Einmal ist immer das erste Mal. Das war bei mir heute – nämlich diesen Vorweihnachtshype um Designerklamotten beim schwedischen Möbelhaus Klamottenhaus mal vor Ort anschauen. Gestern hatte ich noch so das Gefühl, ich müsste direkt morgens um acht dort sein. Heute dachte ich, naja, halb zehn wird auch noch reichen. Dann schaute ich mal im Internet nach – und siehe da, acht wäre besser gewesen.

Egal, dann probieren wir es halt um halb zehn. Gedacht, angezogen und runtergestiefelt. Eine kleine Meute wartender Fans, vor allem weiblicher Art, vor dem Laden, der abgeriegelt ist wie ein Hochsicherheitstrakt. Security-Personal mit respekteinflößendem Gesichtsausdruck schirmen die Ware vor der Meute ab.

Immer wieder kommen Damen, manchmal auch Herren, mit Tüten im Designerlook raus. Die Tüten sehen ja originell aus, eigentlich würde mir so eine Papiertasche schon reichen. Anziehen möchte ich den grün-türkisen Leo-Look nicht unbedingt. Maximal als Tuch um den Schwanenhals winden.

Irgendwann erbarmt sich ein Security-Mensch und verteilt an die wartende Gesellschaft Smoothies. Immer schön fit und gut gelaunt bleiben, dann verkraftet man später auch besser, wenn die begehrten Stücke bereits ausverkauft sind. Das sind sie teilweise auch schon um halb zehn, wie ich einem Gespräch entnahm. Die Lederklamotten waren wohl schnell weg. Und es soll wohl auch nicht jedes Kleid gegeben haben, was man vorher den Ankündigungen entnehmen konnte. Vielleicht gingen die ja schon in den frühen Morgenstunden über die Ladentheke…

Immerhin ist die Aktion so wichtig, dass auch ein Reporter von SWR 3 auftaucht und einen 16-jährigen nach seiner Ausbeute befragt. Der erklärt dem Reporter dann auch noch mal geduldig die Spielregeln: Jeder darf nur 1 Teil pro Modell und Größe kaufen, damit das Brot die Klamotten fair an die Gemeinde verteilt werden. Das finde ich schon schwer in Ordnung von Donna Tellers Vertriebsmanagement. Wäre ja auch blöd, wenn einer alles kauft und die anderen dann das Zeug teuer über Internetauktionshäuser ersteigern müssten.

Ab 10 Uhr soll es dann auch im Online-Shop erhältlich sein. Ich habe um 11 Uhr probiert, in den Shop zu kommen. No Chance – alles belegt – wegen Überfüllung geschlossen. Nun denn, dann kaufe ich mir diesmal eben kein Designer-Outfit und reihe mich nicht ein in die Horden von Menschen, die ab sofort alle zitronengelb, knatschpink, grün-blau-leopardet oder schwarz-weiß-gezebrat rumlaufen und so womöglich auch noch Weihnachten und Silvester feiern…

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