Ostern naht mal wieder unaufhaltsam mit Riesenschritten. Viel Zeit bleibt nicht mehr um noch aufwendige selbstgemachte Ostergeschenke in rauen Mengen herzustellen. Je nachdem wie groß die Familie und der Freundeskreis ist, muss man dann eben wieder auf die schneller zu bastelnden nützlichen Kleinigkeiten zurückgreifen oder aber man schmeißt tonnenweise Schokoeier in die Wiese und lässt die Schokoholics eben suchen bis zum Abwinken.

Was aber bei Hobbyköchen bestimmt gut ankommt, sind Topflappen. Und zwar solche, die farblich auf die Küche abgestimmt sind und die auch noch groß genug sind, damit man sich die Finger nicht verbrennt. Die üblichen Teile sind ja eher für zierliche Damenhändchen gedacht. Wer aber einen männlichen Kampfkocher zuhause hat, der sollte diesem schon ein paar Quadratzentimeter mehr Topflappen zugestehen.

Ich persönlich liebe auch eher Topflappen, die den Namen „Lappen“ auch verdient haben und sich nicht nur als verkümmerte Läppchen präsentieren. Deswegen hat mein Topflappen eklatante Vorteile gegenüber den herkömmlichen Teilchen:

  • mit 22 cm Kantenlänge groß genug, um auch Männerhände vor Verbrennungen zu schützen
  • die Schlaufen sind auch groß genug, um die Topflappen bequem aufhängen zu können, zur Not auch an einem Türknauf – also nie wieder pfriemeln, damit man das Teil auf den Haken bekommt, sondern einfach lässig über den Haken werfen!
  • die rechteckige Form ist einfach praktischer, zum Beispiel beim Transportieren von heißen Auflaufformen
  • mit festen Maschen im feschen Streifenmuster sind sie dicht genug um vor Verbrennungen zu schützen und schön genug um jede Küche chic aufzumöbeln
  • die reziproke Musterung ist ein absoluter Eyecatcher, die Dinger passen zwar zusammen, sehen aber trotzdem nicht so langweilig aus wie absolut identische Topflappenzwillinge

So, genug des Lobes! Wer sie nachbauen will, braucht für diese Art von Topflappen je einen Knäuel Topflappengarn 8-fädig 100% BW (50 g/85m LL) pro Farbe (ich rechne hier mit dreifarbigem Muster), eine passende Häkelnadel (Nr. 3,5/4,0) und Lust zum Häkeln. Und ein paar Stunden Zeit.

Begonnen habe ich mit 40 Luftmaschen, die ich dann Reihe für Reihe mit festen Maschen abgearbeitet habe. Zum Beispiel *R 1-3 in blau, R 4 + 5 in weiß, R 6 in rot, R 7 + 8 in weiß und ab * wiederholend, so lange bis man insgesamt 5 dicke blaue Streifen im Muster hat. Hier in der letzten Reihe vor dem zurückhäkeln an der Ecke eine Schlaufe aus 20 LM häkeln, dann die letzte Reihe ganz normal zurück häkeln und ab da eine Runde um den ganzen Topflappen feste Maschen in blau setzen, den Aufhänger ganz dicht mit festen Maschen umhäkeln und dann sind wir auch schon fast fertig.

Ganz fertig sind wir erst, wenn dann die Fäden vernäht sind. Das ist immer das lästigste an der Häkelei und Strickerei. Deswegen war ich bei diesen beiden Topflappen faul und habe die Fadenenden gleich mit reingehäkelt, was aber leider nicht zur Unsichtbarkeit derselben geführt hat. Wer also sauber produzieren will, vernäht die Fäden!

So, noch ein paar Eier farblich passend dazu anmalen und fertig ist das Ostergeschenk!

Vom Rest des Garns habe ich dann fürs Töchterlein noch ein schickes Armband gehäkelt, ganz im Trend in rotweißblau mit dem gewissen Ostküsten-Flair. Dieses Armband wurde dann in der Schule auch gleich von den Klassenkameraden und -innen gelobt und begehrt – „So was will ich auch!“ – selberhäkeln sag ich da nur! So ein Teil scheint doch fast Anreiz genug zu sein, um zumindest mal die Grundlagen des Häkelns zu lernen. Leider ist das ja heute nicht mehr Bestandteil des Lehrplans!

Aber natürlich eignet sich auch so ein Armband oder Freundschaftsband prima als Kleinigkeit fürs Osternest oder als Mitbringsel zwischendurch.

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