Wie bereits erwähnt sind die Tage rund um den Jahreswechsel ideal für mich, kiloweise Bücher zu lesen. So intensiv komme ich sonst das ganze Jahr nicht dazu. Vorteil ist, meine Tochter liest auch, so dass wir uns beide nicht gegenseitig nerven, sondern jeweils in unsere Bücher vertieft sind.

Dieses Mal geht es um das Buch „Was vom Tode übrig bleibt: Ein Tatortreiniger berichtet“ von Peter Anders. Ich hatte dieses Buch schon im Herbst mal im Buchhandel entdeckt und mich prompt gleich mittendrin festgelesen und vor mich hingeschmunzelt. Naja, da hatte ich auch die einzige Geschichte erwischt, in der es nicht darum ging, die Überreste nach dem Tod eines Menschen zu entfernen. Ich kaufte das Buch damals nicht, weil ich nicht wollte, dass meine Tochter einfach Zugang zu dieser Art von Literatur hat. Sie ist jetzt in dem Alter, in dem sie alles liest, was ihr in die Hände kommt. Jetzt habe ich es mir aber über die Feiertage ausgeliehen, d. h. das Buch verschwindet dann auch wieder aus unserem Haushalt und das war für mich damit absolut vertretbar.


Taschenbuch

Die Schreibweise von Peter Anders ist trocken, fast schon witzig durch seine Vergleiche, die er immer wieder anstellt und die im normalen Leben so gar nichts mit dem Sterben und was davon übrig bleibt zu tun haben. Oder zumindest bringt man manche Dinge nicht so krass in Zusammenhang. Wer denkt schon beim Garen von Festtagsbraten an etwas anderes als Gänse, Schweine oder Rinder im Ofen?

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Peter Anders berichtet von seinen Fällen, zu denen er gerufen wird, wenn Feuerwehr, Notarzt, Polizei und Angehörige nichts mehr tun können und er letztlich nur noch beauftragt wird, sämtliche Spuren zu beseitigen, die der Verstorbene nach seinem Ableben hinterlassen hat. Oft sind das recht heftige Spuren, abhängig davon wie der Mensch ums Leben kam oder wie lange er von seinen Hinterbliebenen – sofern er welche hatte – nicht vermisst wurde.

Es ist sicherlich kein Buch für zartbesaitete Menschen und auch nicht unbedingt dafür gedacht, es mal so eben neben dem Essen zu lesen – das sollte man ja ohnehin nicht tun. Aber wer einen überaus interessanten Blick in das Berufsbild eines Tatortreinigers werfen möchte, der sollte sich dieses Buch zulegen. Ich habe das Buch gerne und in einem Zug durchgelesen. Es ist spannend und trotz des ernsten Themas mit einer Art von trockenem Humor geschrieben, der mir sehr gelegen kommt. Absolut empfehlenswert für Leser, die sonst immer nur Thriller lesen, die bekanntlich in den meisten Fällen nur wenig mit der Realität zu tun haben.

Nach dieser Lektüre ruft man vielleicht doch ein bißchen öfter bei seinen älteren Verwandten an und erkundigt sich nach deren Wohlergehen…

Was vom Tode übrig bleibt: Ein Tatortreiniger berichtet
Autor Peter Anders
Heyne Verlag
Taschenbuch 256 Seiten
ISBN-10: 345360184X 
ISBN-13: 978-3453601840
€ 8,99


   

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