Letzte Woche erhielt ich über die
Plattform „Blogg dein Buch“ ein Exemplar des Büchleins
„Gäste-Austreibung – Ein Crashkurs für gequälte Gastgeber“von Martin Lagoda. Neugierig wie ich war nahm ich das noch
eingeschweißte Buch mit in ein Wartezimmer, um mir mit der Lektüre
die Zeit ein wenig zu vertreiben. Ich las in Anwesenheit mehrer
fremder Personen das Inhaltsverzeichnis und musste schon öffentlich
grinsen. Mit den erläuternden Worten im ersten Kapitel wurde es
nicht besser, aus dem Grinsen wurde ein Kichern. Glücklicherweise
war dann schon meine Wartezeit beendet und ich durfte das Buch
erstmal aus der Hand legen.
Zuhause im geschützten Raum ohne
Öffentlichkeit und nur in Anwesenheit meiner Tochter traute ich mich
dann, weiterzulesen. Das war auch gut so, denn aus dem Kichern wurde
ein Lachen, das mir zeitweise die Tränen in die Augen trieb. Meine
Tochter schaute mich ziemlich verwundert an und fragte schon ganz
besorgt, ob bei mir noch alles in Ordnung sei.
Das wollte ich erst einmal als
Vorwarnung vorneweg schicken. Falls sich jemand dieses Buch kauft,
sollte er bedenken, dass es zu hysterischen Lachanfällen kommen
könnte – oder aber zu einem angewiderten Blick und der
Verweigerung, diesen Ratgeber weiterzulesen. So geschehen, als ich
diesen Ratgeber meiner Mutter gab. Womit wir gleich bei dem Humor
sind, der in diesem Buch angesprochen wird. Dieser ist eher etwas für
Leute, die auch über derben Humor lachen können und denen keine
noch so menschliche Regung fremd ist. Mit anderen Worten: Wer sich
darüber amüsieren kann, wenn ein Tisch voller nobler Gäste an vom
Gastgeber erkochten Bauchschmerzen und Flatulenzen leidet, der dürfte
mit diesem Buch einen Volltreffer landen. Wer aber über solche
Sachen nur die Nase rümpfen kann, der sollte lieber die Finger vom
Buch lassen.
Doch worum geht es eigentlich?
Gäste-Austreibung ist ein leicht exorzistisch angehauchter Ratgeber,
der wertvolle Tipps vermittelt, wie geplagte Gastgeber ihre
abonnierten Gäste wieder loswerden -und zwar für immer. Nein, es
geht hier nicht um Mord und Totschlag, sonder für immer bedeutet in
diesem Fall nur, dass sich diese Gäste nie wieder blicken lassen
werden, die einmal in den Genuss eines entsprechenden Themen-Abends
gekommen sind.
Themen-Abende gibt es ein paar in
diesem Buch, so zum Beispiel den russischen, den französischen und
den italienischen. Jeder auf seine Art hochwirksam in der
Gäste-Austreibung und vermutlich im Geiste vom Autor schon mehrfach
durchexerziert. Zumindest stelle ich mir vor, dass der Autor Martin
Lagoda schon einige Abende mit nervenden Gästen hinter sich hat,
wenn er sich so detailliert ausmalt, wie Spezialitäten wie beispielsweise „Glocken
der Heimat“ oder „Prärieaustern“ (mit Rezept) bei den
eingeladenen Gourmets ankommen.
Neben den Anregungen zu den
Themen-Abenden gibt es auch einige Tipps für zwischendurch, wie man
Gäste wirksam und effektiv vertreiben kann. Unter
vielversprechenden, schöngeistigen Überschriften wie „Stilvoll
dekorieren“ oder „Ein Refugium gestalten“ finden sich noch zusätzlich  hochwirksame und sehr amüsante  Anregungen, wie man die Gäste auch mit nur kleinen
Nadelstichen dauerhaft verkraulen kann.
Dass das ganze Werk unter Satire
einzuordnen ist, dürfte sich von selbst verstehen. Aber alleine
schon die Vorstellung, wie die Abende ablaufen könnten, sorgte bei
mir zumindest schon für diebische Freude und herzhaftes Gelächter.
Erschienen ist das Buch übrigens beim Schardt Verlag.
Der Autor Martin Lagoda interessierte
sich schon seit seiner frühen Jugend für kulinarische Themen,
wählte später auch sein Berufsfeld entsprechend und war Redakeur
und Chefredakteur für namhafte Magazine wie „Der Feinschmecker“
oder „Essen & Trinken“. Heute arbeitet er als freier Autor.
Gäste-Austreibung. Ein Crashkurs für
gequälte Gastgeber
Autor: Martin Lagoda
Ein satirisches Kochbuch
113 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-89841-622-1
€ 8,00
   

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here