Die Pfingstferien sind vorbei und für viele Leute ohne schulpflichtige Kinder beginnt wohl jetzt die Urlaubssaison. Zumindest konnte mir meine heimgekehrte Tochter von einer massiven Touristenstromzunahme am Urlaubsort in den letzten beiden Tagen berichten.

Aber nur am Strand liegen, sich eine Mallorca-Akne holen und auf die Wellen starren ist ja auch nicht immer so das unterhaltsamste. Also muss was zu lesen her. Etwas, das man auch bei erhöhter Sonnendosis noch versteht und was trotzdem spannend, amüsant und unterhaltsam ist.
Genau dafür bieten sich meiner Meinung nach die Provinzkrimis von Rita Falk bestens an. Ich habe mir die Bände „Winterkartoffelknödel“, „Dampfnudelblues“ und „Schweinskopf al dente“ in den letzten Wochen durchgelesen und habe mich amüsiert.

Franz Eberhofer, der Polizeikommissar in einem Provinzdorf in der Nähe von Landshut, hat immer wieder knifflige Fälle zu lösen. Man glaubt es kaum, was in so einem bayerischen Nest alles los ist. Seine schwerhörige Oma, mit der er und sein zehenamputierter Vater zusammen leben, führt das Regiment in der Familie und lässt sich vom Franz stets zu den Discountern mit den besten Sonderangeboten kutschieren – im Streifenwagen versteht sich. Dafür kocht die Oma aber auch wie keine andere! Obatzda, Schweinebraten oder Fleischpflanzerl – gegessen wird so einiges in diesen drei Kriminalromanen.

Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz, sei es, dass der Franz sich in eine Betrügerin verguckt oder dass die Gemeindeverwaltungssekretärin auf Abwegen bei einem italienischen Lover landet, von dem sie unter Einsatz aller verfügbaren menschlichen Ressourcen wieder zurückgeholt wird. Ganz zu schweigen vom Romantikurlaub auf Mallorca von Franz und seinem ehemaligen Kollegen, der sich mittlerweile als Privatschnüffler betätigt, seitdem er vom Dienst suspendiert wurde weil er im Dienst einen Kinderschänder mit der Knarre kastrierte.

Der Franz, also der Eberhofer Franz, geht zwischendurch immer mit seinem Ludwig eine Runde, die je nachdem was so anliegt, mal schneller und mal langsamer abgearbeitet wird. Manchmal trifft er da den Simmerl und den Flötzinger beim Wellnessen, manchmal trifft er schlicht und ergreifend auf verdächtige Objekte oder Subjekte, die er sich dann etwas näher anschauen muss.

Die drei Bücher sind allesamt sehr unterhaltsam und in bayrischem Stil geschrieben. Natürlich nicht in Dialekt, aber in der den Bayern ureigenen Grammatik. Mehr als einmal musste ich lachen, meistens las ich schmunzelnd vor mich hin. Im Anhang eines jeden Buches sind dann noch die Rezepte der Oma abgedruckt, damit man auch zuhause mal einen hammermäßigen Kartoffelsalat zum Leberkäs‘ servieren kann oder ein anderes bayrisches Schmankerl wie den Apfelstrudel oder die Dampfnudeln mit Vanillesoß‘.
Alle drei Bücher kann ich nur empfehlen, die Story ist letztendlich egal. Was zählt ist die gute Unterhaltung!
   

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