Heute beim Bäcker hatte ich mal wieder ein Aha-Erlebnis. Aha, man muss also nicht unbedingt irgendetwas besonders gut können und auch nicht besonders freundlich sein, wenn man seinen Lebensunterhalt als Bäckereifachverkäuferin verdienen möchte.

Der Bäcker neben unserer Schule gehört einem lokalen Filialisten, der aber trotz seines Filialsystems doch recht gute Ware anbietet. Nur mit dem Personal scheint er kein ganz so glückliches Händchen zu haben. Heute erwischte es mich volle Breitseite, dass ich das Vergnügen hatte, mit einer der unfähigsten Verkäuferinnen zu tun zu haben.

Ich betrat den Laden, außer mir war ein Herr am Stehtisch, der gerade seinen Kaffee zu sich nahm. Die Verkäuferin hinter der Theke sah nicht halb so frisch und appetitlich aus wie die Backwaren, die sie verkaufen sollte. Nach ihrer genuschelten Begrüßung und der Frage, was ich gerne hätte, bestellte ich. Und zwar ein helles Laugenbrötchen (0,50 Euro) und eine Käsestange (0,85 Euro), die im vorderen Bereich der Theke lag und auf die ich auch zeigte. Sie packte irgendwas ein, aber nicht nur das was ich wünschte.

Ich bemerkte es und sagte ihr, dass ich gerne die Käsestange da vorne haben wolle. Sie schien zu verstehen, dass ich gerne 2 von den Laugenkäsestangen haben wollte, von denen sie mir zuvor eine eingepackt hatte. Das bemerkte ich aber erst, als sie dann irgendwas in die Kasse tippte, mir einen Preis nuschelte, ich ihr einen Zwanziger reichte und dann das Wechselgeld erhielt: 16,50 Euro gab sie mir zurück.

Mein Instinkt sagte mir, dass das nicht ganz richtig sein könne. Also sagte ich ihr, dass das Wechselgeld nicht stimmt. Sie beharrte darauf, dass sie richtig rausgegeben hatte, schließlich zeigte ihr die automatisch rechnende Kasse diesen Betrag an. Schon blöd, wenn man nicht mehr selber rechnen kann…

Ich erklärte ihr, dass ein Laugenbrötchen und eine Käsestange niemals 3,50 Euro kosten würden. Sie holte demonstrativ die Laugenstangen aus der Tüte und siehe da, es waren zwei von der falschen Sorte. Da behauptete sie auch noch, die hätte ich bestellt. Ich sagte ihr, dass ich auf die da vorne gezeigt habe. Ihre Antwort, ganz selbstbewusst und frech: Wie soll ich das sehen, wenn ich nach hinten schaue!? … Ich staunte nicht schlecht und antwortete ihr, dass sie doch zumindest ihre Kundschaft auch mal anschauen könne.

Ok, jetzt wurde die richtige Käsestange eingepackt. Sie rechnete kurz das aktuelle Wechselgeld aus und tauschte ein paar Münzen. Jetzt hatte ich 18,35 Euro als Wechselgeld auf dem Teller liegen. Aha! Ich sagte ihr, dass das so nicht stimmt. Sie beharrte darauf, dass das richtig sei. Ich stellte ihr die Frage, was 50 Cent plus 85 Cent ergeben würden. Antwort, wie sollte es auch anders sein: 1,65 Euro! Spätestens an dieser Stelle hätte ich gehässig werden wollen, riss mich aber zusammen.

Wir rechneten nochmal ganz langsam zusammen, sie holte gar ihren Taschenrechner zu Hilfe. Mit Ach und Krach ließ sie sich dann davon überzeugen, dass die von mir gekauften Backwaren 1,35 Euro kosteten und ich demzufolge 18,65 Euro als Wechselgeld zurückbekommen sollte. Da hatte sich dann ihre forsch dreiste Art auffällig ins Gegenteil umgekehrt.

OMG! Herr schmeiß Hirn ra‘! Ich möchte gar nicht wissen, wie es den ganzen Grund- und Hauptschülern hier ergeht, wenn sie einkaufen und Wechselgeld zurückbekommen sollen… die rechnen doch bestimmt nicht nach!

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here