Ich fuhr kurz runter um den Briefkasten zu leeren. Abgesehen von der üblichen Post war auch ein Abholschein drin, der zwar besagte, dass etwas für mich ankommen wollte, aber leider nicht wo ich das Päckchen abholen kann. Beim Nachbarn? Derer gibt es viele. Auf der Post vielleicht? Keine Ahnung.

Zeitgleich kam einer meiner Hausmitbewohner nachhause. Ich öffnete ihm die Tür und marschierte Richtung Aufzug. Ich fragte ihn ob er noch kurz den Briefkasten leeren wolle, aber der Herr Nachbar war seelig lächelnd und schnupperte an seinem Gemüse.

Also drückte ich für ihn im Fahrstuhl gleich das Stockwerk und für mich sowieso. Herr Nachbar wohnt im 3. Stock, ich im vierten. Ich drückte auf die zwei und die vier. Herr Nachbar fing im Fahrstuhl eine kleine Plauderei an und fragte mich, ob ich das Kraut kennen würde, das sei Liebstöckel.

Ich meinte, das sei doch bestimmt das Kraut von der Sellerie. Er verneinte und verwies nochmal auf den Liebstöckel, schenkte mir einen Stängel davon und dann hielt auch schon der Fahrstuhl. Er machte erst keine Anstalten auszusteigen, also stieß ich eben die Tür auf, damit der Fahrstuhl nicht einfach weiterfuhr.

Er stieg aus, lächelte leicht grenzdebil und ging schnurstracks zur Treppe um eine Etage tiefer zu steigen…

Ich fuhr unterdessen in den vierten Stock und lachte mir ’nen Ast über unsere doppelte freud’sche Fehlleistung…

 

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