Gestern war ein richtig toller Frühlingstag, den wir so wie viele andere auch ausgenutzt und im Freien verbracht haben. Entgegen der Wetterwarnungen meiner Mutter – kalter Ostwind, zieht Euch warm an und vergesst den Schal nicht! – haben wir uns dann doch getraut, temperaturgerecht mit T-Shirt und leichter Jacke rauszugehen, die sich aber im Laufe des Sonntags dann als überflüssig erwies.

Unsere Tour ging gestern von der Haltestelle Waldau aus rüber zum Haus des Waldes, das wir zwar schon letzte Woche aufgesucht hatten, aber da relativ unbelebt vorfanden sowohl was die Fauna betraf – 1-2 tote Frösche, die rücklings im Teich dümpelten – als auch was das Haus selbst betraf – geschlossen wegen der vorangegangenen „Langen Nacht der Museen“.


Aber gestern war alles anders! Jede Menge Leute, große und kleine, jede Menge Frösche und Kröten einzeln, zu zweit oder zu mehreren im Froschteich und jede Menge Sonnenstrahlen. Kurz: es war richtig schön!

Von da aus ging es dann weiter Richtung Degerloch einmal quer durch den noch kahlen Frühlingswald. In Degerloch gab es dann Eis von der Eisdiele in der Rubensstraße, die ich schon seit gefühlten 100 Jahren kenne.

Eine interessante, für mich neue Eissorte habe ich da probiert, Fleur de Sel. Farbe weiß mit rotbraunen Schlieren und Klumpen drin, die eher salzig als süß schmeckten. Bestenfalls war das irgendwas karamellisiertes. Schlechtestenfalls war das etwas, was ich lieber nicht so genau wissen wollte. Sah aus wie Hinterlassenschaften, die man manchmal auf dem Trottoir findet.

Am Albplatz ging es dann durch die Unterführung auf die andere Seite und von dort aus dann direkt durch das Degerlocher Weinbaugebiet entlang des Schimmelhüttenweges in Richtung City. Da war es richtig schön, hat sogar meiner Tochter ausgesprochen gut gefallen, die es sich bald auf einer schmalen Weinbergtreppe gemütlich machte und in die Sonne blinzelte.

Man glaubt es kaum, dass man direkt in Stadtnähe solche schönen Plätze findet. Glatt könnte man es hier für eine ausgewiesene Urlaubsregion halten, wenn man nicht wüsste, dass es nicht mal 1 km Luftlinie bis zur nächsten urbanen Bebauung sind und wenn man nicht den steten Strom der Motorengeräusche wahrnehmen würde, der sich den Hügel entlang nach oben verbreitet.

Das Licht ist ganz erlesen dort, es erinnert fast an Renoir oder Monet, und die klimatischen Bedingungen sind hier auch ganz anders als ein paar Meter weiter oben auf dem Albplatz. Übrigens wächst hier auf dem Scharrenberg, der wohl die kleinste Einzelweinlage Deutschlands ist, hauptsächlich Trollinger, der typische schwäbische Vierteleswein. Im Juni gibt es hier immer das Weinblütenfest auf dem Schimmelhüttenplatz, das ich vor Jahren mal mitgemacht habe und mir in guter Erinnerung geblieben ist. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr mal wieder hinzugehen.

Nach dem Abstieg landeten wir an der Rückseite vom Marienhospital, von wo aus wir dann bequem nachhause laufen konnten. Insgesamt waren wir 4,5 Stunden unterwegs, mit Pausen natürlich. Meine Tochter hat super mitgemacht und dürfte dann bald fit sein für 20 km Touren!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here