die Sieger herausfiltern soll bleibt mir trotzdem ein Rätsel.

Wir waren dieses Jahr das erste Mal dabei. Ich kannte solche Turniertanzveranstaltungen sonst nur aus meiner Kindheit, verbunden mit der Heimkehr vom Sonntagsspaziergang und artigem Kaffeetrinken mit TV-Begleitung. Da kam dann oft Turniertanz, der einzige Sport, der mich damals im Fernsehen interessiert hat.

Heute war auch Töchterlein dabei und war ganz fasziniert. Ihr Berufswunsch ab sofort: Turniertänzerin. Sie möchte am liebsten jetzt gleich loslegen und am allerliebsten morgen dann beim GOC bereits mittanzen. Aber ob das so schnell geht…

Jedenfalls haben ihre Sprüche nicht nur zu meiner Erheiterung beigetragen, sondern auch mal eben in Kurzform erklärt, warum das beim GOC so ist, wie es ist.

Also, erstens merkt man im Publikum sowieso nicht, wenn die Paare nicht fehlerfrei tanzen, weil die Leute im Publikum die Tänze sowieso nicht können.

Und zweitens tragen die Herren immer diese Nummern auf dem Rücken, weil man sie sonst verwechseln würde. Die Damen kann man ja am Kleid erkennen.

Klar, sehe ich auch so. Sowohl was das vertuschen von Fehlern angeht. Dem unwissenden Publikum kann man sicherlich alles verkaufen, die kennen ja die Choreografie nicht. Und auch das mit den Nummern auf den männlichen Rücken erscheint mir schlüssig. Ich hätte sogar beinahe einen der Tänzer im Foyer für eine Schaufensterpuppe gehalten…

So, genug geschwafelt, ab hier gibt’s jetzt nur noch was aufs fürs Auge…

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich schöne Menschen in schönen, glitzernden Klamotten anzusehen, die sich auch noch sehr schön zu schöner Musik bewegen, der hat vielleicht morgen nochmal eine Chance. Ich sage bewusst vielleicht, weil ich nicht weiß, ob es noch Karten gibt! Aber man kann ja bei Interesse direkt mal dort nachfragen, Kontaktmöglichkeiten findet man auf deren Internetpräsenz.

Übrigens war es gar nicht so einfach, die vielen tanzenden Paare zu fotografieren. Ein Handicap war die Entfernung. Wir saßen nicht gerade sehr weit vorne, also musste ich immer zoomen bis zum Anschlag. Das andere Handicap war, dass sich die Paare viel zu schnell übers Parkett bewegten. Ich kam manchmal gar nicht mehr hinterher und meine Kamera auch nicht. Aber ein Erlebnis war es trotzdem, ganz anders als sonntagnachmittags vor dem TV.

 

2 KOMMENTARE

  1. Tolle bewegte Tanzbilder 🙂 Wäre Stuttgart nicht so weit entfernt, hätte ich mir gerne mal so ein Wettbewerb live angeschaut. Kenne die Wettbewerbe nämlich auch nur aus dem TV..

    Sobald deine Tochter mittanzt berichtest du aber nochmal darüber oder? 🙂

    Lg geelester

  2. Die kommen hier von überall her, sogar aus Russland, Japan oder China – das nur zur Entfernung 😉
    Natürlich werde ich berichten, sobald meine Tochter mittanzt, fragt sich nur, ob das morgen schon ist ^^
    LG Sabine

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