Wie bereits angekündigt, fand ja gestern das Bürgerfest im Landtag von Baden-Württemberg statt, der damit auch gleichzeitig sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Wir waren ja vor zwei Jahren auch schon dabei, aber dieses Jahr war es irgendwie viel entspannter. Was sicherlich nicht zuletzt daran lag, dass Baden-Württemberg mittlerweile einen kompletten Farbwechsel durchgemacht hat und bei der letzten Landtagsveranstaltung für die BürgerInnen dieses Landes doch auch die politische Intention eine ganz andere war.

Dieses Jahr war es friedlich, ruhig und nicht so voll und das Wetter passte perfekt zur Veranstaltung, so dass man auch mal eine Runde um den Landtag flanieren konnte ohne nasse Füße oder einen Sonnenstich zu bekommen.

Während sich die Großen mehr oder weniger mit Landespolitik und deren Machern beschäftigen konnten, war für die Kleinen wieder ein vielfältiges Programmangebot vorhanden, wo sie sich von kreativ bis experimentell austoben konnten. 

Im Angebot für die Kinder waren neben der Kunstwerkstatt der VHS unter der Leitung von Andrea Liebe auch im Foyer zahlreiche Angebote, bei denen sie sich ausprobieren konnten. So zum Beispiel die Möglichkeit mit Violinbögen auf mit Sand bestreuten Metallplatten Muster hineinzugeigen, die durch die Vibration entstanden.

Oder mit einem eingespannten Kugelschreiber auf einem schwingenden Malbrett, das mit Papier belegt ist, die tollsten Muster zeichnen (lassen). Oder vor dem Landtag auf der Wiese mal auf ein echtes Motorrad der Polizei zu sitzen und eine Runde um den Landtag düsen (aber nur in Gedanken). Oder Löcher bohren für ein Insektenhotel… es gab wieder jede Menge Sachen auszuprobieren und zu erkunden.

Auch die Räume der einzelnen Parteien konnten wieder besichtigt werden und auch hier gab es für Groß und Klein mehr oder weniger viel Unterhaltung. Die FDP hatte sich auch dieses Jahr wieder etwas Besonderes einfallen lassen: viele gelbe Luftballons schmückten den Raum. 
Außerdem gab es einen Parkours der Sinne, bei dem man über Hören, Sehen, Fühlen, Tasten und Riechen verschiedene Dinge erraten sollte und am Ende auch etwas gewinnen konnte. Beeindruckt haben mich die Riechsäckchen, zumal ich hier noch mutmaßte, ob da vielleicht MdL-Söckchen drin stecken…
Um gleich noch bei der gelben Partei zu bleiben: der ehemalige Justizminister von Baden-Württemberg Prof. Dr. Ulrich Goll scheint in die Musik- und Unterhaltungsbranche eingestiegen zu sein. Jedenfalls spielte er mit großer Begeisterung E-Gitarre und mit ihm noch einige andere mehr oder weniger bekannte Gesichter.

Bei den Grünen gab es auch eine Sehen-Riechen-Fühlen-Parkours, doch der war deutlich besser besucht und schien irgendwie attraktiver zu sein. Jedenfalls konnte man hier auch den einen oder anderen Anzugträger dabei beobachten, wie er unbeholfen versuchte, aus dieser Kuh „Milch“ herauszupressen. Glücklicherweise war’s keine echte Kuh! Die hätte denen schon was erzählt…

Auch die Aktion vom SWR erfreute sich allergrößter Beliebtheit. Hier konnte man mal ausprobieren, wie es sich anfühlt als NachrichtensprecherIn vor der Kamera zu stehen. Zunächst durfte man sich einen kleinen Text aussuchen und diesen ein paarmal durchlesen um sich vorzubereiten. Dann wurde es ernst und man durfte die Nachrichten für die Landesschau in die Kamera sprechen. Als Erinnerung konnten die angehenden NachrichtensprecherInnen auch noch eine DVD mitnehmen, auf der Filmsequenz abgespeichert war.

 Der Nachrichtensprecher der Landesschau, Michael Saunders, posiert mit einer Kollegin (? ich schaue nie fern und weiß das deswegen nicht) für ein Foto, während im Hintergrund schon die nächste angehende Nachrichtensprecherin für ihren Auftritt probt.

Gegen 16 Uhr finden sich die Kinder, die bei der VHS Kunstwerkstatt dabei waren, im Antenne1-Zelt ein um auf die Preisverleihung zu warten. Nach ein paar kurzen Inverviews durch den Moderator…

… verteilen Brigitte Lösch (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) und Guido Wolf (CDU, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg) die Mitmachpreise für die kleinen Künstler.
Alles in allem war es dieses Jahr eine sehr gelungene Veranstaltung. Es waren wohl um die 10.000 Besucher auf dem Bürgerfest und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass es zu überlaufen wäre. Die Stimmung war recht entspannt und fast schon vermisste ich die eine oder andere engagierte Diskussion wie man sie vor zwei Jahren noch im Übermaß fand…
   

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